| GOLD | 5.020,29 $/oz | 4.232,75 €/oz | 136,09 €/g | 136.086 €/kg |
| SILBER | 76,67 $/oz | 64,62 €/oz | 2,08 €/g | 2.077,58 €/kg |
Die Gold-Silber-Ratio ist in den vergangenen Wochen deutlich gefallen und hat zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit rund 14 Jahren erreicht. Die Kennzahl, die das Preisverhältnis zwischen einer Feinunze Gold und einer Feinunze Silber abbildet, gilt unter Edelmetallinvestoren als wichtiger Indikator zur Bewertung der relativen Attraktivität beider Edelmetalle.
Berechnet wird die Gold-Silber-Ratio, indem der Goldpreis durch den Silberpreis geteilt wird. Aktuell kostet Gold beispielsweise bei 4.700 Dollar und Silber bei 94 Dollar, wodurch sich ein Ratio von 50 errechnet. Je höher der Wert, desto teurer ist Gold im Verhältnis zu Silber.
Sinkt die Ratio, bedeutet dies, dass entweder Silber stärker steigt als Gold oder Gold stärker fällt als Silber. In der Praxis deuten starke Rückgänge der Ratio stets auf eine Outperformance von Silber gegenüber Gold hin.
Genau dieses Muster war zuletzt zu beobachten. Während Gold zwar weiterhin auf hohem Niveau notiert, konnte Silber deutlich dynamischer zulegen. Das führte dazu, dass die Gold-Silber-Ratio auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren abrutschte. Historisch betrachtet ist eine solch starke Bewegung ungewöhnlich und selten.
Wichtig ist jedoch die richtige Interpretation dieser Kennzahl. Eine niedrige Ratio bedeutet nicht automatisch, dass Silber „zu teuer“ ist oder unmittelbar vor einer Korrektur steht. Ebenso wenig ist eine hohe Ratio ein verlässliches Kaufsignal. Vielmehr dient die Kennzahl dazu, relative Über- oder Unterbewertungen im historischen Kontext einzuordnen.
Extremwerte – nach oben wie nach unten – treten meist in besonderen Marktphasen auf, etwa in Krisen oder während Inflationsschüben oder spekulativen Rohstoffzyklen.
Auch die Analysten von JPMorgan haben sich zuletzt zur Entwicklung der Gold-Silber-Ratio geäußert. In ihrer jüngsten Einschätzung verweisen sie darauf, dass der starke Rückgang vor allem durch die wachsende industrielle Nachfrage nach Silber sowie durch zunehmende spekulative Zuflüsse begünstigt worden sei. Gleichzeitig betonen die Analysten, dass Phasen mit extrem niedriger Ratio historisch gesehen selten von Dauer waren. Aus Sicht von JPMorgan spricht das aktuelle Niveau weniger für eine nachhaltige Neubewertung, sondern vielmehr für eine zyklische Übertreibung zugunsten von Silber.
Ein Blick in die langfristige Historie unterstreicht diese Einschätzung. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Gold-Silber-Ratio mehrfach innerhalb relativ kurzer Zeit nahezu halbiert. Solche Bewegungen waren meist von starken Silberrallyes ausgelöst worden. Doch in den meisten Fällen folgte anschließend wieder ein deutlicher Anstieg der Ratio – meist aber weniger dynamisch als der vorherige Rückgang (siehe Chart).
Entwicklung der Gold-Silber-Ratio seit 1973
Quelle: GOLD.DE
Für Anleger bedeutet das: Die aktuell relativ niedrige Gold-Silber-Ratio ist vor allem ein Signal für eine außergewöhnliche Marktphase und eignet sich weder als Kaufsignal für Gold noch als Verkaufssignal für Silber.
Ob das Verhältnis auch diesmal wieder nach oben dreht, hängt von vielen Unsicherheitsfaktoren ab (Konjunktur, Inflation, Geopolitik, US-Handelspolitik u.v.m.). Und diese sind derzeit ausgesprochen schwer kalkulierbar.
Unter Timingaspekten spricht die Kennzahl eher für Gold, grundsätzlich ergibt es auf lange Sicht aber Sinn, beide Krisenmetalle zu besitzen.
Der „selbsternannte Dealmaker“ Donald J. Trump entwickelt sich an den Finanzmärkten immer mehr zum „Pricemaker“. Sowohl Edelmetalle als auch Rohöl, Aktien und Anleihen reagieren auf seine aggressiven Drohgebärden gegenüber Freunden und Feinden mit heftigen Kursbewegungen – nach oben, aber auch nach unten.
Es ist zu befürchten, dass dessen an Unzurechnungsfähigkeit grenzende Unberechenbarkeit weiter anhalten wird.
In der zweiten Wochenhälfte könnten in den USA wichtige Konjunkturindikatoren neue Impulse für Gold und Silber liefern. Am Donnerstag steht bspw. eine Datenflut zum BIP-Wachstum, zum US-Arbeitsmarkt und zur US-Inflation auf der Agenda. Am Freitag folgen dann noch diverse US-Einkaufsmanagerindizes sowie der Konjunkturausblick der Philadelphia Fed.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Obwohl politische Statements an den Börsen meist nur kurzfristige Bewegungen auslösen, sollte das Risiko eines Handelskriegs zwischen Europa und den USA – samt der damit verbundenen negativen Folgen – nicht kategorisch ausgeschlossen werden.
Noch ein weiter Weg bis 1:15
Mich wundert gerade, dass "Unzurechnungsfähigkeit" regelmäßig mit Strafrecht in Verbindung steht.
Als Geschäftsmann würde ich Trump nur begegnen unter dem Hinweis, dass ich nicht sicher wäre ob eine ihm "zugestellte" Rechnung auch beglichen würde...