Stand: 06.05.2017 von Florian Grummes 8 Kommentare

Während der Goldpreis vor nicht einmal zweieinhalb Wochen noch mit der Marke von 1.300 US-Dollar liebäugelte, stellt sich die Lage mittlerweile deutlich unfreundlicher dar.

So eröffnete der Goldpreis am Sonntag Abend, im Anschluss an den ersten Wahlgang in Frankreich, direkt mit einem Gap nach unten und ist mittlerweile bis auf 1.225 US-Dollar gefallen. 

Am Silbermarkt kam es im gleichen Zeitraum sogar zu einem kleinen Crash, denn die Kurse sind hier ohne jegliche Gegenwehr inzwischen 15 Tage am Stück auf dem Weg in Richtung Süden!

Damit haben sich die zuletzt immer wieder erwähnten Warnsignale seitens der Saisonalität, der Terminmarktdaten sowie der überkauften Indikatoren knallhart bewahrheitet. Und trotz des deutlichen Rücksetzers kann auch noch nicht Entwarnung gegeben werden

Vielmehr sieht es so aus als ob der Goldpreis wohl noch bis auf ca. 1.200 US-Dollar durchgereicht werden wird. Für den Silberpreis bedeutet dies Kurse im Bereich um 13.65 – 13,85 US-Dollar.

Positiv am aktuellen Gemetzel ist aber die Tatsache, dass damit die Chancen für ein starkes zweites Halbjahr und damit auch für eine mittel- bis längerfristige Rally in Richtung 1.500 US-Dollar deutlich gestiegen sind.

Tageschart Gold in US-Dollar

Tageschart gold sommerschlussverkauf 2017 US-Dollar


Erst in den letzten Tagen gelang es den Bären auf dem Tageschart wirklich entscheidende Unterstützungen zu durchbrechen, denn die 200-Tagelinie (1.251 US-Dollar) konnte den Attacken zunächst ganz gut standhalten. 

Im Umfeld der FED-Zinsentscheidung brachen aber alle Dämme und der Goldpreis sucht seitdem erfolglos Halt

Kurzfristig ist die Lage extrem überverkauft, so dass Zwischenerholungen jederzeit möglich werden. Auch eine Überraschung bei der zweiten Wahlrunde in Frankreich könnte am Montag für eine scharfe Erholungsbewegung sorgen.

Technisch spricht jetzt aber fast alles dafür, dass der Goldpreis das finale Tief der angelaufenen Korrektur erst im Bereich um 1.195 - 1.205 US-Dollar finden wird. Dieser Prozess kann sich durchaus über mehrere Wochen, ja sogar ein bis drei Monate hinziehen, denn insgesamt sind die Terminmarktdaten sicherlich noch nicht bereinigt. Gleichzeitig stehen die Ampeln der Saisonalität noch bis Anfang Juli auf rot.

Trotzdem sollten antizyklisch handelnde Investoren nun langsam aufmerksam werden, denn der Sommerschlussverkauf ist eröffnet und sowohl die Edelmetalle als auch die Minenaktien sind langsam wieder ein interessantes Schnäppchen.

Tageschart Gold in Euro

Tageschart gold sommerschlussverkauf 2017 EUR


In Euro gerechnet fällt der Rücksetzer noch deutlich heftiger aus, da der Euro durch die Frankreich Wahl starken Auftrieb bekommen hat und auch technisch immer besser aussieht. Insgesamt hat sich so der Preis für eine Feinunze um 8,6% verbilligt.

Charttechnisch hat der Euro-Goldpreis dabei jede Menge Porzellan zerschlagen und sucht mittlerweile nur knapp oberhalb des ehemaligen Abwärtstrendkanals nach einer tragfähigen Unterstützung. Allerdings läuft die Stochastik stark bärisch unterhalb von 20 und hat den Abwärtstrend damit vorerst festgemeißelt. 

Kurzfristige Erholungen sind nun jederzeit möglich. Wahrscheinlich ist aber auf Sicht der kommenden Wochen ein finaler Rücksetzer bis 1.105 Euro oder sogar bis an die Tiefs vom letzten Dezember im Bereich um 1.085 Euro. Hier würde sich nochmals eine hervorragende Nachkaufgelegenheit eröffnen.

