Stand: 07.12.2017 von Egmond Haidt 4 Kommentare

US-Präsident Donald Trump schickt sich an, die „größte Steuersenkung aller Zeiten“ durch den Kongress zu bringen. Das müsste eigentlich für steigende Zinsen sorgen, tut es aber nicht. Anleger sollten daher nicht nur die US-Zinsen, sondern auch den Dollar im Auge behalten.

Wer sich die jüngste Entwicklung beim Goldpreis anschaut, kann nur auf die Idee kommen, dass der Preis künstlich nach unten manipuliert wird. So waren am Dienstag, 5. Dezember kurz nach 9 Uhr New Yorker Zeit (15 Uhr deutscher Zeit) innerhalb weniger Minuten Gold-Futures im Volumen von 1,5 Mrd. Dollar auf den Markt geworfen worden, woraufhin der Goldpreis auf ein Vier-Monats-Tief eingebrochen ist.

Goldpreisentwicklung 10 Jahre

Wird die US-Steuerreform die Wirtschaft beflügeln?

Fundamentale Gründe für den Kursrückgang bei Gold gibt es allerdings nicht. Nachdem der US-Senat entgegen der Erwartung vieler Investoren seine Version der Steuerreform verabschiedet hat, muss sie nun mit der des Repräsentantenhauses zusammengeführt werden, woraufhin die endgültige Version von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt werden würde.

Die Aussicht, dass durch die Steuerreform die Wirtschaft deutlich angekurbelt wird, hätte eigentlich zu steigenden Zinsen bei zehnjährigen US-Anleihen führen müssen. Stattdessen sind sie aber kräftig im Rückwärtsgang. Weil ein Großteil der Steuersenkungen Amerikanern mit einem Einkommen von 50.000 Dollar und mehr zukommen soll, während die unteren und mittleren Einkommen keinerlei Entlastung bekommen, bezweifeln viele Investoren, dass die Wirtschaft durch die Reform deutlich angekurbelt werden dürfte.

Deswegen greifen die Anleger bei US-Staatsanleihen zu, weshalb die Zinsen für zehnjährige Anleihen unter Druck sind und damit eine Eintrübung der Perspektiven für die US-Wirtschaft signalisieren. Die sinkenden Zinsen stützen den Goldpreis.

Goldpreis ist trotz sinkenden Dollar unter Druck

Bemerkenswerterweise hat der Goldpreis zuletzt selbst von der Dollar-Schwäche nicht profitiert. Obwohl der Dollar-Index, der die Entwicklung des Dollar gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro, Yen, Schweizer Franken und britischem Pfund widerspiegelt, seit Anfang November im Rückwärtsgang ist und damit seit Jahresanfang um 8,7 Prozent gesunken ist, notiert der Goldpreis in der Nähe des Vier-Monats-Tiefs.

Dass der Goldpreis trotz sinkender Zinsen für zehnjährige US-Anleihen und eines schwachen Dollar unter Druck ist, kann man nicht rational erklären. Vielmehr könnte der Goldpreis vor der nächsten Sitzung der US-Notenbank Fed am 13. Dezember unter Druck bleiben. Immerhin ist es für viele Investoren ausgemachte Sache, dass die Fed die Leitzinsen erneut anheben wird.

Anleger sollten die Nachrichten über die Entwicklung der geplanten US-Steuerreform weiter verfolgen. Ich gehe davon aus, dass die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen im Rückwärtsgang bleiben sollten und damit für Druck auf den Dollar sorgen könnten. Ob es in dem Umfeld allerdings zu einer Erholung des Goldpreises kommt, wird davon abhängen, ob es nicht weitere große Verkaufsaufträge gibt.

Gold - Trotz Durchbruchs bei US-Steuerreform sinken die Zinsen
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [4]
  • von Heinrich Ostergard | 08.12.2017, 21:48 Antworten

    Gold wird durch Manipulation in 2018 nähe 1000 fallen,

    • von Heini | 09.12.2017, 04:41 Antworten

      1000 Geld oder 1000 Unzen?

    • von Goldmex | 09.12.2017, 09:38 Antworten

      super!!!

      dann kann ich nochmal so richtig nachkaufen!!!

      das, und nur das, bedeutet ein niedriger kurs!!!

  • von iris Andernach | 09.12.2017, 18:28 Antworten

    Ich werde kaufen was das Zeug hergibt

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