Stand: 13.09.2017 von Egmond Haidt 2 Kommentare

Nachdem der Goldpreis auf ein 13-Monats-Hoch nach oben gestiegen war, hat er etwas korrigiert. Die langfristige Kursentwicklung könnte vor allem von einem Mann abhängen - von Donald Trump.

Leichter Kursrückgang bei der Goldpreisentwicklung: Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Einerseits ist der Hurrikan „Irma“ bei Weitem nicht so stark wie befürchtet, womit die Belastungen für die US-Wirtschaft nicht ganz so schlimm sind wie erwartet.

Andererseits hat Nordkorea zum Jahrestag der Staatsgründung am 9. September keinen Raketentest durchgeführt, weshalb Gold als sicherer Hafen nicht mehr so stark gefragt ist wie zuvor.

In dem Umfeld waren die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen und der Dollar etwas gestiegen, womit der Goldpreis aus zwei Seiten Gegenwind hatte. Trotz des jüngsten Rückgangs ist das 13-Monats-Hoch von 1.357,5 Dollar je Unze aber weiterhin in Reichweite.

Handelsvolumen bei Gold-Futures steigt auf Rekordhoch

Angetrieben wurde der vorherige Kursanstieg von Futures-Markt, also Derivaten auf den Goldpreis. So war das Handelsvolumen für Gold-Futures an der Comex in New York im August auf den Rekord von 6,55 Mio. Kontrakten gestiegen.

Das entsprach einem Wert von fast 900 Mrd. Dollar. Damit war das Handelsvolumen gemessen an der Anzahl der Kontrakte deutlich höher als beim Rekordhoch des Goldpreises am 23. August 2011 von 1.913,50 Dollar je Unze, als Investoren aus Sorge wegen der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone in Gold geflüchtet waren, und höher als beim Wahlsieg von Donald Trump am 8. November 2016.

Das riesige Handelsvolumen kann man von zwei Seiten betrachten: Einerseits kam es die letzten Male nach ähnlich hohen Niveaus zu einem deutlichen Kursrückgang beim Goldpreis.

Andererseits  kann man argumentieren, dass das Handelsvolumen in Dollar gerechnet deutlich unter dem von August 2011 liegt, weshalb die Notierung des Edelmetalls nach einer kurzen Korrektur wieder nach oben drehen könnte.

Perspektiven für US-Wirtschaft bleiben trüb

Immerhin hat sich an den fundamentalen Gründen, die für Gold sprechen, kaum etwas geändert. So kann Nordkorea jederzeit einen neuen Raketentest starten als Antwort auf die drohenden neuen UN-Sanktionen, auf die die USA drängen.

Bei einer erneuten Eskalation der Nordkorea-Krise könnte Gold als sicherer Hafen schnell wieder gefragt sein. Ein weiterer Faktor, der für Rückenwind beim Goldpreis sorgt, ist die schwache US-Wirtschaft.

Obwohl die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt etwas gestiegen sind, liegen sie mit rund 2,1 Prozent in der Nähe des tiefsten Niveaus seit Anfang November 2016 und zeigen damit die Eintrübung der Perspektiven für die US-Wirtschaft unmissverständlich an.

Entgegen den andauernden Beteuerungen von Fed-Chefin Janet Yellen ist am Markt für Fed Funds-Futures, also Futures auf die US-Leitzinsen, die nächste Zinserhöhung erst für Mitte 2018 eingepreist.

Niedrige Zinsen und ein sinkender Dollar sprechen für steigende Goldpreise. Allerdings könnten Investoren in den nächsten Monaten schwache US-Konjunkturdaten ignorieren, weil sie durch die Hurrikans „Harvey“ und „Irma“ verzerrt sind. In dem Umfeld könnte sich der Goldpreis schwer tun, weiter deutlich zu steigen.

Trump will Schuldenobergrenze abschaffen

Staatsverschuldung USA von 1939 - 2015

Mittel- und langfristig dürfte der Goldpreis allerdings vor allem von einem abhängen: von Donald Trump. Da die Staatsschulden der USA um rund 900 Mrd. Dollar pro Jahr steigen - das sind herbe 4,7 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung - muss die Schuldenobergrenze regelmäßig erhöht werden. So müsste sie bis Ende 2018 auf horrende 21,5 Billionen Dollar angehoben werden, gegenüber 20 Billionen bislang.

Zuletzt hat Trump eine „Lösung“ für das Problem vorgeschlagen und damit für erhebliches Aufsehen gesorgt. Man solle die Schuldenobergrenze abschaffen.

Was das bedeutet sollte jedem normal Denkenden klar sein: Die Schulden werden noch viel stärker steigen als bislang ohnehin schon.

Damit würde sich allerdings der Abwärtstrend beim Dollar beschleunigen. So ist der Dollar-Index, der die Entwicklung des Dollar gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro und Yen, widerspiegelt, mit 91,7 Punkten auf das niedrigste Niveau seit Januar 2015 abgerutscht.

Ein auf lange Sicht sinkender Dollar spricht für höhere Goldpreise.

Gold - Trump will die US-Schuldenobergrenze abschaffen
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [2]
  • von Max | 13.09.2017, 19:18 Antworten

    Momentan sinkt doch der Goldpreis in Euro bei sinkenden Dollarkursen?

  • von unkompliziert1 | 17.09.2017, 17:34 Antworten

    Ein Demokratischer Recht-$taat ist kategorisch auf die Finanzierung durch Steuern angewiesen. Finanziert er sich zunehmend aus der Notenpresse, so gerät das Wachstum der Geldmenge und der produzierten Waren ins Ungleichgewicht... d.h. es entsteht Kaufkraft-Verlust. Und das ist nichts Andres als eine heimliche Steuer zu Gunsten der Wettbewerbsfähigkeit... nur eben ohne Gesetze.
    Dabei wird alles schlechter... das berechtigt die monetäre Obrigkeit auch schlechter zu werden... und einen Kanzler-Kandidaten zur sozial „gerechten“ Schulden-Union !! ?
    -meerettich-

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