Gold: 1.539,60 € 0,00 %
Silber: 20,89 € +0,01 %
Stand: 26.07.2021 von Hannes Zipfel
Nach den nochmaligen Preisrücksetzern in der vergangenen Woche spricht einiges für eine Erholung der Gold- und Silberpreise in den kommenden fünf Handelstagen. Der Goldpreis in Euro ist bereits dabei, einen erneuten Ausbruchsversuch nach oben zu wagen.
Gold & Silber: Die Woche der Erholung

Ein wichtiger Impulsgeber für die Edelmetallpreise wird die Sitzung des geldpolitischen Entscheidungsgremiums der Fed am Mittwoch.

Gold- & Silberpreis: Die Unterstützungen haben gehalten

Der letzte Wochenausblick erschien unter der Überschrift „Gold- & Silberpreise nochmals günstiger“. Und tatsächlich fiel der Goldpreis unter die Marke von 1.800 US$ pro Unze. Der Silberpreis verbilligt sich auf unter 25 US$ pro Unze.

Wobei der Goldpreis das Wochentief am Freitag bei 1.790 US$ pro Unze erreichte.

Die Marke von 1.800 US$ pro Unze konnte zum Wochenausklang wieder überwunden werden. Am Montagmorgen kostet eine Unze am Spot-Markt 1.808 US-Dollar.

Goldpreis in US-Dollar pro Unze

Die aktuelle "Überverkauftheit" des Marktes (Stochastik / RSI) lässt eine Gegenbewegung in Richtung der gleitenden Durchschnitte (SMA 200 u. SMA 50) bei ca. 1.823 bzw. ca. 1.833 US-Dollar als wahrscheinlichstes Szenario erscheinen.

In der Gemeinschaftswährung Euro könnte dem Goldpreis in dieser Woche sogar der erneute Ausbruch über die obere Widerstandslinie gelingen, die genau auf dem momentanen Kursniveau verläuft.

Goldpreis in Euro pro Unze

Der Preis für eine Unze Silber erreichte bereits am vergangenen Mittwoch sein Wochentief bei 24,76 US-Dollar und drehte anschließend wieder nach oben.

Nach dem mehrmaligen Test der Unterstützungslinie, die aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend resultiert, stehen die Chancen für eine weitere Preiserholung gut. Die nächsten Widerstandsmarken liegen recht nahe über dem aktuellen Kurs bei ca. 25,80 US-Dollar.

Hier kreuzt die gleitende 200-Tage-Durchschnittslinie den kurzfristigen Abwärtstrend.

Silberpreis in US-Dollar pro Unze

Die Konjunkturerholung beginnt sich abzuschwächen

Der wohl aussagekräftigste Konjunkturfrühindikator für Deutschland, der ifo-Geschäftsklima-Index, wurde heute Morgen mit einem Stand von 100,8 Punkten veröffentlicht. Der Analystenkonsens ging von einem Anstieg auf einen Wert von 102,1 Punkten nach 101,7 Punkten im Juni aus.

Das in München ansässige ifo Institut für Wirtschaftsforschung e. V. befragt monatlich mehr als 7.000 Unternehmen aus Handel, Bau- und Industrie zur aktuellen Lage. Vor allem Lieferengpässe, steigende Einkaufspreise und Druck auf die Gewinnmargen sorgten bei den befragten Unternehmen im Juli für eine eingetrübte Lageeinschätzung.

Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass diese für sie ungünstige Gemengelage in den kommenden Monaten weiter anhält. Das spiegelt sich auch in der Erwartungskomponente des ifo-Index wider, die deutlich von 103,7 Punkten im Juni auf 101,2 Punkten im Juli absackte.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich für die beiden für Deutschland wichtigsten Absatzmärkte USA und China ab.

Das auf Konjunkturanalysen spezialisierte Conference Board veröffentlichte am vergangenen Donnerstag den Frühindikator zur wirtschaftlichen Entwicklung in den USA. Dieser Sammelindikator, der sich aus einem ganzen Bündel aus Einzelkomponenten zusammensetzt, war bereits den dritten Monat in Folge rückläufig: Von einem Niveau von 3,2 Prozent vor Jahresfrist fiel der Index auf 1,3 Prozent im Mai dieses Jahres, dann weiter auf 1,2 Prozent im Juni und auf nur noch 0,7 Prozent im Juli.

Damit wird ein konjunktureller Wendepunkt in den USA immer wahrscheinlicher. Dies erscheint auch logisch, laufen doch sukzessive fiskalische Hilfsprogramme aus. Seit Beginn der Pandemie hatte die US-Regierung die heimische Wirtschaft mit Ausgabenprogrammen und Steuervergünstigungen in Höhe von 5,5 Billionen US-Dollar bzw. 26,5 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts gestützt.

In China mehren sich ebenfalls die Anzeichen eines Dynamikverlustes bei der Konjunkturerholung, weshalb sich die chinesische Zentralbank (PBoC) bereits zu geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen gezwungen sah.

