Stand: 06.11.2018 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Am 1. November veröffentlichte der World Gold Council aktuelle Zahlen zur globalen Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Gold im dritten Quartal. Diese waren von Licht und Schatten gekennzeichnet.

Globale Goldnachfrage legt leicht zu

Für die Monate Juli, August und September meldete der World Gold Council (WGC) einen leichten Zuwachs der globalen Goldnachfrage. Gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode war ein marginales Plus von 0,6 Prozent auf 964,3 Tonnen registriert worden (siehe Tabelle). Auf der einen Seite gab es massive ETF-Abflüsse zu beobachten. Auf der anderen Seite war im Bereich Goldbarren & Gpldmünzen sowie im Notenbanksektor erhebliches Interesse registriert worden.

Während im dritten Quartal 2017 bei physisch besicherten Gold-ETFs Zuflüsse in Höhe von 13,2 Tonnen registriert wurden, gab es in Q3 2018 Abflüsse in Höhe von 103,2 Tonnen zu beklagen. Dies stellte das erste Minus seit dem vierten Quartal 2016 dar. Ausgesprochen erfreulich entwickelte sich hingegen die globale Münz- und Barrennachfrage, wo gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 233,0 auf 298,1 Tonnen (+28 Prozent) zu beobachten war. Während in Indien ein Nachfrageplus von 31,0 auf 34,4 Tonnen verbucht wurde, kletterte in China die Nachfrage von 69,3 auf 86,5 Tonnen.

Gold: Angebot und Nachfrage im dritten Quartal 2018

Q3 2017 Q3 2018 Diff. Vorjahr
globales Angebot:
Minenangebot 859,1 t 875,3 t 1,9 %
Hedging (Preissicherung) 8,3 t -20,0 t -
Recycling 318,3 t 306,3 t -3,8 %
insgesamt: 1185,7 t 1161,5 t -2,0 %
globale Nachfrage:
Schmuckbranche 505,8 t 535,7 t 5,9 %
Technologie 84,3 t 85,3 t 1,2 %
Notenbanken 121,8 t 148,4 t 21,8 %
Investment 246,2 t 194,9 t -20,8 %
davon:
Barren & Münzen 233,0 t 298,1 t 27,9 %
ETFs und ähnliche Produkte 13,2 t -103,2 t -
Quelle: World Gold Council Stand 05.11.2018

Und selbst die Notenbanken verspürten einen starken Goldappetit. Deren Nettokäufe haben sich nämlich gegenüber dem Vorjahresquartal von 121,8 auf 148,4 Tonnen (+22 Prozent) erhöht. Moderate Nachfragezuwächse verzeichnete das mengenmäßig bedeutendste Marktsegment:

  • Der Schmucksektor. Hier war weltweit ein Anstieg von 505,8 auf 535,7 Tonnen (+6 Prozent) zu beobachten, wobei in den beiden goldhungrigsten Ländern China und Indien überdurchschnittliche Wachstumsraten von jeweils 10 Prozent gemeldet wurden.

  • Das geringste Nachfrageplus gab es im Segment Technologie zu vermelden, wo lediglich ein Zuwachs von 84,3 auf 85,3 Tonnen zu Buche schlug.

Rote Vorzeichen auf der Angebotsseite

Mit dem globalen Goldangebot ging es per Saldo von 1.185,7 auf 1.161,5 Tonnen (-2 Prozent) bergab. Und dies, obwohl in der Minenproduktion ein Zuwachs von 859,1 auf 875,3 Tonnen (+2 Prozent) registriert worden war. Damit wurde ein Rekordwert erzielt und der bei 809,8 Tonnen verlaufende Fünfjahresdurchschnitt deutlich übertroffen. Einige bedeutende Förderländer wie zum Beispiel China (-6 Prozent p.a.), Südafrika (-10 Prozent p.a.), Indonesien (-13 Prozent p.a.) und Peru (-17 Prozent p.a.) mussten deutliche Einbußen hinnehmen, die vom Rest der Welt aber mehr als kompensiert wurden.

Außerdem entwickelte sich das Recycling von Altgold ziemlich negativ und verbuchte einen Mengenrückgang von 318,3 auf 306,3 Tonnen (-4 Prozent). Besonders stark wirkte sich aber auch das signifikante Auflösen von Absicherungstransaktionen aus. Dadurch reduzierte sich das globale Goldangebot um 20 Tonnen.

Ausblick für die laufende Woche

Ausblick für die laufende Woche

Nach sechs Verlustmonaten in Folge verteuerte sich der Goldpreis im Oktober um mehr als zwei Prozent. An dem grundsätzlichen Negativtrend hat sich dadurch aber wenig geändert, schließlich gab es in den vergangenen 17 Monaten lediglich drei Monate mit positiven Vorzeichen zu vermelden. Stimmungstechnisch sieht die Lage des Krisenschutzes aber nicht mehr ganz so trübe aus.

Selbst in den USA scheint die Zuversicht in die Aktienmärkte - man könnte auch von Sorglosigkeit sprechen - weniger stark ausgeprägt zu sein als in den Monaten zuvor. Besonders gut lässt sich dies am Volatilitätsindex VIX ablesen, der das Risiko der 500 bedeutendsten US-Unternehmen (S&P-500) zum Ausdruck bringt.

Seit dem Jahreswechsel ist dieser von 11,0 auf 19,5 Prozent kräftig angestiegen. Mit Blick auf die zahlreichen Krisenherde in der Welt (US-Handelskrieg, Brexit, wachsende Staatsschulden sowie den geopolitischen Krisengebieten) spricht wohl wenig dafür, dass sich all diese Sorgen und Probleme auf kurze Sicht in Wohlgefallen auflösen werden. An den Goldmärkten scheinen sich die Akteure um die Zukunft des Goldpreises kaum Sorgen zu machen.

Begründung: Der CBOE-Gold-Volatilitätsindex hat sich seit Ende Dezember - im Gegensatz zu den internationalen Aktienmärkten - von 11,0 auf 12,5 Prozent lediglich leicht erhöht und deutet damit auf ein relativ geringes Risiko hin.

Gold: World Gold Council Q3 Bericht mit Licht und Schatten
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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