| GOLD | 5.000,34 $/oz | 4.214,98 €/oz | 135,51 €/g | 135.515 €/kg |
| SILBER | 76,26 $/oz | 64,28 €/oz | 2,07 €/g | 2.066,65 €/kg |
Silber übertrifft diese Eskalation noch und erzielt heute morgen ein neues Allzeithoch bei 120,47 US-Dollar. Damit hat sich der Preis für eine Feinunze Silber in vier Wochen um fast 65 % verteuert!
Diese atemberaubende Aufwärtsbewegung ist allerdings kein Zufall, sondern das Symptom starker Marktdynamiken. Entgegen der weitverbreiteten Erzählung erleben wir derzeit keine echte „Entdollarisierung“, sondern einen umfassenden und weltweiten Vertrauensverlust in Fiat-Währungen und Staatsanleihen der entwickelten Volkswirtschaften.
Dabei wenden sich Zentralbanken und institutionelle Investoren zunehmend Gold zu, da die Glaubwürdigkeit der Fiskal- und Geldpolitik in den USA, Europa, Japan und Großbritannien erodiert. Die Gründe dafür sind rekordhohe Schulden, stagnierendes Wachstum, eine inflationäre Geldpolitik und politisch motivierte Eingriffe, die das Vertrauen in die Solvenz westlicher Staaten untergraben.
Dennoch bleibt der US-Dollar mangels liquider und vertrauenswürdiger Alternativen die dominierende Fiat-Währung im Welthandel sowie bei den Reserven und Zahlungen. Der wahre Trend ist daher keine Verschiebung hin zu einer anderen Währung, sondern eine „De-Fiatisierung“: ein struktureller Wechsel von verschuldeten Papierwährungen hin zu dem realen, gegenparteifreien Wert Gold. Gold hat sich seit Jahrtausenden und nun erneut als ultimatives Reserve Asset etabliert.
Silber in US-Dollar seit 1790, vom 26. Januar 2026.
Befeuert durch den seit zwei Jahren immer stärker werdenden Goldpreisanstieg zeigt sich nun am engen Silbermarkt eine dramatische physische Knappheit. Während Spekulanten noch mit dem Kopfschütteln zurückbleiben, deuten starke physische Abflüsse aus den COMEX- und LBMA-Tresoren sowie extreme Backwardation darauf hin, dass eine reale Knappheit der primäre Treiber für den steilen Silberpreisanstieg ist.
Silber-Lagebestände an der COMEX, vom 28. Januar 2026. ©Inproved
Dabei beschleunigten sich die Abflüsse aus den COMEX-Lagern zuletzt dramatisch, auch weil der Märztraditionell ein wichtiger Liefermonat ist. Allein am Dienstag wurden 3,5 Millionen Unzen Silber, rund 109 Tonnen, aus den Tresoren bewegt.
In nur 17 Tagen summiert sich das Minus auf etwa 38 Millionen Unzen (über 1.180 Tonnen). Diese Bestandsverluste setzen die globale Lieferkette unter Druck und verengen die Spanne zwischen physischem und Papiermarkt rapide.

Shanghai-Aufschläge, vom 27. bzw. 28. Januar 2026. ©Inproved, Bloomberg, Saxo
Parallel dazu zeigt sich eine deutliche Störung im Preisgefüge. Die sogenannten „Shanghai Premiums“, also die Differenz zwischen dem Silberpreis in China und in London, erreichen seit Monaten immer neue Rekordhöhen.
Einschließlich der Mehrwertsteuer lag der Preis in Shanghai bis zu 16,50 US-Dollar pro Unze über dem Londoner Spotpreis. Nach Bereinigung der chinesischen Mehrwertsteuer von 13 Prozent ergibt sich zwar ein geringerer Aufschlag von rund fünf Prozent, doch bleibt die Botschaft deutlich: Physisches Silber wird zunehmend knapp und teurer, wobei der Preis jetzt in China und Asien gemacht wird.
Die Marktstruktur selbst signalisiert Alarm. Normalerweise befinden sich Rohstoffmärkte im Contango: Zukünftige Lieferungen sind aufgrund eingepreister Lager- und Versicherungskosten etwas teurer. Doch Silber handelt seit Wochen in extremer Backwardation: Terminkontrakte sind günstiger als Sofortlieferungen. Das bedeutet, dass Käufer bereit sind, einen Aufpreis zu zahlen, um Silber sofort zu erhalten. Dies ist ein klares Zeichen physischer Knappheit – ein Markt, der buchstäblich darum bittet, beliefert zu werden.