Ein guter Indikator für die Vitalität der Wirtschaft im Reich der Mitte ist der Stromverbrauch.

Vor allem die Stahlindustrie und generell die Fertigungsindustrie sind sehr stromintensiv. Die aktuelle Stagnation bzw. der leichte Rückgang bei der Nachfrage nach Elektrizität ist ein klares Anzeichen dafür, dass das Wachstum ins Stocken gerät.

Die Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) sind um Wettereffekte bereinigt und nicht allein durch Stromeinsparungen und geringeres Bitcoin-Mining in China zu erklären.

Stromnachfrage kühlt sich ab

Für die Edelmetalle bedeutet die Kombination aus Wachstumsabkühlung und erhöhter Preisdynamik ein konstruktives Umfeld, steigt damit doch die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation, also das parallele Auftreten von wirtschaftlicher Stagnation und dynamischer Preisinflation.

Wichtige Termine

Das Highlight dieser Woche ist die Offenmarktausschuss-Sitzung (FOMC) der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch. Eine Veränderung der Geldpolitik wird zwar nicht erwartet, die Marktteilnehmer erhoffen sich gleichwohl Hinweise auf das weitere Vorgehen in Sachen Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe.

Trotz zuletzt deutlich erhöhter Inflationsraten gegenüber dem Vorjahr (CPI +5,4 Prozent) belässt die Fed den Leitzins bei effektiv nahe null und kauft zusätzlich monatlich für 80 Mrd. US-Dollar Staatsanleihen und für 40 Mrd. US-Dollar Hypothekenanleihen.

Dementsprechend werden die Marktteilnehmer jedes Wort des Fed-Chefs Jerome Powell anlässlich der anschließenden Pressekonferenz um 22:30 Uhr MESZ auf die sprichwörtliche Goldwaage legen.

Den Notenbankern fällt es immer schwerer, den verbalen Drahtseilakt zwischen glaubhafter Inflationsbekämpfung, Aufrechterhaltung der Vermögenspreisblase und Schuldentragfähigkeit zu meistern. Edelmetallinvestoren sollten sich am Mittwochabend und ggf. auch in den Folgetagen auf erhöhte Schwankungen der Metallpreise einrichten.

Die jüngsten Aussagen des Fed-Präsidenten Jerome Powell klangen eher beschwichtigend in Sachen Straffung der Goldpolitik. Sollte sich dieser Tenor am Mittwoch im FMOC-Statement sowie in der anschließenden Pressekonferenz wiederfinden, könnte das einen signifikant positiven Impuls für Gold und Silber im weiteren Wochenverlauf bedeuten.

In der folgenden Übersicht finden Sie ergänzend wichtige Termine, die besonders für deutsche Anleger und den Edelmetallmarkt relevant sind:

Wochentag Zeit (MESZ) Datenart Prognose Vorherig
Montag 16:00 Uhr USA: Verkäufe neuer Einfamilienhäuser (Prognosen zuletzt deutlich unterboten) 800.000 769.000
Dienstag 14:30 Uhr USA: Auftragseingang für langlebige Güter (Juni) 2,1 % 2,3 %
16:00 Uhr USA: Verbrauchervertrauen (Juli) 124,1 127,3
Mittwoch 8:00 Uhr DE: GfK-Konsumklima -4,0 -0,3
16:30 Uhr USA: Rohöllagerbestände in Mio. Barrel - 2,108
22:00 Uhr USA: Zinsentscheid der Fed + FOMC-Statement (Wortwahl ist wichtig) - -
22:30 Uhr USA: Pressekonferenz m. Fed-Präsident Jerome Powell zur Notenbanksitzung - -
Donnerstag 9:55 Uhr DE: Veränderung der Arbeitslosigkeit (Juli) -25.000 -38.000
DE: Arbeitslosenquote (Juli) 5,8 % 5,9 %
14:00 Uhr DE: Verbraucherpreisindex (Juli / Jahr) 3,0 % 2,1 %
DE: Verbraucherpreisindex (Juli / Monat) 0,5 % 0,4 %
14:30 Uhr USA: Bruttoinlandsprodukt Q2 annualisiert (Quartalsveränderung x 4) 8,6 % 6,4 %
Freitag 8:00 Uhr DE: Bruttoinlandsprodukt Q2 (Jahr) 10,0 % -3,4 %
14:30 Uhr USA: PCE-Preisindex Kernrate (Juni / Jahr) 3,7 % 3,4 %
Datenquelle: Investing.com
Autor: Hannes Zipfel
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von Silberfreund | 09.08.2021, 23:51 Antworten

09.08.2021 Das ist aktuell der Rücksetzer für den Anlauf auf höhere Kurse, gut wenn die Stimmung negativ wird. Im Supermarkt kauft auch jeder wenn es billig ist...,also ran ans Silber...sollte sich diese Woche beruhigen. Münzbarren 9999, oder Münzen mit wenig Aufschlag anfanden zu kaufen 1/3 -3/3

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"