Stand: 21.01.2014  0 Kommentare

Wie Reuters am 17. Januar 2014 berichtete, wird die Deutsche Bank künftig nicht mehr am Goldfixing und Silberfixing teilnehmen. Der traditionelle Mechanismus der Preisfindung für die beiden Edelmetalle in London war in letzter Zeit verstärkt in die Kritik geraten und die teilnehmenden Banken sehen sich Manipulationsvorwürfen ausgesetzt. Die Ermittlungen der Aufsichtsbehörden dauern an.

Offizielle Begründung der Deutschen Bank

Einen Zusammenhang zwischen der Rückzugsentscheidung und dem Verdacht der Preismanipulation stellte die Deutsche Bank in einer aktuellen Stellungnahme nicht her:

"Die Deutsche Bank beendet ihre Teilnahme am Gold- und Silberfixing infolge des signifikanten Abbaus unserer Rohstoffgeschäfte. Unser Edelmetallgeschäft werden wir weiterhin mit vollem Einsatz betreiben". So lautet die Begründung des Geldinstituts. Das Volumen beim Gold- und Silberfixing macht laut Reuters nur einen kleinen Teil des Edelmetallgeschäfts der Deutschen Bank aus. Die anderen am Gold- und Silberfixing teilnehmenden Banken äußersten sich zu dem Vorgang nicht.

Hintergrund: Goldfixing und Silberfixing

Die Deutsche Bank ist eine von fünf am Goldfixing beteiligten Großbanken. Die anderen sind die Bank of Nova Scotia, Barclays, die HSBC und die Société Générale. Vertreter dieser Banken verhandeln den Londoner Goldpreis einmal vormittags und einmal nachmittags per Telefon. Ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ausgeglichen, wird dieser Preis als offizieller Kurs vom Vorsitzenden festgelegt. Der Vorsitz wechselt einmal im Jahr zwischen den einzelnen Bankenvertretern.

Zugleich gehört die Deutsche Bank zu den drei Banken, die am einmal täglich stattfinden Silberfixing teilnehmen. Die beiden anderen beteiligten Banken sind die Bank of Nova Scotia und die HSBC. Der Preisfindungsprozess beim Silberfixing ist derselbe wie beim Goldfixing.

Verdacht der Preismanipulation

Im Dezember letzten Jahres hatte die deutsche BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) von der Deutschen Bank Dokumente angefordert, die für laufende Untersuchungen einer möglichen Manipulation der Londoner Gold- und Silberpreises benötigt wurden. Der Vorgang war damals von der Financial Times bekannt gemacht worden. Die Deutsche Bank hatte zu den Vorwürfen keine Stellung bezogen.

Zum aktuellen Rückzug des größten deutschen Geldhauses vom Gold- und Silberfixing äußerste sich die BaFin nicht, doch Präsidentin Elke Koehnig stellte nochmals die Wichtigkeit der andauernden Untersuchungen klar. "Die Vorwürfe sind deshalb von besonderem Ernst, weil Gold- und Silberpreise anders als LIBOR und EURIBOR typischerweise in liquiden Märkten und durch echte Transaktionen ermittelt werden und nicht auf Schätzungen von Banken beruhen.

LIBOR (London Interbank Offered Rate) und EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) sind Zinssätze, die von der Deutschen Bank und anderen Geldinstituten nachweislich manipuliert wurden.

Werden weitere Banken folgen?

Eine von Reuters nicht näher identifizierte Quelle gab an, die Deutsche Bank wollte ihren Sitz beim Goldfixing an ein anderes Mitglied der LBMA verkaufen. Die LBMA (London Bullion Marktet Association) regelt den Londoner Goldmarkt.

Eine weitere Quelle aus dem Umfeld der LBMA zeichnet sogar das Bild einer regelrechten Fluchtbewegung aller am Gold- und Silberfixing beteiligten Banken: "Es würde mich nicht überraschen, wenn die anderen Banken sich auch zurückziehen würden. Warum sollten sie sich den ganzen Ärger antun? Das Besorgniserregende daran ist: Wenn es kein Fixing mehr gibt, was gibt es dann??.

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