Stand: 25.01.2019 von Egmond Haidt 7 Kommentare

Obwohl sich der S&P500 in den vergangenen Wochen kräftig erholt hat, notiert der Goldpreis in der Nähe des Sieben-Monats-Hochs. Das zeigt, dass Investoren weiterhin an dem Edelmetall als Absicherung festhalten. Hingegen notiert der Euro nur noch knapp über den 19-Monats-Tiefs.

In die Nähe des Acht-Wochen-Hochs ist der DAX geklettert. Nachdem er anfangs von der Hoffnung auf Fortschritte im Handelskrieg zwischen den USA und China beflügelt worden war, die meiner Meinung nach völlig unbegründet sind, weil US-Präsident Donald Trump keinerlei Interesse an einer Lösung haben dürfte, hat der DAX zuletzt vom schwachen Euro Rückenwind bekommen.

Gerade letzteres macht allerdings überhaupt keinen Sinn, ist doch der Euro wegen der zunehmenden Sorge der Investoren vor einer möglichen Rezession in der Euro-Zone auf Talfahrt. Ist das das richtige Umfeld, um DAX-Aktien zu kaufen? Wohl kaum.

Schließlich machen Zykliker, also Unternehmen aus konjunktur abhängigen Sektoren mit 55 Prozent des Indexgewichts mehr aus, als in fest jedem anderen Index der Welt. Damit käme der DAX bei einem Wirtschaftsabschwung in der Euro-Zone, der die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft zusätzlich belasten würde, besonders stark unter die Räder. Hingegen stützt der sinkende Euro den Goldpreis, auf Euro-Basis notiert er mit rund 1.130 Dollar in der Nähe des höchsten Niveaus seit Juni 2017.

Deutschlands Industrie schrumpft

Wie stark sich die Perspektiven für Deutschland eingetrübt haben, zeigt der Einkaufsmanagerindex für die hiesige Industrie, den die englische Researchfirma IHS Markit veröffentlicht, unmissverständlich. Zuletzt ist der Index von 51,5 Punkte auf 49,9 Punkte gesunken, das ist ein 50-Monats-Tief. Damit notiert er leicht unter der 50er-Marke und signalisiert damit ein Schrumpfen des Sektors.

Hauptgrund für die Talfahrt ist vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China, wodurch sich die Perspektiven für viele exportabhängige Volkswirtschaften, wie China, Deutschland, Südkorea oder Japan, stark eintrüben. Hinzu kommen weitere Belastungsfaktoren, wie die Sorge vor einem ungeregelten Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU, und vor einer heraufziehenden Rezession in den USA, weil die Fed mit ihren Zinserhöhungen die hochverschuldete Wirtschaft schwer belastet hat.

Euro rauscht nach unten

All diese Faktoren belasten allerdings nicht nur Deutschland, sondern auch die Euro-Zone insgesamt. So ist der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Euro-Zone auf 50,5 Punkte gesunken, das ist ein 50-Monats-Tief. Damit liegt er nur noch minimal über der Schwelle von 50 Punkten.

Die zunehmenden Konjunktursorgen für Deutschland und die Euro-Zone führen dazu, dass der Euro in die Nähe des 19-Monats-Tiefs gegenüber dem Dollar gesunken ist.

Das sind schlechte Nachrichten für alle Besitzer von Euro, verringert das doch die Kaufkraft und heizt die Inflation an. Das Risiko ist nicht zu unterschätzen, dass die Gemeinschaftswährung bei noch schlechteren Konjunkturdaten ihre Talfahrt fortsetzen wird.

Anleger haben die Wahl: Entweder sie halten an ihren Euro fest, auf die Gefahr hin, dass der Euro deutlich schwächer werden dürfte, oder sie investieren einen kleinen Teil ihres Finanzvermögens in physisches Gold.

Gold schützt gegen Talfahrt des Euro
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [7]
  • von Vorsich-Tiger | 30.01.2019, 12:45 Antworten

    Wir bekommen noch ganz große Probleme aber wir werden in der nächsten Zeit nicht viel davon merken. Politik und Wirtschaft werden alles verharmlosen, vertuschen und wieder den "kleinen Mann" alles zahlen lassen.
    Wohl dem, der Sachwerte besitzt, die sich bequem zu "Geld" machen lassen, wobei ich mit Geld die Waren des täglichen Gebrauchs meine.

  • von Gerhard Seubert | 28.01.2019, 13:11 Antworten

    Krise hin Krise her, Gold wird sich die nächsten 4 Wochen auf 1350 Dollar einschießen.
    Der Unmut wird die Sache beflügeln !

  • von Peter | 28.01.2019, 07:27 Antworten

    Ich weiß nur, d a s s der € baden gehen wird, w a n n weiß ich leider nicht, aber ich hoffe: BALD! --- Der Leidtragende ist dann wie immer der "kleine Mann"!

    • von Fritzthecat | 28.01.2019, 09:00 Antworten

      Ach, dann gehören Sie zur Elite!
      Sonst würden Sie so etwas nicht schreiben.

  • von Mari O. | 25.01.2019, 09:58 Antworten

    Der Buhmann Trump ist schuldig, er hat ja so eine Macht über alles und alle. Der Rhein inzwischen fliest wieder normal. Was ist mit Draghi, ist der nicht für den Euro verantwortlich? Die Klopapier Industrie wundert sich. Der lila Schein ist weg. China rettet mal wieder die Welt; für ein paar Monate. Die D- und K- Bank müssen zusammen halten, so zeigen die Größe, Systemrelevanz. So ein großer K*t, der spült nicht mehr richtig. Alles hängt an Davos. Freitag, juchhu.

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