Stand: 04.12.2016  0 Kommentare

Das Britische Museum hat einen spektakulären Fund bekannt gegeben: Auf einem Acker im Osten von England ist ein mehr als 3.000 Jahre alter keltischer Goldgürtel gehoben worden. Er ist so groß und schwer, dass Archäologen über seine Funktion rätseln.

Der Verarbeitung und dem Aussehen nach handelt es sich eigentlich um einen so genannten Torques oder Wendelring. Allerdings ist er für einen solchen Halsreif viel zu groß und schwer, weshalb er eher als Goldgürtel bezeichnet werden muss. Doch selbst dafür sind die Ausmaße so ungewöhnlich, dass Archäologen über den Zweck und Gebrauch nur mutmaßen können. Das Britische Museum jedenfalls bezeichnete ihn bei seiner Vorstellung am vergangenen Dienstag (29.11.16) als den wohl größten und schwersten Torques, der jemals in England gehoben wurde.

Goldgürtel bei keltischen Zeremonien getragen

Wie die altehrwürdige englische Tageszeitung The Times (mit Bild) berichtete, wurde der jetzt vorgestellte keltische Goldgürtel auf einem Acker in der Grafschaft Cambridgeshire im Osten von England von Privatleuten mit einem Metalldetektor aufgespürt. Demnach stammt er aus der Bronzezeit und wurde in den Jahren zwischen 1.300 und 1.100 v. Chr. hergestellt und ist somit mehr als 3.000 Jahre alt. Er wurde aus insgesamt 732 Gramm 20-karätigem Gold gefertigt und ist 126 Zentimeter lang - und schon aus diesem Grund als Torques, also einem um den Hals getragenen offenen Reif, eher ungeeignet.

Allerdings ist von den Kelten jener Zeit, aus deren Schmiede dieser Goldgürtel stammt, bekannt, dass sie solche Torques eben auch als Gürtel zu zeremoniellen Zwecken getragen haben. Laut Museumsdirektor Neil Wilkin weist der keltische Goldgürtel kaum Gebrauchsspuren auf und könnte in bestimmten Zeremonien zum Einsatz gekommen sein. "Wir wissen, dass Zeremonien zu jener Zeit von großer Bedeutung waren", sagte Wilkin.

Keltischer Goldgürtel weist "nie dagewesene Handwerkskunst" auf

Dennoch ist auch Wilkin skeptisch, denn mit einer Länge von 126 Zentimetern wäre dieser Goldgürtel auf jeden Fall "für jede Hüfte dieser Epoche" zu lang. Es sei schwer vorstellbar, dass es zu einer Zeit, die nachweislich durch Unter- oder Mangelernährung geprägt gewesen sei, es einen Menschen mit einem solchen Hüftumfang gegeben habe, so Wilkin. Was er sich indes vorstellen könne ist, dass dieser keltische Goldgürtel exklusiv für Schwangerschaftsrituale hergestellt worden sei. Eine weitere Möglichkeit bestünde zudem darin, dass er von einer hochrangigen Persönlichkeit als Schärpe über dicker Winterkleidung getragen wurde, erklärte Wilkin gegenüber der Daily Mail (mit Bild).

Oder aber er wurde großen und wertvollen Tieren, die sich auf dem Weg zum Opferaltar befanden, übergehangen. Während die genaue Funktion und Zweckbestimmung dieses außergewöhnlich großen Torques im Dunkeln bleibt, ist dem Museumsdirektor Wilkin zufolge jedoch eines unstrittig: Dafür, dass er mehr als 3.000 Jahre alt ist, weise dieser spektakuläre keltische Goldgürtel eine zuvor "nie dagewesene Handwerkskunst" auf, ist sich der Bronzezeit-Experte sicher. Und das mache ihn zu einem der bemerkenswertesten Goldfunde der vergangenen Jahre.

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