Stand: 05.05.2015  0 Kommentare

Eine Goldmine auf den Solomonen hat für nur 100 Dollar den Besitzer gewechselt. Auf den neuen Eigentümer wartet indes eine gewaltige Herausforderung.

Der australische Goldminenbetreiber Saint Barbara Limited war der Betreiber der einzigen Goldmine auf den Solomonen, einer Inselgruppe in der Südsee. Jetzt hat er die Gold Ridge Mine für nur 100 Dollar an eine private örtliche Firma verkauft, die absolut nichts mit Bergbau zu tun hat. Für den neuen Eigentümer stellt die Goldmine eine gewaltige Herausforderung dar.

Goldmine für 100 Dollar verkauft

Wie das australische Nachrichtenportal ABC.News am Montag (04.05.15) berichtete, hat eine private Investmentfirma auf den Solomonen die einzige Goldmine des Landes für nur 100 Dollar gekauft. Der Kaufpreis beinhaltet laut Bericht sämtliche Verbindlichkeiten der Goldmine, aber auch das Versprechen des australischen Goldminenbetreibers Saint Barbara, für die Kosten einer neuen Wasseraufbereitungsanlage aufzukommen.

"Der Vorstand von Saint Barbara hat sich dazu entschlossen, die Mine zu verlassen, und wir haben die Übernahme mit ihnen ausgehandelt", sagte der Vorsitzende der Investmentfirma Gold Ridge Community Investment Limited, Walter Naezon laut Bericht.

Naezon fügte hinzu: "Wir haben erreicht, dass sich Saint Barbara bereit erklärt, für alle Kosten einer neuen Wasseraufbereitungsanlage aufzukommen, als auch für die Kosten, die Anlage vor Ort einzurichten".

Goldmine bereits seit einem Jahr geschlossen

Die Gold Ridge Mine ist die einzige Goldmine auf den Solomonen. Sie wurde bereits im April vergangenen Jahres geschlossen, nachdem bekannt geworden ist, dass das Wasser in den Abfallerz-Dämmen der Mine zu einem hohen Grad mit Zyanid und Arsen vergiftet ist.

Verantwortlich für die Vergiftung war demnach eine Sturzflut, die einen Monat zuvor über die Waschberge der Mine hinweggefegt war. Dieselbe Sturzflut hatte unter anderem auch 16 Menschen auf den Solomonen das Leben gekostet.

Seitdem sind den Angaben zufolge die Abraumbecken der Goldmine vollgelaufen und drohten überzulaufen, was einer Umweltkatastrophe gleichkäme, wie das Büro der Vereinten Nationen zur Koordinierung Humanitärer Hilfe (UNOCHA) im Mai vergangenen Jahres warnte. Man müsse sofort damit beginnen, die Abraumbecken der Goldmine "in verantwortungsvoller Weise" zu entwässern, sonst drohe eine Umweltkatastrophe, hieß es damals. Der Leiter des UNOCHA, Sune Gudnitz,  sagte demnach:

"Um auf Nummer sicher zu gehen und ein mögliches späteres Desaster zu vermeiden, sollten die Wasserspiegel (der Abraumbecken) gesenkt werden".

Neue Eigentümer der Goldmine vor gewaltiger Herausforderung

Bereits am 7. April vergangenen Jahres hatte der Goldminenbetreiber Saint Barbara alle Mitarbeiter der Goldmine evakuiert und ausgeflogen. Laut ABC News habe sich Saint Barbara mit dem Verkauf der Goldmine für nur 100 Dollar nun endgültig seiner Verantwortung für möglicherweise katastrophale Konsequenzen eines Dammbruches entledigt.

Laut dem Umweltingenieur Gavin Mudd von der australischen Monash University hätten die neuen Eigentümer der Goldmine eine gewaltige Herausforderung angenommen. Sie hätten sich große Risiken und möglicherweise enorme Kosten aufgebürdet, sagte Mudd und ergänzte: 

"Die Risiken möglicher Dammbrüche sind äußerst ernst".

Ein große Herausforderung für die neuen Eigentümer seien auch natürliche Desaster wie zum Beispiel Erdbeben und Überschwemmungen, sagte Mudd. Ein Erdbeben könne einen Dammbruch auslösen und die vergifteten Abfallerze das Tal hinunter spülen. Aber auch normale Regenfälle könnten die Abraumbecken überlaufen lassen. Sollte ein Zyklon über die Goldmine hinwegfegen und einen Meter Regenwasser abladen, dann würden die bereits vollgelaufenen Becken überlaufen, sagte Mudd.

Neue Eigentümer der Goldmine zuversichtlich

Unterdessen blicken die neuen Eigentümer der Goldmine zuversichtlich in die Zukunft. Auch der Kritik, dass die Investmentfirma bisher absolut nichts mit Bergbau zu tun hatte, begegnet der Voritzende der Firma Gold Ridge Community Investment, Walter Naezon, mit Gelassenheit.

Laut ABC News sagte Naezon, man müsse sich nicht im Bergbau auskennen, um eine kommerzielle Firma zu betreiben. Man werde sich den Fragen des vergifteten Wassers annehmen und die Probleme lösen. In Zukunft wolle man auch wieder Gold abbauen. Demnach sagte Naezon:

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Entwässerung (der Becken) meistern werden und die Umwelt gereinigt bekommen. Dann werden wir auch eine neuen Vertrag mit einem anderen Goldminenbetreiber vorbereiten können".

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"