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Stand: 15.09.2021 von Jörg Bernhard
Umweltschützer stellen der Goldbranche mit Blick auf den Klimawandel häufig kein gutes Zeugnis aus. Die 33 Mitglieder des World Gold Council (WGC) haben die Notwendigkeit eines umweltverträglichen Goldabbaus erkannt und sich zur sogenannten TCFD-Berichterstattung verpflichtet.
Gold: WGC mit Statement zum Klimawandel

Goldabbau wegen Klimawandel in der Kritik

Meldungen über das Abholzen von Regenwäldern, um Goldabbau zu betreiben sowie der unsachgemäße Einsatz von hochgiftigem Quecksilber beim „Auswaschen“ goldhaltiger Erze und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen haben dem Image der Goldminenbranche  in der Vergangenheit stark geschadet.

Weil der Goldabbau zudem enorme Mengen an Energie benötigt, führte dies zu einer weiteren Verschlechterung der CO2-Bilanz von Goldminenunternehmen. Wie in jeder Branche bringen aber vor allem „schwarze Schafe“ den Rest der Branche in Verruf.

Bei großen Goldminen-Konzerne drängen mittlerweile deren Anteilseigner auf das Einhalten von ESG-Kriterien.

Die drei Buchstaben stehen bekanntlich für Environmental (Umwelt), Social (Gesellschaft) und Governance (Unternehmensverantwortung). Unternehmen, die diese Kriterien nicht beachten, werden unter Investoren häufig mit Nichtachtung bestraft, was deren Finanzierung erschwert.

Am vergangenen Freitag meldete das World Gold Council, dass dessen 33 Mitglieder (siehe Tabelle) nach den Vorgaben der TCFD (Taskforce for Climate-related Financial Disclosures) berichten werden.

Die 33 Mitglieder des World Gold Council
Agnico-Eagle Mines Endeavour Mining Corporation Pretivm
Alamos Gold Equinox Gold Resolute
AngloGold Ashanti Franco-Nevada Corporation Royal Gold
Aura Golden Star Resources Sandstorm Gold Royalties
Barrick Hummingbird Resources Shandong Gold Group
Compania de Minas Buenaventura IAMGOLD Shandong Zhaojin Group
B2Gold Kinross Gold Sibanye-Stillwater
Calibre Mining Kirkland Lake Gold Torex Gold Resources
Centerra Newcres Wheaton Precious Metals
China National Gold Corporation Newmont Yamana Gold
Eldorado Gold OceanaGold Zijin Mining Group
Quelle: World Gold Council (gold.org)

Diese Richtlinien gelten als international anerkannte Methode, klimarelevante Aspekte in die Unternehmenspolitik- und -strategie einzubinden. Damit unterstreichen die WGC-Mitglieder, dass sie sich der Probleme des Klimawandels durchaus bewusst sind und diese bei ihrem Handeln gebührend berücksichtigen wollen.

Dies stellt nicht den ersten Schritt in Richtung eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Ressourcen der Natur dar, schließlich hat der WGC seinen Mitgliedern bereits vor zwei Jahren eigene Richtlinien zur Geschäftspolitik von Goldminenunternehmen empfohlen – auch zur Umweltproblematik.

In den Responsible Gold Mining Principles (RGMP) sind insgesamt zehn Prinzipien bezüglich wichtiger ESG-Kriterien aufgeführt.

Nutzen und Nebenwirkungen abwägen

Anleger, die einen Goldkauf erwägen und bezüglich Klimawandel bzw. ESG Bedenken haben, sollten den Nutzen von Gold etwaigen Nebenwirkungen gegenüberstellen und bedenken, dass angesehene Gold-Scheideanstalten wie

  • Heimerle + Meule

  • Argor Heraeus

  • C. Hafner

  • oder AGOSI (Umicore)

bei der Produktion von Goldbarren stark auf Nachhaltigkeit achten.

Besonders interessant: Die Schweizer Valcambi vermarktet unter dem Label „Green Gold“ Barren in den Gewichtseinheiten von einem bis 1.000 Gramm und garantiert bei der Förderung, beim Transport, bei der Raffination und beim Handel durchgehend streng auf Nachhaltigkeit und der Einhaltung aller Gesetze zu achten und diese Vorgaben auch zu kontrollieren und zertifizieren.

Und eines sollte man bei aller Kritik an Goldminen stets im Hinterkopf behalten: Beim Abbau von Metallen im Allgemeinen sowie bei der Förderung von Metallen wie Kobalt, Lithium etc. im Besonderen, die vor allem für umweltfreundliche Elektroautos benötigt werden, entstehen ebenfalls erhebliche Umweltschäden.

Ausblick für die laufende Woche

Das weltweit zu beobachtende Anziehen der Inflation bleibt an den Finanzmärkten weiterhin ein heiß diskutiertes Thema, wenngleich der traditionelle Inflationsschutz Gold in den vergangenen Monaten davon kaum profitiert hat.

Am Dienstagnachmittag stehen aktuelle Augustzahlen zur US-Inflation zur Bekanntgabe an. In der weltweit größten Volkswirtschaft der Welt soll sich die Geldentwertung laut einer von Trading Economics veröffentlichten Analystenumfrage von 5,4 auf 5,3 Prozent p.a. einen Tick verlangsamt haben. Bei der Kerninflation wird mit einem Rückgang von 4,3 auf 4,2 Prozent p.a. gerechnet.

Diesen Verlust an Kaufkraft können US-Bürger mit US-Staatsanleihen nicht kompensieren – selbst bei Laufzeiten von 30 Jahren, die aktuell eine jährliche Rendite von 1,92 Prozent bieten.

Dass sich Gold auf lange Sicht als Inflationsschutz bewährt hat, beweist folgender Preisvergleich.

Vor etwas mehr als 50 Jahren wurde der Goldstandard von US-Präsident Nixon aufgekündigt. Seither hat sich der Goldpreis von 35 auf 1.800 Dollar, also um den Faktor 51 verteuert.

Da die Menge an Dollars in den vergangenen Jahren (krisenbedingt) deutlich dynamischer angestiegen ist als das weltweite Angebot an physischem Gold, sollte das gelbe Edelmetall als altbewährter Krisenschutz weiterhin genutzt werden.

Autor: Jörg Bernhard
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von WeisNix | 16.09.2021, 18:31 Antworten

Hallo Ihr Lieben, im Jahr 2020 sagte ich zu meiner Frau, wenn das im Aktienmarkt so weitergeht ist der erste Posten der Immobilienmarkt der nicht mehr mithalten kann und abstürzt. Wer in Immos. drin ist, geht da RAUS und das so schnell es geht. Flüchtet. Gold hingegen wird sehr bald sehr goldige Zeiten erleben. Ich sage nur Evergrande, informiert Euch bitte.

von nap in Peace | 16.09.2021, 17:08 Antworten

Ich hau mich jetzt aufs Ohr und wenn ich wieder aufwache ist Gold auf 10000 und Corona vorbei...

von Klaus | 16.09.2021, 12:12 Antworten

Das beim Abbau von Gold nun auch die ESG-Richtlinien stärker beachtet werden, finde ich gut.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"