Nachkauflimit bei 1.115 und 1.100 Euro

Schneller als erwartet wurde das zuletzt genannte Nachkauflimit bei 1.165 Euro erreicht. Nun gilt es die aktuelle Kursschwäche konsequent zu nutzen und bei Kursen unterhalb von 1.115 und 1.1100 durchaus aggressiver neue Käufe zu tätigen, denn nach so einem Kurssturz ist das Chancen/Risiko-Verhältnis wieder sehr günstig.

Spätestens im zweiten Halbjahr werden antizyklische Anleger für ihren Mut belohnt werden.

Gold – Der Schlussverkauf hat begonnen!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [8]
  • von Hehiwat | 13.05.2017, 10:14 Antworten

    Ich bin der gleichen Meinung wie "blo-rakane". Mir völlig unbegreifliche Aussagen, das man von Gold nicht runterbeissen kann, sind einfach nur dem Papiergeld- und Banken-Lobbyismus folgend interpretiert und ergeben überhaupt keinen Sinn. Kann man denn von Aktien oder Optionsscheinen runterbeissen? Sorry für meine persönliche Kritik an solchen Aussagen. Für ein paar Gramm Gold bekomme ich auf der ganzen Welt etwas zu essen eingetauscht. - Jederzeit und überall. - Mit wertlosem Papiergeld, Aktien und Zockerpapieren wird das schon schwieriger! Im Jahr 1920 kostete ein neues Auto etwa 850 Dollar. - Das entsprach dem Gegenwert von etwa 40 Unzen Gold. Versuchen Sie mal heute für 850 Dollar/Euro ein n e u e s Auto zu kaufen!? Für 40 Unzen Gold, bekommen Sie auch heute noch einen neuen, gut ausgestatteten Mittelklassewagen. Wenn das kein Beweis für dauerhafte Wertstabilität ist! Seit 5000 Jahren ist Gold ein Garant für eben diese Wertstabilität und sollte deshalb niemals als kurzzeitiges Spekulationsobjekt verstanden werden. Völlig Wurscht, ob mal für 950 oder 1300 Dollar/Euro pro Unze erworben! Immer wenn es irgendwo auf der Welt kriselte , flüchteten die Menschen zurück in den sicheren Hafen - GOLD! Das ändern auch ein Paar Jahrzehnte Comex und andere "Wettbuden" nicht! Es kommt der Tag an dem so Mancher froh sein wird, den einen oder anderen Krügerrand nicht in Panik verhökert zu haben.
    Danke für die Aufmerksamkeit.

  • von YellowMeansBlue | 06.05.2017, 20:43 Antworten

    Ein sehr gutes Instrument auf dem Rohstoffmarkt etwas zu bewegen sind Termingeschäfte mit "Papier"-Rohstoffen und genau dies passiert täglich, rauf wie runter. Frankreich mag aktuell ein, ein! Anlass für die Korrektur im Edelmetallsektor (etc.) sein, ist aber weltweit nicht das Problem. Die Option, man könne z.B. sein Papiersilber jederzeit physisch eintauschen, mag für den Einzelfall zutreffen, aber nicht, wenn Alle auf einmal tauschen wollen würden, dann würde man nicht mehr von "Blase" sprechen, das hätte eine ganz andere Qualität! Physische Rohstoffe sind definitiv knapp und müssen auf immer mehr Menschen verteilt werden, dies macht sie ausnahmslos zunehmend wertvoller. Es gibt nicht den geringsten Grund für einen Anleger u.a. im Edelmetallsektor bei einem "technischen" Rücksetzer in Panik zu verfallen, im Gegenteil. Aktuell scheint mir bei physischem Gold das Nachkauflimmit eher bei unter 1050€ zu liegen, also gemütlich abwarten, zurück lehnen und sehen wie sich z.B. die Leerverkäufe entwickeln.....damit es für einen selbst keine "Lehrverkäufe" werden :)

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