Stand: 30.07.2015  0 Kommentare

Den Außenhandelsdaten des Hong Kong Census and Statistics Department zufolge sind die Goldimporte Chinas über Hong Kong im Juni auf 22,1 Tonnen gefallen. Damit hat China im letzten Monat so wenig Gold eingeführt wie zuletzt im Juli 2014. Michael Mesaric, CEO des weltgrößten Raffinierers Valcambi, vermutet, dass die chinesischen Goldimporte im Gesamtjahr 2015 um 40 Prozent sinken könnten. Nicht alle Analysten teilen seine pessimistische Einschätzung.

Chinas Goldimporte über Hong Kong

Die von China über Hong Kong importierte Menge Gold von 22,1 Tonnen entspricht einem Rückgang um 67,45 Prozent gegenüber dem Vormonat. China hatte im Mai noch 67,9 Tonnen Gold eingeführt. Im Vergleich zu den Importen von 36,4 Tonnen Gold im Juni 2014 belief sich der Rückgang auf 39,24 Prozent.

China selbst veröffentlicht keine Zahlen zu Importen und Exporten von Gold, sodass Analysten meist die Zahlen des Hong Kong Census and Statistics Department als Gradmesser für die chinesischen Einfuhren zugrunde legen.

Da sich neben Hong Kong inzwischen aber auch Shanghai und Beijing zu wichtigen Einfuhrzentren für das gelbe Edelmetall entwickelt haben, zeichnen die Importe über Hong Kong nur ein unvollständiges Bild.

Schweizer Goldexporte nach China

Weiteren Aufschluss über die Gesamthöhe der chinesischen Goldimporte liefern die Außenhandelsdaten der Schweiz, einem der weltweit wichtigsten Goldexporteure. Die Schweiz listet die Ausfuhren nach Hong Kong und China gesondert auf. Die Goldexporte nach China lagen im Juni bei 14,035 Tonnen.

Das entspricht zwar gegenüber dem Vormonat einen Rückgang um 25,80 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings einem Anstieg um 358,3 Prozent.

Rückgang der Goldeinfuhren um 40 Prozent für 2015?

Michael Mesaric rechnet damit, dass Chinas Goldimporte im Gesamtjahr 2015 um 40 Prozent gegenüber 2014 zurückgehen werden. Als Begründung nennt der CEO der gerade nach Indien verkauften Schweizer Scheideanstalt Valcambi den rückläufigen Bedarf an Gold für Finanzierungsgeschäfte.

Gold wurde von chinesischen Unternehmen in den letzten Jahren als Sicherheit genutzt, um günstig an Kredite zu gelangen. Eine wiederholte Absenkung der Zinsen durch die chinesische Zentralbank habe allerdings dazu geführt, dass die Liquidität am Markt gestiegen sei und Gold nun als hinterlegte Sicherheit nicht mehr benötigt werde.

Laut Schätzungen des World Gold Council belief sich die Menge des für Finanzierungsgeschäfte genutzten Goldes im letzten Jahr auf 1.000 Tonnen. Diese Menge steht Mesaric zufolge dem Goldmarkt in China nun prinzipiell wieder als Angebot zur Verfügung.

Geringes Aufgeld in Shanghai weist auf rückläufige Nachfrage hin

Victor Thianpiriya, Rohstoff-Analyst bei der ANZ Bank, sieht in der Entwicklung des Aufgeldes für Gold an der Shanghai Gold Exchange einen weiteren Indikator für eine nachlassende chinesische Goldnachfrage.

„In den vergangenen zwei Jahren haben wir einen deutlichen Anstieg des Aufgeldes in Shanghai (Anmerkung: gegenüber westlichen Handelsplätzen wie London oder New York) feststellen können, sodass es für Händler profitabel war, Gold zu importieren und dann am chinesischen Markt wieder zu verkaufen. In diesem Jahr ist von einem solchen Anstieg nichts zu sehen", sagte Thianpiriya gegenüber Reuters.

Kommt der chinesische Aktienmarkt Gold zu Hilfe?

Nicht alle Analysten teilen die negative Einschätzung der Goldnachfrage in der Volksrepublik. „Eine Reaktion der chinesischen Importe auf den gefallenen Goldpreis steht bis jetzt noch aus", urteilt beispielsweise Simona Gambarini von Capital Economics Ltd und fährt fort:

„Wir denken, dass sich die Investoren zunehmend Sorgen über eine deutlichere Korrektur am chinesischen Aktienmarkt machen und zu Gold zurückkehren werden, um ihre Portfolios zu diversifizieren."

Die Sorge um die Entwicklung des chinesischen Aktienmarkt ist sicher nicht ganz unbegründet: Erst am Montag hatte der Shanghai Composite Index den größten Tagesverlust in acht Jahren verzeichnet. Die Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen hatte sich in wenigen Stunden um 400 Milliarden Dollar reduziert.

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