Stand: 05.06.2015  0 Kommentare

Wie aus den Daten des Hong Kong Census and Statistics Department hervorgeht, sind die Goldimporte Chinas über Hong Kong im April auf den tiefsten Stand seit acht Monaten gefallen. Grund für die zurückhaltende Nachfrage nach dem gelben Edelmetall könnte die anhaltende Aktienhausse im Reich der Mitte sein.

Goldimporte China gehen um 21 Prozent zurück

China hat im April dieses Jahres 52,204 Tonnen Gold über Hong Kong importiert. Dies sind die niedrigsten Einfuhren seit August 2014. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat lag bei 21,34 Prozent. Im März hatten sich die Einfuhren noch auf 66,363 Tonnen Gold belaufen. Die Importe über Hong Kong vermitteln allerdings nicht das komplette Bild der Goldnachfrage in China.

Zum einen ist das Land selbst der weltgroße Förderer des Edelmetalls und kann einen Großteil des Bedarfs aus inländischen Minen decken. Zum anderen gelangt das Gold nicht nur über Hong Kong, sondern auch auf anderen Wegen ins Land, beispielsweise über Peking oder Shanghai. China selbst veröffentlicht keine Zahlen zu seinen Goldimporten, sodass Analysten externe Handelsdaten wie die des Hong Kong Census and Statistics Department heranziehen müssen.

Bremst Chinas Aktienhausse die Nachfrage nach Gold?

China erlebt seit einiger Zeit einen Aktienboom, der alle Kursgewinne an westlichen Börsen in den Schatten stellt. Alleine in diesem Jahr hat der CSI300 Index, in dem die größten Unternehmen der Börsen in Shanghai und Shenzhen zusammengefasst sind, über 35 Prozent zugelegt. Der Goldpreis notiert hingegen derzeit in etwa auf dem Niveau vom Anfang Januar 2015. Nicht wenige Experten sehen in dem chinesischen Aktienboom eine wichtige Ursache für das geringere Interesse an Gold im Reich der Mitte.

"Wie lange der chinesische Aktienmarkt seinen Anstieg noch fortsetzen kann, ist schwer zu sagen, aber solange andere Investment-Alternativen Gold outperformen, wird der Kaufanreiz für das Edelmetall eher gering bleiben", meint zum Beispiel Victor Thianpiriya, Analyst bei der ANZ-Bank.

China oder Indien: Wer fragt 2015 am meisten Gold nach?

Welches Land in diesem Jahr die größte Gesamtnachfrage nach Gold zeigen wird, ist bisher noch nicht ausgemacht. Legt man die Konsumentennachfrage nach Barren, Schmuck und Münzen im ersten Quartal dieses Jahres zugrunde, hat China laut dem letzten Bericht des World Gold Council mit 272,9 Tonnen gegenüber Indien mit 191,7 die Nase vorn.

Die letzten Importzahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. Den 52,204 Tonnen Gold, die China im letzten Monat (über Hong Kong) eingeführt hat, stehen indische Goldimporte im April von 85 Tonnen gegenüber. Auch März hatte Indien mit Importen von 125 Tonnen deutlich mehr Gold eingeführt als sein Nachbarland im Osten.

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