Stand: 07.08.2018 von Jörg Bernhard 2 Kommentare

So langsam scheint in den USA das geringe Interesse an American Eagles Goldmünzen eine Bodenbildung zu vollziehen. Im Juli meldete die US Mint mit 35.000 Feinunzen Gold den zweitbesten Monat in diesem Jahr.

Umsätze an American Eagles ziehen im Juli an

Der Juli erwies sich für die beiden Edelmetalle Gold und Silber mit Blick auf die Performance als ausgesprochen negativ. Die Sommermonate gelten zwar traditionell als wenig ergiebig, mit minus 2,6 Prozent (Gold) bzw. minus 3,7 Prozent (Silber) wurden sie im Juli dieser Gesetzmäßigkeit einmal mehr gerecht.

Steigende US-Renditen und der starke Dollar wurden als Hauptgrund für diese Negativtendenz ausgemacht. Weil beide ihren Besitzern weder Zinsen noch Dividenden bieten, litten sie unter den gestiegenen Opportunitätskosten (Zinsverzicht) besonders stark.

Auch das sommerliche Hoch an den Aktienmärkten hat den Bedarf an Krisenschutz eher gebremst als gefördert. Obwohl in den USA die Sorglosigkeit und das Vertrauen in die Wirtschaft und in die US-Notenbank Fed offensichtlich besonders stark ausgeprägt ist, haben die Juli-Verkaufszahlen der nationalen Prägeanstalt United States Mint (US Mint) eindeutig positiv überrascht.

So wurden im Juli erheblich mehr American Eagles ausgeliefert als in den Monaten zuvor. Bei der Golden Eagle beliefen sich die Verkäufe auf insgesamt 59.500 Münzen mit einem Gewicht von insgesamt 35.000 Feinunzen (siehe Tabelle).

Verkäufe von American-Eagles-Goldmünzen

Monat Feinunzen Anzahl Münzen
Jan. 2018 58.500 158.000
Feb. 2018 5.500 10.000
März-18 3.500 12.500
Apr. 2018 4.500 9.000
Mai 2018 24.000 46.500
Juni 2018 24.500 41.500
Juli 2018 35.000 59.500
Gesamt bisher 155.500 337.000
Quelle: US Mint

Nur zur Erinnerung:

Im März belief sich diese Zahl auf lediglich 3.500 Feinunzen, was dem niedrigsten Wert seit Juni 2007 entsprach. Wie sehr die Münznachfrage gelitten hat, zeigt ein Vergleich mit den Boomjahren 2009 und 2010. Damals verließen in den Spitzenmonaten mehr als eine 150.000 Feinunzen Gold in Form von American Eagles die US Mint.

Umsatzschwäche als Kontraindikator nutzen

Trotz des jüngsten Lichtblicks droht 2018 aber ein ausgesprochen umsatzarmes Jahr zu werden. In den ersten sieben Monaten wurden bislang lediglich 155.500 Feinunzen ausgeliefert, was einem durchschnittlichen Monatsabsatz von 22.214 Feinunzen entspricht. Selbst im vergangenen Jahr belief sich der Durchschnittswert auf immerhin mehr als 25.000 Feinunzen.

Deutlich höher fällt die Diskrepanz gegenüber dem Jahr 2009 aus. Damals lieferte die US Mint den Rekordwert von 1,435 Millionen Feinunzen, also pro Monat durchschnittlich fast 120.000 Feinunzen aus.

Die geringen Absatzzahlen der US Mint gingen einher mit einer massiven Verkaufswelle an den Terminmärkten. Beides hat das Marktsentiment und die Charttechnik bei Gold zweifellos erheblich belastet. Wenngleich das Prognostizieren von Wendepunkten ein schwieriges Unterfangen ist, sollten vor allem Anleger mit langfristigem Anlagehorizont das gegenwärtige Preisniveau als Chance interpretieren und den massiven Ausverkauf als Kontraindikator nutzen.

Denn folgende Aspekte sollten Investoren stets im Hinterkopf behalten: Gold ist noch nie wertlos geworden und eine Goldmünze oder ein Goldbarren unterliegt keinem Zahlungsversprechen eines Dritten. Welche Anlageklasse kann mit diesen Argumenten überzeugen? Auf Anhieb fällt einem da lediglich „Betongold“ (Immobilien) ein.

Ausblick für die laufende Woche

So langsam aber sicher kommt die Inflation weltweit in Schwung. Darüber wundern sollte man sich aber nicht, schließlich haben sich in den vergangenen zwölf Monaten vor allem die Energiepreise (Brent: +41 Prozent und WTI: +36 Prozent) heftig verteuert und die um sich greifenden Strafzölle in Nordamerika, Europa und China dürften diese Entwicklung weiter verstärken.

Selbst in der Eurozone fiel die in der vergangenen Woche gemeldete Juli-Inflation mit 2,1 Prozent etwas höher als erwartet aus. Damit wäre der seit Jahren von der Europäischen Zentralbank propagierte Zielwert erst einmal erreicht und kann somit nicht mehr als Rechtfertigung für die ultralockere Geldpolitik herhalten. Nun darf man gespannt sein, wie sich der angekündigte Liquiditätsentzug auf die verschiedenen Anlageklassen auswirken wird.

Zur Erinnerung:

Ab September halbieren sich die monatlichen Anleihekäufe der EZB auf 15 Milliarden Euro, um Ende Dezember komplett eingestellt zu werden. Aktuelle Inflationsdaten aus China und den USA stehen übrigens am Donnerstag und Freitag auf der Agenda. Dann erfahren die Finanzmarktakteure, wie sich die chinesischen Konsumenten- bzw. Produzentenpreise sowie ihre Pendants aus den USA entwickelt haben.

Jenseits des Atlantiks wird laut einer vom Wall Street Journal veröffentlichten Umfrage unter Analysten eine Teuerungsrate in Höhe von 2,9 Prozent prognostiziert. Obwohl der Goldpreis in diesem Jahr stark gelitten hat, dürfte das gelbe Edelmetall seinen Ruf als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz nicht so schnell verlieren.

Gold - US Mint mit Absatzplus
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [2]
  • von goldjunge | 07.08.2018, 10:46 Antworten

    na dann mal los und gold kaufen ... günstiger geht kaum noch ... bei der nächsten rezession wird es steil nach oben gehen ...

    • von Wolga66 | 09.08.2018, 22:13 Antworten

      Träum mal schön weiter.

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