Stand: 26.02.2019 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

Die US-Wertpapieraufsicht SEC veröffentlicht regelmäßig die Besitzverhältnisse von Aktiengesellschaften, Fonds und ETFs. Beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares gab es im vierten Quartal wieder einmal interessante Entwicklungen zu beobachten.

Morgan Stanley steigt zum größten Einzelinvestor auf

An den Goldmärkten interessiert man sich für die Informationen der US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) über die bedeutendsten Anteilseigner des weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares und deren Transaktionen erfahrungsgemäß besonders stark.

Das Update zeigt nämlich auf, wer den Krisenschutz in den Monaten Oktober bis Dezember im großen Stil gekauft und wer ihn eher verkauft hat. Das vierte Quartal war mit Blick auf die gehaltene Goldmenge des physisch hinterlegten Gold-ETFs durch einen markanten Zufluss von 742,23 auf 787,67 Tonnen (plus 45,44 Tonnen) gekennzeichnet. Dank des starken Goldpreises hat sich im Berichtszeitraum der Marktwert des ETFs von 28,3 Milliarden auf 32,4 Milliarden Dollar (Stand: 31.12.18) überproportional erhöht.

Ende Dezember hat sich die Quote institutioneller Investoren gegenüber dem Vorquartal von 39,7 auf 38,4 Prozent leicht reduziert, obwohl deren gehaltene Anteile von 102,8 auf 103,5 Millionen zugelegt haben. Per Saldo haben Finanzinstitutionen im vierten Quartal jedoch mehr gekauft als verkauft.

In Zahlen ausgedrückt war summa summarum ein Kaufvolumen von 21,7 Millionen ETFs und ein Verkaufsvolumen in Höhe von 20,8 Millionen Anteilen zu beobachten.

Besonders interessant: An der Spitze löste die US-Investmentbank Morgan Stanley die bisherige Nummer Eins Graham Capital Management (siehe Tabelle) ab. 

Die 15 größten Einzelinvestoren beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares

Name Anteile abs. Veränderung proz. Veränderung in Mio. USD
MORGAN STANLEY 9.783.073,00 4.733.600 93,7 1.239.515
FIL LTD 7.346.907,00 -1.829.621 -19,9 930.853
FIRST EAGLE INVESTMENT MANAGEMENT, LLC 6.634.046,00 -254.946 -3,7 840.534
BANK OF AMERICA CORP /DE/ 5.867.055,00 28.589 0,5 743.356
PAULSON & CO. INC. 4.320.022,00 0 0,0 547.347
BRIDGEWATER ASSOCIATES, LP 3.908.999,00 0 0,0 495.270
ELEPHAS INVESTMENT MANAGEMENT LTD 3.427.584,00 2.652.953 342,5 434.275
UBS GROUP AG 2.951.147,00 301.749 11,4 373.910
CI INVESTMENTS INC. 2.646.529,00 -206.850 -7,3 335.315
COMMERZBANK AKTIENGESELLSCHAFT /FI 2.275.124,00 267.925 13,4 288.258
BLACKROCK INC. 2.046.924,00 961.644 88,6 259.345
WELLS FARGO & COMPANY/MN 1.979.956,00 353.430 21,7 250.860
SUMITOMO MITSUI TRUST HOLDINGS, INC. 1.748.888,00 308.011 21,4 221.584
ORBIS ALLAN GRAY LTD 1.468.528,00 73.754 5,3 186.062
WOLVERINE TRADING, LLC 1.404.841,00 1.404.841 Neu 177.993
Stand: 31.12.18

Morgan Stanley, die Ende September als siebtgrößter Einzelinvestor galt, hat die ETF-Position um 93,7 Prozent auf 9,78 Millionen aufgestockt, während bei GCM (Assets under Management: 13 Milliarden Dollar) die bisherige Position in Höhe von zehn Millionen Anteilen komplett verkauft wurde.