Diese Knappheit ist nicht spekulativ, sondern strukturell getrieben. Industrielle Großabnehmer wie Halbleiter- und Batterie-Konzerne sichern sich zunehmend physische Bestände, um Produktionsrisiken zu vermeiden. Die rapide wachsende Nachfrage aus der E-Mobilität und der KI-Branche (Stichwort Datencenter) trifft auf schrumpfende Bestände in London und New York. Mit sinkenden COMEX- und LBMA-Reserven haben die verfügbaren Mengen den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht.
Das Ergebnis ist ein immer stärkerer Bruch zwischen „Papierpreis“ und realem Metall. Wenn die Leasing-Renditen für Silber höher liegen als die Zinsen für Bargeld, ist das kein Zeichen einer Blase, sondern ein Symptom realer Knappheit.
Während der kurzfristige Preis bereits Richtung 120 US-Dollar pro Unze tendiert, deutet alles auf eine neue Marktordnung hin: Der Besitz von physischem Silber wird wieder zum Maßstab des wahren Werts – und Papier-Kontrakte verlieren zusehends ihre Glaubwürdigkeit.
Silber in US-Dollar, Tageschart vom 29. Januar 2026. ©GOLD.DE
Nach wie vor kennt der Silberpreis seit dem historischen Ausbruch über 50 USD im letzten Oktober kein Halten. Im Gegenteil, die steile Rallye verschärft sich fast täglich. Unser erstes Kursziel bei 100 US-Dollar wurde am letzten Freitag einfach überrannt. Im Anschluss kam es am Montag zu einem Spike bis auf 117,75 US-Dollar, von wo aus ein scharfer, aber kurzlebiger Rücksetzer bis auf 101,92 US-Dollar (-15,81 % innerhalb von viereinhalb Stunden) folgte.
Nach der gestrigen FOMC-Sitzung legten die Edelmetallpreise weiter deutlich zu. Dabei hatte der Goldpreis schon seit Montag wieder die Führung übernommen und haussierte seit dem gestrigen Zinsentscheid in der Spitze um über 330 US-Dollar erneut stark. Gleichzeitig konnte der Silberpreis aus der kleinen Konsolidierung der letzten zwei Tage nach oben ausbrechen und bis auf ein neues Allzeithoch bei 121,64 US-Dollar haussieren.
Natürlich ist die technische Lage auf allen Zeiteinheiten dramatisch überkauft. Scharfe Rücksetzer sind daher jederzeit möglich und gehören jetzt zum täglichen Kursgeschehen dazu.
Allerdings verharrt die Tages-Stochastik weiter im eingebetteten super bullischen Zustand, sodass trotz extremer Volatilität unterm Strich vorerst höhere Silberkurse zu erwarten sind. Erst unterhalb von 103 US-Dollar würden wir momentan von einem Top ausgehen und eine größere Korrektur antizipieren.
Angesichts der unglaublichen Stärke und brachialen Kraft bleiben wir also vorerst weiter bullisch und vermuten, dass der Silberpreis nun einen Durchmarsch in Richtung 125 und womöglich 150 US-Dollar anpeilen wird.
Die Edelmetalle erleben seit Jahresbeginn eine hochexplosive Rallye, welche den Goldpreis bis auf 5.600 US-Dollar (+29 %) und den Silberpreis bis auf 120,47 US-Dollar (+65 %) führte. Dem globalen Vertrauensverlust in die Fiat-Währungen in die Staatsanleihen westlicher Volkswirtschaften steht eine strukturelle Knappheit am Silbermarkt gegenüber, die für diese historische Rallye sorgt.
Massive Abflüsse aus den COMEX- und LBMA-Lagern (über 1.180 Tonnen in 17 Tagen), eine extreme Backwardation, rekordhohe Shanghai-Premiums sowie die steigende industrielle Nachfrage spalten zudem den Papierpreis vom realen Preis für das physische Metall.
Trotz stark überkaufter Markt-Technik und enorm hoher Volatilität liegen die nächsten bullischen Kursziele bei 125 und 150 US-Dollar!