Stand: 23.05.2014  0 Kommentare

Wie Reuters am 21. Mai 2014 berichtete, wird die Reserve Bank of India der neu gewählten indischen Regierung empfehlen, die seit letztem Jahr bestehenden Restriktionen für Goldimporte zu lockern. Indiens designierter Premierminister, Narendra Modi, hatte bereits vor seinem Wahlerfolg angedeutet, dass er die Einfuhrbeschränkungen für das Edelmetall aufheben wolle. Die voraussichtlichen Folgen wären ein Anstieg der legalen Goldimporte und ein Rückgang des grassierenden Goldschmuggels. Das hohe Aufgeld für Gold in Indien könnte sich dank neu vergebener Importlizenzen sogar schon in den nächsten Tagen deutlich reduzieren.

Währung, Leistungsbilanz und Goldschmuggel setzen Anreize für die Politik

Indien hatte im letzten Jahr die Einfuhrsteuer für Gold auf einen Rekordwert von 10 Prozent erhöht und die importierenden Unternehmen zugleich verpflichtet 20 Prozent der Einfuhren wieder zu exportieren. Der Grund für die extremen Maßnahmen war das anschwellende indische Leistungsbilanzdefizit und in der Folge eine ausgeprägte Schwäche der Rupie auf dem Devisenmarkt gewesen.

Die restriktiven Bestimmungen haben inzwischen Erfolg gezeigt. Im letzten Quartal des Kalenderjahres 2013 - dem 3. Quartal des indischen Geschäftsjahres 2013/2014 - hatte das Leistungsbilanzdefizit nur noch bei 0,9 Prozent gelegen. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,5 Prozent gewesen.

Parallel zum sinkenden Leistungsbilanzdefizit und einer inzwischen wieder deutlich steigenden Rupie hat sich allerdings der Goldschmuggel in Indien massiv ausgeweitet. Den legalen Importen mit einem Volumen von 825 Tonnen Gold standen im letzten Jahr 200 Tonnen an illegalen Goldeinfuhren gegenüber.

Das reduzierte Leistungsbilanzdefizit, die erstarkte Landeswährung und der grassierende Goldschmuggel gemeinsam setzten für Zentralbank und Regierung in Indien starke Anreize, die Importbestimmungen zu überdenken. "Wir erwarten gute Nachrichten im Juli: entweder in Form geringerer Importsteuern oder durch eine Lockerung der 80-20-Regel für den Reexport", sagt Kumar Jain, Vizepräsident der Mumbai Jewellers Association.

Aufgeld für Gold in Indien dürfte bald deutlich fallen

Eine der aus Sicht indischer Goldkäufer unangenehmsten Folgen der Importbeschränkungen - das extrem hohe Aufgeld gegenüber dem Londoner Goldpreis - wird voraussichtlich schon vor Juli der Vergangenheit angehören. Am letzten Mittwoch erteilte die Reserve Bank of India mehrere neue Importlizenzen und hob einige seit Juli 2013 bestehende Importverbote wieder auf.

Insgesamt dürfen nun zwanzig zusätzliche Unternehmen (wieder) Gold importieren, darunter private Juweliere, Handelsgesellschaften sowie staatliche und private Banken.

"Das ist eine willkommene Maßnahme, die für Entspannung am Markt sorgen wird. Das Angebot wird zunehmen und in acht bis zehn Tagen werden die Aufgelder mit Sicherheit herunterkommen", sagt Bachhraj Bamalwa, Direktor der All India Gems and Jewellery Trade Federation. Nach seiner Schätzung werden sich die Goldimporte Indiens durch die zusätzlichen Lizenzen um 10 bis 15 Tonnen pro Monat erhöhen.

Das Aufgeld für Gold sollte sich laut Bamalwa von derzeit rund 90 Dollar auf 40 bis 50 Dollar halbieren. Im Dezember letzten Jahres mussten Goldkäufer in Indien je Feinunze noch 160 Dollar mehr zahlen als am weltweit führenden Goldmarkt in London.

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