Stand: 21.03.2015  0 Kommentare

Irland gilt innerhalb der Europäischen Union als einer der Musterschüler, die sich aus der tiefen Finanzkrise herausgekämpft haben und den Rettungsschirm verlassen konnten. Jetzt macht der oberste Kassenwart des Landes mit einer Investmentstrategie auf sich aufmerksam, die so manchen Marktbeobachter überrascht: Finanzminister Michael Noonan hat sein privates Vermögen gegen den Wertverfall des Euro abgesichert - durch einen umfangreichen Einstieg in den größten Goldfonds der Welt, den SPDR Gold Shares.

Aus einer aktuellen Pflichtmitteilung gegenüber dem irischen Parlament ("Oireachtas") geht hervor, dass Noonan seine Anteile an einem Fonds, der europäischen Top-Aktien verfolgt, abgestoßen hat. Stattdessen setzt Noonan jetzt auf Gold. Der Finanzminister gilt als cleverer Anleger - er hat in den vergangenen Jahren mit seinen Investments eine Rendite von etwa 20 Prozent erzielt. Und die Entscheidung des Ministers, einen Teil seines persönlichen Reichtums in Gold umzuschichten, wird von vielen Marktbeobachtern als Vorbote für unsichere Zeiten verstanden. Vor allem die Aussicht auf eine Deflation dürfte den Goldpreis weiter heben.

Euro-Aktien abgestoßen, Gold-Fonds und Staatsanleihen gekauft

Dennoch ist der Schritt des irischen Finanzministers gewagt: Der SPDR Gold Shares Exchange Traded Fund (ETF) hat in den vergangenen zwölf Monaten in der Spitze bis zu 20 Prozent an Wert verloren und wurde zuletzt auf einem Fünf-Jahres-Tief gehandelt. Dennoch fühlt sich Michael Noonan offenbar genötigt, beliebte Investments abzustoßen und auf das in den vergangenen Monaten oft kritisierte Anlagevehikel "Gold" zu setzen. Die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa hat Noonan wohl dazu veranlasst, seine Beteiligung an dem Lyxor ETF Eurostoxx 50 abzustoßen, berichtet die Tageszeitung "The Independent".

Finanzminister von Ex-Krisenland setzt auf deutsche Anleihen

Aus den Aufzeichnungen des irischen Parlaments gehen weitere bemerkenswerte Details hevor: Der Finanzminister hat portugiesische Staatsanleihen im letzten Jahr gekauft, die bis Oktober 2017 laufen und 4,35 Prozent abwerfen. Dies wird als großer Vertrauensbeweis für Portugal verstanden - das Land erholt sich immer noch von seiner Wirtschaftskrise. Und mit dem Prozentsatz von über 4 Prozent kann Michael Noonan sicher gut leben: Die Renditen 10-jähriger Anleihen sanken zuletzt unter 1,7 Prozent, nachdem sie Anfang 2012 auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise Portugals auf 18 Prozent geklettert waren. Zuvor hatte Noonan auch 10-jährige deutsche Staatsanleihen während der Wirtschaftskrise in Irland gekauft.

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