Stand: 15.02.2018 von © Gold.de Redaktion / AB 4 Kommentare

Die 23. Olympischen Winterspiele fesseln aktuell Wintersport Fans landauf und landab. In der südkoreanischen Stadt Pyeongchang messen sich derzeit wieder Athleten aus aller Welt. Dabei ist die Goldmedaille natürlich die begehrteste Trophäe. Erfreulich aus deutscher Sicht: Unsere Athleten sind hierbei bisher sehr erfolgreich. Für uns Grund genug, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Wie sieht die Goldmedaille von Pyeongchang aus? Und trägt sie die Bezeichnung überhaupt zurecht?

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Der etwas andere Medaillenspiegel von Gold.de:
Soviel Gold holten unsere Athleten bisher!

Gewonnene
Goldmedaillen
Gewonnenes
Gold gesamt
Gewonnener
Goldwert in EUR
954 g1.882,98 €

Stand: 15.02.2018 15.30 Uhr

Deutsche Olympia-Goldmedaillen 2018 bisher:

Laura Dahlmeier (2x Gold: Biathlon Sprint und Verfolgung)
Andreas Wellinger (Skispringen)
Arnd Peiffer (Biathlon, 10 km Sprint)
Natalie Geißenberger (Rodeln)
Tobias Wendl & Tobias Arlt (Rodeln Doppelsitzer)
Eric Frenzel (Nordische Kombination)
Aljona Savchenko/Bruno Massot (Eiskunstlauf)
Natalie Geisenberger, Johannes Ludwig,
Tobias Wendl & Tobias Arlt (Mixed-Staffel Rodeln)

Die olympische Goldmedaille von Pyeongchang

Wie sieht sie denn nun aus? Wir haben beim Pyeongchang Organizing Committee for the 2018 Olympic and Paralympic Winter Games (kurz: POCOG) nachgefragt und dankenswerterweise Bild- und Infomaterial bekommen:

Goldmedaille Pyeongchang Frontansicht
Goldmedaille olympische winterspiele Pyeongchang
Goldmedaille olympische Winterspiele Pyeongchang
Goldmedaille Pyeongchang Seitenansicht
Ansichten der Goldmedaille von Pyeongchang. Bildrechte courtesy of POCOG

Das Design der Medaille stammt von dem Südkoreaner Lee Suk-woo. Die Vorderseite zeigt die olympischen Ringe, platziert auf einer Struktur, die Baumstämmen nachempfunden ist. Warum Baumstämme? In der koreanischen Kultur symbolisieren Baumstämme Arbeit, die investiert wurde, um Neues zu schaffen. Den Rand zieren koreanische Schriftzeichen. Auf der Rückseite erfolgt dann die Nennung der entsprechenden Sportdisziplin sowie das Logo dieser 23. Winterspiele von Pyeongchang.
Der Durchmesser beträgt 92,5 mm, die Stärke bis zu 9,42 mm. Damit kommt die Goldmedaille von Pyeongchang auf ein Gewicht von insgesamt 586 Gramm.
Geprägt wird die Medaille von der Korea Minting and Security Printing Corporation KOMSCO.

Wieviel Gold enthält die Medaille?

Da ist beileibe nicht alles Gold, was glänzt. Streng genommen ist es nämlich nur eine Silbermedaille, die mit 6 Gramm Gold überzogen ist. Damit erfüllt die Goldmedaille aber die Mindestanforderungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wonach für Goldmedaillen ein Mindestanteil von 6 Gramm Gold vorgeschrieben ist.

Was ist sie wert?

Die 586 Gramm der Goldmedaille von Pyeongchang setzen sich also zusammen aus 580 Gramm Silber und 6 Gramm Gold, jeweils in einer Feinheit von 999,9.
Um den Materialwert der Medaille zu bestimmen, müssen die jeweiligen Tageskurse von Gold und Silber herangezogen werden. Da diese täglich schwanken, ist unsere Berechnung exemplarisch für die Notierungen am 18. Januar 2018. Sie können aber jederzeit selber hier die exakten Werte für Gold und Silber ermitteln.

Unser Ergebnis lautet:
Für 580 Gramm Silberanteil ermittelt unsere Edelmetallrechner 259,84 Euro.
Für 6 Gramm Gold werden 209,33 Euro angezeigt.
Wert der Goldmedaille von Pyeongchang: 469,17 Euro (materieller Wert, Stand 18. Januar 2018)

Vergleichsweise wenig Geld also für jahrelange Trainings-Plackerei. Wie heißt es doch so schön: “Dabei sein ist alles”.

Die teuerste Goldmedaille aller Olympiaden?

