Stand: 20.05.2015  1 Kommentare

Goldman Sachs hat die Kursziele für Platin und Palladium für 2015 und 2016 gesenkt. Als Gründe für den im Vergleich zur letzten Prognose leicht eingetrübten Ausblick nennt die US-amerikanische Investmentbank bei Platin einen wahrscheinlichen Angebotsüberhang und eine mögliche Schwäche des Südafrikanischen Rand. Bei Palladium könne der Konflikt Russlands mit dem Westen eine entscheiden Rolle für die Preisentwicklung spielen.

Platin Ende 2015 bei 1.175 Dollar

Goldman Sachs sieht den Platinpreis zum Jahresende 2015 bei 1.175 Dollar und Ende 2016 bei 1.225. Dies entspricht einer Kürzung der vorherigen Kursziele um 6 beziehungsweise 9 Prozent. Derzeit notiert der Platinpreis am oberen Ende einer seit März bestehenden Seitwärtsrange zwischen 1.088 Dollar und 1.186 Dollar.

Zu den Faktoren, die den Platinpreis in den nächsten beiden Jahren belasten könnten, zählt nach Meinung der Analysten bei Goldman Sachs ein Angebotsüberhang am Markt, das in sieben der letzten neun Jahre feststellbar war und auch für die nähere Zukunft ein wahrscheinliches Szenario bleibt.

Die strengeren Abgasnormen für Autos in der Europäischen Union seien kein Allheilmittel für die Nachfrage nach dem Edelmetall, das häufig in Katalysatoren eingesetzt wird. Zwar würden die neuen gesetzlichen Regelungen prinzipiell für einen höheren Bedarf an Platin und Palladium für Katalysatoren sprechen. Allerdings scheine die europäische Automobilindustrie inzwischen die Selektive Katalytische Reduktion zu bevorzugen, bei der keine Platinmetalle zum Einsatz kommen.

Rand und höhere US-Zinsen könnten Platinpreis belasten

Des Weiteren verweist Goldman Sachs auf eine mögliche Schwäche der südafrikanischen Währung Rand, durch die sich Platin am Weltmarkt verbilligen könnte. Südafrika ist der mit Abstand bedeutendste Förderer von Platin. 2014 lag die Fördermenge bei 110 Tonnen gegenüber 25 Tonnen in Russland, dem zweitgrößten Platinförderer.

Abschließend nennen die Analysten des Geldhauses die starke Korrelation des Platinpreises mit demGoldpreis als Grund für eine Absenkung der Kursziele. Zwar sei der Goldpreis in den letzten Wochen beständig weiter nach oben gedriftet. Für den Fall, dass die US-Notenbank aber in diesem Jahr tatsächlich damit beginnt, die Zinsen anzuheben, könnte der Goldpreis unter Druck geraten und in der Folge auch einen Anstieg des Platinpreises hemmen.

Russland wichtiger Faktor für Palladiumpreisentwicklung

Für Palladium sieht man bei Goldman Sachs ein größeres Kurspotential als für Platin, auch wenn die Prognose hier gleichfalls etwas verhaltener ausfällt aus beim letzten Ausblick. Die Analysten erwarten für Ende 2015 einen Palladiumpreis von 822 Dollar (vorherige Prognose: 863 Dollar) und für Ende 2016 von 900 Dollar (vorherige Prognose: 988 Dollar). Derzeit notiert Palladium im Bereich von 790 Dollar.

Goldman Sachs sieht einen Anstieg der Palladiumnachfrage von 500.000 Unzen gegenüber 2014. Von der Entwicklung am europäischen Fahrzeugmarkt sei Palladium weniger betroffen als Platin, da das Edelmetall vor allem in Katalysatoren von Autos aus US-amerikanischer und chinesischer Produktion zum Einsatz kommt.

Analysten sehen die Spannungen zwischen Russland und dem Westen als einen gewichtigen Einflussfaktor für die Preisentwicklung von Palladium, sollten vom Hin und Her der Sanktionen und Gegensanktionen auch Rohstoffe betroffen sein. Eine weitere russische Unbekannte für den Palladiummarkt ist Gokhran, die staatliche Lagerstätte für Edelmetalle, die fallende Palladiumpreise in der Vergangenheit oft für Zukäufe genutzt hat.

Quelle: Wall Street Journal

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Kommentare [1]
  • von weiter.denken | 23.05.2015, 20:01 Antworten

    Wie wir Goldman Sachs kennen, werden eher Großinvestoren eine riesige Kauforder für Palladium und Platin aufgegeben haben und Goldman Sachs versucht den guten Kunden hier Geld zu sparen. Aufgrund des hohen Kapitals und der schlechten Anlagemöglichkeiten in produzierendes Gewerbe ist wohl eher eine Flucht in die Sachwerte und damit auch alle "Nebenedelmetalle" zu erwarten.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"