Gold: 4.051,65 € 0,00 %
Silber: 64,99 € 0,00 %
Stand: 13.03.2026 von Florian Grummes
Nach einem starken Auftakt rutschte der Goldpreis im Verlauf dieser Handelswoche zweimal auf rund 5.060 US-Dollar ab. Nun sieht es so aus, als könnten sich die Gold-Notierungen zumindest knapp oberhalb von 5.100 US-Dollar ins Wochenende retten, womit die zähe Seitwärtsbewegung der vergangenen fünf Wochen weiter anhält.
Gold – Trotz Krise geht die Konsolidierung weiter

Am Silbermarkt zeigt sich ein ähnliches Bild. Allerdings hinkt Silber der Entwicklung des Goldpreises weiterhin hinterher und verzeichnete im Wochenverlauf zwischenzeitlich sogar einen Rückgang von über neun Prozent. Überschattet wird das Geschehen an den Edelmetallmärkten jedoch vom weiter eskalierenden Iran‑Krieg, dem kräftig gestiegenen Ölpreis sowie der sich abzeichnenden Energie‑ und Weltwirtschaftskrise.

Anteil Rohölexporte über die Straße von HormusAnteil der Rohölexporte über die Straße von Hormus, vom 11. März 2026. © Giacomo Prandelli

Die Schließung der Straße von Hormus hat bereits eine globale Kaskade ausgelöst und die fragilen Interdependenzen der modernen Wirtschaft offengelegt. Als Engpass für 20 Prozent des weltweiten Öl- und LNG-Handels würde ein Zero-Flow-Szenario ein Defizit von 17,5 Millionen Barrel pro Tag verursachen, das durch begrenzte Pipeline-Umleitungen wie Saudi-Arabiens Petroline nur marginal gemindert wird. Dies hat die Ölpreise am letzten Montag in einer ersten Panikattacke bereits auf 120 US-Dollar getrieben. Unser vor drei Wochen genanntes Kursziel für den Ölpreis wurde damit in Windeseile abgearbeitet!

Zwar gelang es US-Präsident Trump, die Ängste vor anhaltenden Lieferengpässen durch die Blockade der Straße von Hormus zunächst zu dämpfen und die Märkte zu beruhigen. Dies gelang ihm mit fragwürdigen Versprechen sowie der Lockerung der US-Öl-Sanktionen gegen Russland. Doch die Fortsetzung der Kämpfe sowie die Stärke der iranischen Gegenschläge machten im Wochenverlauf immer klarer, dass dieser Konflikt nicht in wenigen Tagen beendet sein wird, sondern weiter eskalieren wird. Kurz vor dem Wochenende notiert der Ölpreis wieder bei rund 100 US-Dollar, was die anhaltende geopolitische Unsicherheit widerspiegelt.

Die Märkte bleiben volatil und nervös. Ölpreise von über 100 US-Dollar pro Barrel, verstärkt durch explodierende Frachtraten und Versicherungsabzüge, markieren den Übergang von Effizienz zu Knappheit. Für die Öl-, Energie- und Finanzmärkte entstehen dadurch stark inflationäre Druckwellen. Diese sollten mittel- bis längerfristig zu einer Aufwertung von Gold und Silber als Absicherung gegen Währungsabwertung und Systemkrisen führen, während Aktien in energieabhängigen bzw. energieintensiven Sektoren kollabieren werden. Steigende Zinsen und ein starker US-Dollar wirken sich wiederum deflationär auf die Gesamtwirtschaft aus.

Kaskadeneffekte auf globale Lieferketten

In dieser frühen Phase der Störung eskaliert der Ausfall maritimer Logistik bereits zu Engpässen in der Chemie- und Bergbauindustrie. Der Verlust des sauren Crude-Öls führt zu einem Schwefeldefizit, das die Schwefelsäureproduktion lähmt und damit Kupfer- sowie Kobalt-Extraktion in Afrika und Chile blockiert. Dies verschärft bestehende Lieferengpässe bei Transformatoren und Schaltanlagen und trifft die Netzinfrastruktur schwer, während die Raffinerien um Alternativen kämpfen.

In der nächsten Phase dürften die Auswirkungen auch auf die Halbleiterindustrie und Rechenzentrenübergreifen. Taiwans Abhängigkeit von LNG führt bereits zu ersten Stromrationierungen und könnte TSMC-Fabriken lahmlegen sowie zu Wafer-Ausfällen führen. An den Kapitalmärkten explodieren die Credit-Spreads, während die Devisenreserven in den Schwellenländern unter Druck geraten. Die angekündigten staatlichen Interventionen, wie der Abbau der strategischen Ölreserven, werden vermutlich nur einen geringen Effekt haben.

Mittelfristig sind soziale Unruhen und geopolitische Umwälzungen wahrscheinlich. Handelsrouten dürften zunehmend militarisiert werden, während der Aufstieg des „Petroyuan” bereits absehbar ist. Zugleich könnten Düngemittelknappheit, steigende Nahrungsmittelpreise und gescheiterte industrielle Substitutionen die Lage verschärfen. In der Folge dürften viele Länder auf Autarkie, Zölle und wirtschaftliche Blöcke setzen, in denen die Ressourcensicherheit wichtiger ist als die Effizienz. Aufgrund der knappen Angebotslage sollten die Ölpreise dauerhaft hoch bleiben.

