Stand: 14.07.2018 von Egmond Haidt 5 Kommentare

Die Eskalation des Handelskriegs sorgt für zunehmenden Druck auf den DAX und beginnt auch den S&P500 allmählich zu belasten. Bemerkenswerterweise profitiert der Goldpreis nicht davon, sondern ist vielmehr auf Elf-Monats-Tiefs gesunken.

Den Investoren am Aktienmarkt wird es plötzlich etwas mulmig: Ihnen dämmert es, dass US-Präsident Donald Trump den Handelskrieg mit China immer weiter anheizen dürfte, womit sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft zusehends eintrüben. Wenn die zwei größten Volkswirtschaften der Welt miteinander im Clinch liegen, kann das nicht gut sein für die Weltwirtschaft.

Das signalisiert der Kupferpreis unmissverständlich, er ist in die Nähe des 52-Wochen-Tiefs eingebrochen. Als er Anfang Juni in der Nähe der Mehr-Jahres-Hochs gelegen war, haben viele „Experten“ in den Massenmedien behauptet, das würde auf die Stärke der Konjunktur in China und damit der Weltwirtschaft hindeuten.

Nun da der Kupferpreis am 52-Wochen-Tief notiert, hört man nichts mehr von ihm. Vielleicht sind die Perspektiven für die Weltwirtschaft doch nicht so rosig wie manch einer behauptet, oder?

Das spiegelt der DAX klar wieder. Er hat sich zwar von dem jüngsten Rückschlag ein wenig erholt. Dennoch notiert er nach der Berg- und Talfahrt der vergangenen Quartale auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. Sollte der Handelskrieg weiter eskalieren – wovon ich ausgehe – dürfte sich die Korrektur beim DAX deutlich ausweiten.

Steigender Dollar drückt den Goldpreis nach unten

Die Sorge vor den Folgen des Handelskrieges hat zuletzt auch den S&P500 etwas belastet. Allerdings hat der Goldpreis davon nicht profitiert – eine mehr als bemerkenswerte Entwicklung. Investoren gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft einen Handelskrieg besser wegstecken könnte als exportabhängige Volkswirtschaften, wie China oder Deutschland, und flüchten in den Dollar.

Daher ist er kräftig auf dem Weg nach oben. Gegenüber Mitte April ist der Dollar um 6,0 Prozent gegenüber dem Euro gestiegen – eine enorme Bewegung. Im Gegenzug ist der Goldpreis auf Elf-Monats-Tiefs abgerutscht. Wenn der Handelskrieg weiter eskalieren sollte, könnte das den Dollar weiter nach oben treiben, was für anhaltenden Druck auf den Goldpreis sorgen könnte.

Wie es mit der Notierung des Edelmetalls weitergehen könnte, kann allerdings niemand vorhersagen. Daher bleibt einem wenig anderes übrig, als auf die Entwicklung in der Euro-Zone zu schauen und sich zu fragen, ob man sich mit Gold gegen mögliche weitere Turbulenzen beim DAX und einen möglicherweise weiteren Rückgang des Euro absichern sollte.

Dass sich durch den Handelskrieg die Perspektiven für die Wirtschaft der Euro-Zone deutlich eintrüben, sollte jedermann klar sein. Zuletzt hat die EU-Kommission die Prognose für das Wirtschaftswachstum für 2018 von 2,3 Prozent auf 2,1 Prozent gesenkt. Ich fürchte das wird längst nicht die letzte Reduktion für dieses Jahr sein.

Italien hält an kräftigem Schuldenanstieg fest

Gleichzeitig schwelt das Thema Italien weiterhin.

„Italien muss sich auf den Austritt anderer Länder aus dem Euro vorbereiten“,

sagte der italienische EU-Minister Paolo Savona zuletzt. Wenn allerdings ein Land mit dem Austritt aus dem Euro spielt, dann ist es Italien selbst. Trotz horrender Staatsschulden von 2,3 Billionen Euro will die neue Regierung massiv neue Schulden machen.

Das gefällt selbst EZB-Chef Mario Draghi, der die Schuldensause Italiens in den vergangenen Jahren erst möglich gemacht hat, nicht besonders gut.

„Länder mit hoher Verschuldung müssen nachhaltige Finanzpolitik betreiben“,

sagte Draghi zuletzt, ohne die italienische Regierung direkt zu erwähnen. Sein Wunsch dürfte allerdings nicht erhört werden.

Goldpreis weiter auf Talfahrt
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [5]
  • von Heinz Ostermann | 16.07.2018, 11:10 Antworten

    Bei Gold zeigt sich für 36 Monate eine dauerhafte Kellerbildung bei 1200$

    • von Wolga66 | 16.07.2018, 21:45 Antworten

      Im Kaffeesatz oder in der Glaskugel gelesen?
      Oder einfach nur nachgeplappert?

  • von Paul | 15.07.2018, 14:00 Antworten

    If the dollar goes significantly up, perhaps 20-25%, the Trump tariffs have lost their value.

  • von Hans Goldhändchen | 14.07.2018, 09:18 Antworten

    Das Projekt Vereinigte Staaten von Europa ist gescheitert!
    Die Nationen wollen wieder zu ihren stabileren Systemen zurück. Dies sowohl in wirtschaftlicher, als auch in politischer Hinsicht. Die Politik tut alles notwendige, um das nationale Zusammengehörigkeitsgefühl wieder zu stärken (mit Strömen von kulturfremden und kriminellen Menschen) nach Europa. Deshalb auch der so schnelle Aufstieg der Nationalkonservativen Parteien in der EU.
    Da dies zwangsläufig die EU mit samt dem Euro ad acta legen wird, sollte jeder überlegen ob er nicht doch in physisches Gold investiert, bis die nationalen Währungen wieder stehen und stabil genug sind.
    Da der Goldpreis seit längerem wieder so tief ist, bietet es sich sehr an, jetzt noch zuzuschlagen bevor er wieder steigt.

    • von Henning | 14.07.2018, 10:21 Antworten

      So ist es!

      Allein die Flutung mit derart fremder Kultur und die ständige Hofierung derer wird zum Zerfall dieses Lügenkonstruktes führen!

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