Stand: 12.08.2020 von © Gold.de Redaktion AB/SW/SH
Wie sinnvoll ist Goldgranulat als Geldanlage? Wird beim Kauf Mehrwertsteuer fällig? Wie gut lässt sich Goldgranulat verkaufen? Was ist Goldgranulat überhaupt, wie wird das hergestellt? GOLD.DE hat die Antworten.
Goldgranulat als Investment sinnvoll?
Das Wichtigste in Kürze
  • Goldgranulat = Gold in Form kleiner Körnchen
  • Dient vor allem als Vorprodukt für Industrie und Gewerbe
  • Als Goldinvestment für Privatanleger wenig geeignet
  • Im Gegensatz zu Münzen oder Barren fällt beim Kauf Mehrwertsteuer an
Goldgranulat Goldgranulat

Man findet sie oft auf Münzsammler- und Edelmetallbörsen: Kleine Dosen oder Tüten, darin winzige Körnchen aus Gold, Silber oder anderen Edelmetallen. Es handelt sich dabei um Granulat. Goldgranulat wird gewonnen aus Altgold oder rohen Gold-Erzen. Es ist eine Zwischenform zwischen Goldnugget und einem möglichen späteren Endprodukt. Oft wird es beworben als Alternative zu Münzen und Barren. Stimmt das?

Wie sinnvoll ist Goldgranulat als Investment?

Bei Goldgranulat handelt es sich in der Regel um reines Gold mit einer Feinheit von 999,9. Somit eine grundsätzlich werthaltige Investition. Und da keine Kosten für die Prägung anfallen, könnte dies theoretisch sogar einen kleinen Preisvorteil bedeuten.

Dennoch ist für Privatanleger Goldgranulat als Wertanlage wenig empfehlenswert. Die Zahl der Anbieter ist äußerst klein, nicht zu vergleichen mit dem Angebot an Goldmünzen und Goldbarren. Damit ist die Möglichkeit zum Preisvergleich kaum gegeben.

Der größte Nachteil liegt aber darin, dass beim Kauf von Goldgranulat, im Gegensatz zu Münzen und Barren, Mehrwertsteuer bezahlt werden muss.

Goldgranulat kaufen

Es gibt nur wenige Anbieter, wo man Goldgranulat kaufen kann. Goldgranulat gilt als Rohstoff vor allem für Industrie und Handwerk, Anbieter sind daher vor allem Scheideanstalten. Sie gelten als Betriebe der chemischen Industrie, deren Hauptgeschäftstätigkeit weniger im Handel liegt, sondern im Recycling von Gold sowie in der Bereitstellung von Edelmetallen als Vorprodukte für die Industrie und Gewerbe.

Edelmetall-Anleger, die dennoch in Gold-Granulat investieren möchten, sollten darauf achten, die kleinen Gold-Partikel nur mit einem seriösen Zertifikat und in der Originalverpackung zu kaufen. Sonst wird auch ein späterer Wiederverkauf schwierig.

Goldgranulat Preise werden in der Regel in Gramm ausgewiesen, üblich im Goldgranulat Handel ist eine Feinheit von 999,9.

Anbieter

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

ESG
Degussa
Norddeutsche Edelmetall Scheideanstalt

Goldgranulat und Mehrwertsteuer

Was für gewerbliche Käufer egal ist, fällt für Privatkäufer umso mehr ins Gewicht: Beim Kauf von Goldgranulat muss man die volle Mehrwertsteuer bezahlen, auch Umsatzsteuer genannt. Diese beträgt üblicherweise 19 %, wegen Corona vorübergehend auf 16 % abgesenkt.

Da Privatanleger bei einem späteren Verkauf keine Mehrwertsteuer erheben dürfen, ist das somit eine Summe, die on top auf den reinen Produktpreis hinzu kommt. Diese Mehrkosten müssen theoretisch durch Kurssteigerungen wett gemacht werden, wenn ein späterer Verkauf mit Rendite erfolgen soll.

Wer also direkt in Gold investieren möchte, ist mit Münzen oder Barren viel besser bedient. Da hier keine Mehrwertsteuer anfällt, investiert man hier nahezu 1:1 in den Rohstoff. Das Aufgeld der Händler liegt im kleinen einstelligen Prozentbereich.

Mehr: Ratgeber Gold und Steuer

Goldgranulat verkaufen

Was für den Kauf gilt, das gilt auch für den Verkauf. Wer Goldgranulat verkaufen möchte, hat bei weitem nicht die Möglichkeiten wie bei Münzen oder Barren. Dies gilt insbesondere auch im Hinblick auf einen Preisvergleich. Zwar kann theoretisch jeder Altgoldankäufer Goldgranulat ankaufen; das Problem besteht aber darin, dass im Grunde genommen jedes einzelne Körnchen auf Echtheit untersucht werden muss. Das kann sich mindernd auf den Ankaufspreis auswirken. Im Vorteil ist, wer eine original versiegelte Verpackung mit seriösem Zertifikat hat.

Auch Scheideanstalten machen grundsätzlich Goldgranulat Ankauf.

Der Markt für den Ankauf ist also prinzipiell enger, was sich daraus ergibt, dass Goldgranulat vor allem als Vorprodukt für Industrie, Gewerbe oder Goldschmiedebedarf gilt. Dort wird die Ware verbraucht - im Sinne des Wortes.

Gibt es auch Vorteile?

Für Privatinvestoren könnte man als Vorteil höchstens nennen, dass man grammgenau, also kleinste Gewichtseinheiten von Gold kaufen kann. Die Körnung von Goldgranulat ist sehr fein, sie liegt zwischen 0,1 bis 3 Millimeter. Das wiegt die genannten schwerwiegenden Nachteile aber nicht wirklich auf, denn man kann auch 1 Gramm Goldbarren kaufen.

Für Industrie und Gewerbe macht aber eben diese Möglichkeit zur grammgenauen Lieferung Sinn. Gold ist teuer, da kann man als Goldschmied oder Juwelier genau kalkulieren im Einkauf. Verluste durch Verschnitt entfallen. Vorteile haben also nur gewerbliche Verwender.

Goldgranulat Herstellung

Zunächst muss man das Gold in schmelzen. Danach lässt man das flüssige Gold durch ein Art Sieb tropfen. Aufgefangen werden die Goldtropfen in einem Wasserbehälter, wo sie erkalten. So erhält man das Granulat, auch Goldpellets genannt.

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von Thomas Pohl | 03.03.2019, 15:17 Antworten

Weshalb ist der Krügerrand eigentlich so beliebt. Gut, jetzt kann man sehr emotional denken und fühlen, als auch kaufmännisch. Damals sind 100.000 Frauen und Kinder in den englischen KZs umgekommen. Die Männer wurden danach als Sklaven für die Bodenschätze gehalten. Ich würde falls dieses Gold nun durch diese Leute die dort abgebaut haben und ich richtig liege, hergestellt werden eher boykottieren und den Wert mindern.

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