Auf den Rängen 2 bis 6 gab es hingegen keine Veränderungen zu beobachten. Allerdings haben sich bei FIL (2) und First Eagle Investment Management (3) Rückgänge um 19,9 Prozent auf 7,35 Millionen Anteile bzw. 3,7 Prozent auf 6,63 Millionen ETFs eingestellt, während bei der Bank of America (4) ein marginales Plus von 0,5 Prozent 5,87 Millionen Anteilscheine registriert worden war.

Mit Beständen in Höhe von 4,32 Millionen bzw. 3,91 Millionen gab es bei Paulson & Co. (5) und Bridgewater Associates (6) im Berichtszeitraum keine Veränderungen zu vermelden.

Unter den Top 15 gab es noch zwei weitere Großinvestoren, die ihren Bestand an Gold-ETFs kräftig aufgestockt haben. Besonders aufgefallen ist in diesem Zusammenhang Elephas Investment Management (7), wo ein Zuwachs von 343 Prozent auf 3,43 Millionen ETFs zu Buche schlug. Besonders interessant kann man die Transaktionen des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock (11) bezeichnen.

Er stockte nämlich seine Bestände um fast 89 Prozent auf 2,05 Millionen Anteile auf. Alles in allem spricht das Q4-Update eher für als gegen ein Goldinvestment, schließlich gelten die Gelder der Finanzinstitutionen in der Finanzwelt als sogenanntes „Smart Money“.

Ausblick für die laufende Woche

Gegenwärtig stellt sich vor allem die charttechnische Situation des Goldpreises besonders spannend dar. Während auf kurze Sicht ein technischer Rücksetzer droht, sprechen auf lange Sicht einige Indizien für eine weiterhin steigende Tendenz.

Mit aktuell 1.330 Dollar steht das gelbe Edelmetall vor einer markanten charttechnischen Hürde. Im Bereich von 1.360 Dollar scheiterte der Krisenschutz in den vergangenen drei Jahren häufig an dieser Marke.

Der Timingindikator Relative-Stärke-Index generierte nach der mehrwöchigen Kursrally mit dem Unterschreiten der Marke von 70 Prozent (aktuell: 62 Prozent) sogar ein Verkaufssignal. Unter langfristigen Aspekten kann man dem aktuellen Chart aber auch Positives abgewinnen.

Einerseits gelang dem Goldpreis zuletzt ein Ausbruch aus dem seit September 2011 gebildeten Abwärtstrendkanal. Zum anderen sieht es danach aus, dass die langfristige 200-Tage-Linie wieder nach oben dreht

Unter fundamentalen Gesichtspunkten dürften Goldinvestoren in den kommenden Tagen aber auch den Dollar und die Zinsen genau im Auge behalten. Setzt sich deren Talfahrt fort, könnte sich dies auf die Alternativwährung Gold positiv auswirken.

Gold:  Smart Money überwiegend in Kauflaune
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [1]
  • von Jörg Westermann | 10.03.2019, 15:33 Antworten

    Die Frage ist ja ob es Sinn macht sein Geld in Gold ETFs zu stecken, oder lieber in physisches Gold zu investieren. Klar, ETFs sind flexibler aber was man bei Gold doch gerade haben will ist die Stabilität in einer echten Krise. Wenn die WIrtschaft komplett Abschmiert, und es zur Totalinflation kommt will ich doch lieber Gold zu Hause haben, statt in einem ETF, den ich möglicherweise erst verkaufen und wieder handeln muss um an mein Gold zu kommen, das ich benötigen würde. Zumal auf Seiten wie Gold-Preisvergleich.de zu erkennen ist, dass Anlagemünzen wie z.B. das Maple Leaf zu einem kleinen Aufschlag auf den Goldkurs physisch zu bekommen sind. Den kleinen Preis zahle ich bei den vielen physischen Angeboten doch lieber und halte dann das Metall in den Händen, anstatt dass ich am Ende das Gold nur virtuell habe und in einer Krise keinen Zugriff.

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