Stand: 07.06.2013 von © Gold.de Redaktion CW/SH 0 Kommentare

"Man darf sich als Goldanleger nicht verunsichern lassen", rät Björn Paffrath, Chefredakteur des Börsenbriefs "Cashkurs Gold" am 5. Juni 2013 im DAF (Deutsches Anleger Fernsehen). Goldfans haben in den letzten Monaten zwar durchaus leiden müssen, doch die Korrektur des Goldpreises von 28 % seit dem Hoch von 2011 sei nichts Ungewöhnliches. Im Jahr 2008 habe der Goldpreis nach einem 30-prozentigen Rückgang wieder deutlich zulegen können und auch heute sprechen fundamentale Gründe für einen steigenden Goldpreis.

"Eingriffe in den Goldmark im April erstaunlich"

Es sei erstaunlich, wie stark manche Kräfte im April in den Goldmarkt eingegriffen haben, meint Paffrath und nennt als Beispiel den Short-Trade (eine Wette auf fallende Kurse) von Goldman Sachs.

Am Mittwoch, dem 10. April hatte Goldmann Sachs, die führende Investmentbank der Wall Street, ihren Ausblick auf den Goldpreis für 2013 und 2014 gesenkt und empfohlen, Gold zu shorten. Am Freitag, dem 12. und Montag, dem 15. April brach der Goldpreis um 13 % auf 1321 USD ein und am 23. April verkündete Goldman Sachs: "Wir haben unseren Trade erheblich unterhalb des ursprünglichen Zielpreises von 1450 USD (also mit höherem Gewinn als erwartet) geschlossen." Gleichzeitig wurde die Short-Empfehlung für Gold zurückgenommen.

Goldpreis kurzfristig nochmals bei 1320 bis 1350 USD?

Die Aufwärtstrends im Goldchart sind nach der Preisentwicklung im April laut Paffrath nicht mehr intakt und das kurzfristige Chartbild eher negativ. Einen nochmaligen Test des Bereichs zwischen 1320 bis 1350 USD hält der Goldexperte deshalb für durchaus möglich. Bei 1200 bis 1300 USD liegen jedoch die Gesamtkosten der Produktion einer Feinunze Gold. Fiele das Edelmetall unter dieses Preisniveau, sei es von vielen Goldminenbetreibern nicht mehr rentabel zu fördern. Paffrath geht deshalb von einer Konsolidierung des Goldpreises oberhalb des "natürlichen Preisbodens" aus.

Wirtschaftliche Gemengelage spricht für steigenden Goldpreis

Der renommierte Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini hatte kürzlich mit einem sehr negativen Ausblick auf den Goldpreis und einem Kursziel "Richtung 1000 USD" bis 2015 für Aufsehen gesorgt. Um eine Einschätzung dieser Prognose gebeten, sagt Paffrath: "Wir haben keine Glaskugel und Roubini auch nicht. Ich halte nichts von genauen Kurszielen."

Tendenziell spreche jedoch vieles für höhere Goldpreise. Die Probleme der Finanzkrise von 2008 seien nie gelöst, sondern nur von der Liquiditätshausse verdeckt worden, die durch die Anleihekäufe der Fed im Wert von 85 Milliarden USD pro Monat am Laufen gehalten werde. Aufgrund des Aktienbooms werde die Krisensituation einfach nicht mehr wahrgenommen.

Als Beispiel für Krisensymptome nennt Paffrath die hohen Arbeitslosenzahlen in Ländern wie Italien, Frankreich und Spanien. Auch seien die Inflationsraten höher als offiziell angegeben: "Wenn Japan seine Geldmenge verdoppelt und andere Länder ziehen nach, dann muss man kein Mathematiker sein, um zu wissen, dass das Geld weniger wert wird." In Argentinien zum Beispiel liege die offizielle Inflation bei 2 %, während sie real etwa 30 % betrage.

"Nachfrage in Asien kann Abflüsse aus Gold ETFs auffangen"

Die starke physische Nachfrage nach Gold in Indien und China stellt nach Paffraths Meinung durchaus ein Gegengewicht zu den Abflüssen aus Gold-ETFs im Westen dar. Indien erwartet für das zweite Quartal dieses Jahres einen Anstieg der Goldimporte von 200 % oder mehr. Chinesische Importe werden für das Gesamtjahr voraussichtlich auf knapp 900 Tonnen anwachsen. Beide Länder stellen gemeinsam über 50 % der globalen Nachfrage. Vor diesem Hintergrund könne sich der aktuelle Goldpreis als eine günstige Gelegenheit erweisen, Gold zu kaufen.

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