Zu den Anfangszeiten der neueren olympischen Spiele bestanden Goldmedaillen tatsächlich aus purem Gold. Allerdings waren sie auch kleiner. Bis zu den Spielen in Stockholm 1912 trugen Goldmedaillen also ihren Namen zu Recht. Nach und nach begann man aber, den Goldanteil zu reduzieren. Warum? Der Grund ist banal: Die Kosten. Wenn man bedenkt, dass bei einer durchschnittlichen Olympiade mehrere Hundert Goldmedaillen in den diversen Disziplinen zu vergeben sind, und auch die Medaillen selbst inzwischen eine stattliche Größe und somit ein stattliches Gewicht haben, dann kann sich jeder selbst ausrechnen, welche Millionenbeträge allein für die Edelmetalle da zusammenkommen würden. Zur Verdeutlichung: Eine 500 Gramm schwere Medaille aus reinem Gold hätte derzeit (Stand Januar 2018) einen Wert von über 17.600 Euro. Dazu kommen noch die Medaillen für die Paralympischen Spiele.

So wundert es nicht, dass auch schon bei den letzten Olympiaden die jeweiligen Sieger sich mit einem Goldanteil von nur 6 Gramm begnügen mussten. Pyeongchang setzt also eine liebgewonnene Tradition fort, wie unsere Übersicht zeigt:

GoldmedaillenGoldanteil
St. Louis 1904, London 1908, Stockholm 1912100%
Olympische Sommerspiele Peking 20086 Gramm
Olympische Winterspiele Vancouver 20106 Gramm
Olympische Sommerspiele London 20126 Gramm
Olympische Winterspiele Sotschi 20146 Gramm
Olympische Sommerspiele Rio 20166 Gramm
Olympische Winterspiele Pyeongchang 20186 Gramm

Bei der Frage, welches die teuersten Goldmedaillen überhaupt sind, ist der reine Materialwert, definiert durch die jeweiligen Tagespreise für Gold sowie die anderen enthaltenen Edelmetalle, nicht allein ausschlaggebend.

Wichtig ist auch der ideelle Wert, also was interessierte Käufer tatsächlich zahlen. Dass olympische Medaillen zum Verkauf angeboten werden, ist gar nicht so ungewöhnlich. Skispringer Matti Nykänen, Turnerin Olga Korbut, Boxer Evander Holyfield oder Schwimmerin Sandra Völker - das sind nur einige illustre Namen, die ihre olympischen Medaillen gegen bares Geld versilbert haben. Und hier ist es wie bei gesuchten Goldmünzen. Je nach Begehrlichkeit zahlen Liebhaber Preise, die ein Vielfaches über dem reinen Goldwert liegen können. Bei Auktionen werden interessante Preise erzielt. Es gibt sogar Münzhändler, die sich explizit auf Olympia Medaillen spezialisiert haben.

Die vielleicht teuerste Goldmedaille aller Zeiten ist wohl die Medaille von Jesse Owens, mehrfacher Olympiasieger in Berlin 1936. Sie erzielte 2013 bei einer Auktion fast 1,5 Millionen Dollar.

Medaillenspiegel Winterspiele: Hätten Sie´s gewusst?

Im ewigen Medaillenspiegel der Winterspiele führt Deutschland mit bisher 136 Goldmedaillen. Russland folgt knapp dahinter mit 132 Goldmedaillen.

Der Norwegische Biathlonathlet Ole Einar Björndalen und sein Landsmann, der Langläufer Björn Daehli, sind die bisher erfolgreichsten Athleten bei Winterspielen überhaupt. Beide brachten es auf je 8 Goldmedaillen.

Der US-amerikanische Eisschnellläufer Eric Heiden kann mit fünf Goldmedaillen zwar absolut gesehen weniger Olympia-Siege verbuchen, da er aber diese alle bei einer einzigen Winterolympiade gewonnen hat (Lake Placid 1980), gebührt ihm der Titel “Erfolgreichster Winterathlet bei einer einzigen Austragung”.

Die erfolgreichste deutsche Winterolympionikin ist Claudia Pechstein (Eisschnelllauf) mit 5 Goldmedaillen.

Übrigens...

Wer Olympia livestream oder im TV die live Übertragungen sehen will, der muss planen. Die Zeit in Korea ist uns immer acht Stunden voraus.

Und: Pyoengchang ist ein kleines Städtchen in Südkorea. Nicht zu verwechseln mit Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas.

Ihre Meinung interessiert uns!

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Kommentare [4]
  • von Golden Girl | 21.01.2018, 06:57 Antworten

    Also mir gefällt sie....

  • von Dr. Gold | 21.01.2018, 19:06 Antworten

    Wäre schön wenn die Aufstellung vollständig wäre so von 1912 - 2008 ist ja schon eine lange Zeit.
    Wegen der Geschichte des Goldpreis, wäre es schon eine schöne Info gewesen.

  • von GoldNase | 23.01.2018, 09:09 Antworten

    Besten Dank! Sehr informativ, das habe ich mich schon lange gefragt. Danke!
    Gerade beim Mannschaftssport reicht das, an Wert, dicke aus.

  • von Susi Quandt | 25.01.2018, 13:48 Antworten

    Im Fußball schmeißt mann mit Milliarden um sich, wahre Leistung geht mit 400€ nach Haus.

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