Gold und Silber wichtiger als je zuvor

Insgesamt könnte die Schließung der Straße von Hormus die globale Ordnung von integriertem Handel hin zu „bewaffneter Knappheit“ verändern.

Für Investoren gewinnen Gold und Silber als Absicherung daher noch mehr an Bedeutung.

Kurz- bis mittelfristig befinden sich die Edelmetalle dennoch in einer Korrektur. Diese könnte in einer Panikphase und einer Liquiditätskrise an den Finanzmärkten vorübergehend auch deutlich niedrigere Gold- und Silberpreise mit sich bringen.

Gold – Schon wieder eine Dreieckskonsolidierung?

Gold in US-Dollar 13.03.26Gold in US-Dollar, Tageschart vom 13. März 2026. © GOLD.DE

Seit dem neuen Allzeithoch bei 5.594 US-Dollar vom 29. Januar befindet sich der Goldpreis in einer Korrektur bzw. Konsolidierung. Das anfangs enorm volatile Preis-Geschehen hat sich in den letzten zehn Tagen insgesamt weiter beruhigt. Trotzdem kann der Goldpreis abhängig von der Nachrichtenlage noch immer aus dem Stand und innerhalb weniger Stunden um 100 bis 200 US-Dollar steigen oder fallen.

Dem Allzeithoch von 5.594 US-Dollar steht ein Korrektur-Tief von 4.402 US-Dollar gegenüber. Zudem gibt es eine Serie höherer Tiefpunkte sowie mit 5.419 US-Dollar einen tieferen Hochpunkt. Damit läuft der Goldpreis einmal mehr in eine Dreieckskonsolidierung hinein. Die Tages-Stochastik steuert die überverkaufte Zone an, während sich die schnell steigende 50-Tage-Linie (4.947 US-Dollar) als wichtige Unterstützung dem aktuellen Preisgeschehen nähert.

Unterm Strich setzt sich der erwartete Tanz um die runde Marke von 5.000 US‑Dollar fort, was dem Goldpreis nach wie vor eine gewisse Stärke attestiert. Im Verlauf der Woche zeigte sich das Edelmetall jedoch zunehmend schwerfällig. Gelingt es den Bullen nicht, die Unterstützung bei rund 5.055 US‑Dollar erneut zu verteidigen, droht ein rascher Rücksetzer in Richtung 4.910 US‑Dollar. Angesichts der angespannten Marktlage halten wir eine defensive Haltung für angebracht – wir sind derzeit konsequent auf „Risk‑Off“ positioniert.

Fazit: Gold – Trotz Krise geht die Konsolidierung weiter

Die Schließung der Straße von Hormus durch den eskalierten Iran-Krieg hat eine globale Kaskade ausgelöst, die den Ölpreis bis auf 120 US-Dollar trieb und die Finanzmärkte in Angst und Schrecken versetzte. Die zwischenzeitlich scharfe Erholung an den Aktienmärkten sowie der tiefe Rücksetzer am Ölmarkt sind für uns nur aus der kurzfristigen Sentiment-Perspektive und dem Put/Call-Ratio nachvollziehbar.

Zu viele Marktteilnehmer hatten sich zu schnell zu stark abgesichert (gehedgt) bzw. auf einen steigenden Ölpreis gewettet. Die zaghaften Entspannungssignale aus dem Iran sowie Trumps Beschwichtigungen sorgten dann für ein Short-Covering und ein Reversal am Ölmarkt. Wir befürchten jedoch, dass der Westen die Tiefe und die bitteren Folgen eines Nahostkriegs weiterhin verleugnet. Wir gehen davon aus, dass der Ölpreis schon bald wieder über 100 US-Dollar liegen und in den kommenden Wochen sogar bis auf 150 US-Dollar steigen wird.

Nicht überraschend zeigen sich die Aktienmärkte zusammen mit den Edelmetallen zum Ende der Handelswoche wieder etwas schwächer. Goldwirkt zunehmend schwerfällig, während der starke Ölpreis erneut die Märkte dominiert! Insgesamt konsolidiert der Goldpreis nach wie vor den fulminanten Anstieg der letzten Monate bzw. der letzten zwei Jahre. Nehmen die Engpässe in der Chemie- und Halbleiterindustrie zu, drohen Düngemittel- und damit Nahrungskrisen. In einem derartigen Umfeld sehen wir die Edelmetallpreise eher seitwärts bzw. leicht schwächer. Industriemetalle sowie Agrarprodukte hingegen dürften erhebliche Preissteigerungen sehen.

Kann der Goldpreis die Unterstützung um 5.055 US-Dollar verteidigen, behalten die Bullen insgesamt die Kontrolle. Unterhalb dieser Marke droht jedoch schnell ein Kursrutsch in Richtung 4.910 US-Dollar und tiefer. Knapp unter 4.350 US-Dollar sitzt auch immer noch eine offene Kurslücke!

Insgesamt bleiben wir auf „Risk-Off“-Kurs und warten die weitere Entwicklung mit einer hohen Liquiditätsposition ab.

Profilbild von Florian Grummes
Stand: 13.03.2026
geschrieben von:
Technischer Analyst, Edelmetallexperte

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