Stand: 19.03.2019 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

In der Goldminenbranche herrscht „Goldgräberstimmung“. Diskussionen und Spekulationen um Fusionen, Kooperationen und Übernahmen haben derzeit Hochkonjunktur. Mutige Anleger steigen ein.

Mit Goldminen den Goldpreis hebeln

Bei Gold sticht Anlegern derzeit vor allem folgendes ins Auge: dessen freundliche Tendenz und seine relativ niedrige Kursschwankungsintensität. Letztere lässt sich besonders gut am CBOE-Goldvolatilitätsindex ablesen. Dieser wird auf Basis von Optionen auf Gold-ETFs ermittelt und notiert mit 10,0 Prozent aktuell auf sehr niedrigem Niveau.

Zum Vergleich Volatilitätsindizes auf US-Aktien (VIX: 12,9 Prozent) oder Rohöl (OVX: 26,3 Prozent) stellen derzeit ein deutlich riskanteres Investment dar. Wer Gold als Krisenwährung oder langfristigen Vermögensschutz betrachtet, findet dies verständlicherweise ausgesprochen gut, schließlich würden „stürmische Kursschwankungen“ (hohe Volatilität) nicht so richtig zu einem „sicheren Hafen“ passen.

Wer Gold eher als Investment betrachtet und mit ihm hohe Renditechancen wahrnehmen möchte, kann auf zwei Arten den Goldpreis hebeln.

  • Erstens: über derivative Wertpapiere wie Optionsscheine, Hebelinstrumente mit Knock-Out-Funktion, gehebelte ETC oder Futures und Optionen. Sie alle sind jedoch einem Kontrahentenrisiko ausgesetzt, weil sie auf Zahlungs- bzw. Lieferpflichten Dritter basieren.

  • Zweitens: Eine weitere Möglichkeit ein gehebeltes Goldinvestment zu tätigen, stellt der Kauf von Goldminenaktien dar. Sie sind – wie jede andere Aktie auch – zwar einem Totalverlustrisiko ausgesetzt, stellen aber dennoch vom Grundsatz her eine Sachwertinvestment dar.

Goldminen: In der Branche tut sich was

Seit dem Jahreswechsel ist vor allem mit Blick auf die großen Player viel passiert. So hat sich zum Beispiel Newmont Mining den Konkurrenten Goldcorp einverleibt. Danach hat die kanadische Barrick Gold ein feindliches Übernahmeangebot für Newmont abgegeben, welches allerdings scheiterte und deshalb zurückgezogen wurde.

In der vergangenen Woche wurde dann gemeldet, dass die beiden Unternehmen bei der Goldförderung im US-Bundesstaat Nevada in Zukunft kooperieren wollen. Am neuen Gemeinschaftsunternehmen soll Barrick mit 61,5 Prozent und Newmont mit 38,5 Prozent beteiligt sein.

Damit entstünde mit einer jährlichen Goldförderung von über vier Millionen Feinunzen Gold der weltweit größte Minenzusammenschluss. In den nächsten 20 Jahren sollen dadurch Synergiegewinne in Höhe von fünf Milliarden Dollar gehoben werden. Bereits seit Jahrzehnten verfolgten die beiden Unternehmen Pläne für eine solche Zusammenarbeit – mittlerweile wurde Vollzug gemeldet.

Wer in Goldminen investieren möchte, sollte dies in diversifizierter Form tun. Selbst hochkapitalisierte Goldminen bergen nämlich ein relativ hohes Risiko, schließlich übertrifft der CBOE-Goldminen-Volatilitätsindex (VXGDX) mit 23,4 Prozent sein Pendant auf Gold um mehr als das Doppelte. Mit einem ETF auf Goldminenindizes (siehe Tabelle) können Anleger sicher und günstig in die Goldminenbranche einsteigen.

Auswahl an Goldminen-ETFs mit physischer Replikation

Name

ISIN

VanEck Vectors Gold Miners IE 00B QQP 9F8 4
ComStage NYSE Arca Gold BUGS LU 048 831 770 1
iShares Gold Producers IE 00B 6R5 203 6
UBS Solactive Global Pure Gold Miners IE 00B 7KM NP0 7

Allerdings sollten Anleger darauf achten, dass eine physische und keine swap-basierte Replikation des Aktienportfolios erfolgt. Hinter der Swap-Variante verbirgt sich nämlich meist eine Bank und bei einem Investment mit Goldtouch sollte man darauf angesichts unsicherer Finanzmärkte lieber verzichten.

Ausblick für die laufende Woche

In den kommenden Handelstagen dürften vor allem die Sitzungsergebnisse der US-Notenbank Fed (Mittwoch) und der Europäischen Zentralbank (EZB) für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.

Am vergangenen Freitag meldete sich bereits die japanische Notenbank zu Wort und gab tendenziell taubenhafte und pessimistische Töne von sich. Sollte es zu einer weltweiten Rezession kommen, könnte von diesen drei „Währungshütern“ lediglich die Fed nennenswerte Zinssenkungen durchführen.

In Japan und Europa ist man bereits seit Jahren bei null Prozent angelangt. Die Tatsache, dass man hierzulande auf der einen Seite für angespartes Kapital praktisch keine Zinsen erhält und auf der anderen Seite die Kosten für Kredite seit Jahren extrem niedrig sind, sollte jeden Anleger hellhörig machen.

Denkbares Fazit: Als Wertaufbewahrungsmittel gibt Geld angesichts der Schulden- und Geldmengenexplosion derzeit keine gute Figur ab. Obwohl sich Geld und Gold aus orthografischer Sicht lediglich durch einen Buchstaben unterscheiden, liegen in der Kapitalmarkttheorie zwischen beiden Begriffen Welten.

Gold: Trendwechselsignal bei Goldminen?
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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