Stand: 17.07.2018 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

In den vergangenen drei Monaten entwickelten sich große Goldminenwerte deutlich besser als das Gold. Normalerweise wird solchen indirekten Goldinvestments eine Hebelwirkung nachgesagt – nach oben, aber auch nach unten.

Attraktive Chance für mutige Anleger

Zusammensetzung des NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI)

Diese hat in den vergangenen drei Monaten allerdings nicht gegriffen. Während der Goldpreis seit Mitte April um acht Prozent zurückgefallen ist, gab es beim NYSE Arca Gold Bugs-Index „ledigliche“ einen Verlust von 3,5 Prozent zu beobachten.

Dieser Goldminen-Index setzt sich derzeit aus 15 großen Goldminenaktien zusammen, deren Goldproduktion für maximal 1,5 Jahre über die Terminmärkte abgesichert ist. Seit Jahren fristen Goldminenaktien eher ein Schattendasein.

Das heißt: In den meisten Portfolios sind solche Titel kaum vertreten. So weisen sämtliche Indexkomponenten einen Marktwert deutlich unter 100 Milliarden Dollar auf.

Nur ein Beispiel:

Allein die Marktkapitalisierung von Apple beläuft sich aktuell auf über 900 Milliarden Dollar. Man muss kein Hellseher sein, um im Falle einer einsetzenden Kapitalflucht in Gold Goldminentitel ein enormes Aufwärtspotenzial zu attestieren.

Rob McEwen, Milliardär, Gründer und Chef von McEwen Mining, bescheinigte Goldminen-Aktien bereits im Januar beste Perspektiven. So attestierte er dem Goldkurs für dieses Jahr einen Anstieg auf 1.800 Dollar und danach 5.000 Dollar. Ein anderes seiner Argumente scheint aber besonders plausibel zu sein.

McEwen ist nämlich der Ansicht, dass keine besonders großen Kapitalflüsse notwendig seien, um die Aktien der Minengesellschaften deutlich steigen zu lassen. Falls die Fondsmanager und Vermögensverwalter ihr Exposure in diesem Marktsegment um nur ein Prozent erhöhen würden, hätte dies seiner Meinung nach eine Verzehnfachung der Goldminen zur Folge.  

Diversifikation ist bei Goldminen besonders wichtig

Wer in Goldminen investieren möchte, sollte sich aber über eines bewusst sein: Goldminen bergen ein deutlich höheres Risiko als der direkte Kauf von Gold. Die Chicago Board Options Exchange (CBOE) hat entsprechende Volatilitätsindizes konzipiert, die den Vergleich erleichtern. Für Gold (Kürzel: GVZ) wird derzeit ein Wert von 11,0 Prozent angezeigt, während das Pendant auf Goldminen (VXGDX) bei 21,9 Prozent notiert.

Wer sein geplantes Goldmineninvestment auch als Vermögensabsicherung betrachtet, sollte einzelne Investments vermeiden und lieber die gesamte Branche kaufen. Zur Auswahl stehen dabei Gold-Investmentfonds oder Indexfonds (ETFs). Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass nicht ein Fondsmanager für den Kauf und Verkauf von Gold-Aktien verantwortlich ist, sondern ein bestimmter Goldminenindex in einem ETF 1:1 systematisch abgebildet wird.

Auch ein ETF stellt aus rechtlicher Sicht konkursgeschütztes Sondervermögen dar, so dass ein Zahlungsausfall der Fondsgesellschaft bzw. des ETF-Anbieters nicht das Vermögen des Anlegers gefährdet. Besonders sicherheitsbewusste ETF-Investoren sollten zudem darauf achten, dass eine physische und keine swap-basierte Replikation des Aktienportfolios erfolgt. Die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Gold-ETFs erfüllen diese Bedingung.

Auswahl an Goldminen-ETFs mit physischer Replikation

Name ISIN Kurs TER (Gebühren p.a.) Volatilität (1 Jahr) Volatilität (3 Jahre)
VanEck Vectors Gold Miners IE 00B QQP 9F8 4 19,65 € 0,53 % 17,9 % 35,7 %
ComStage NYSE Arca Gold BUGS LU 048 831 770 1 14,80 € 0,65 % 19 % 39,4 %
iShares Gold Producers IE 00B 6R5 203 6 7,74 € 0,55 % 17 % 36,8 %
UBS Solactive Global Pure Gold Miners IE 00B 7KM NP0 7 9,29 € 0,43 % 20,9 % 39,3 %
Stand: 13. Juli 2018

Ausblick für die laufende Woche

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China hat sich bislang nicht als Kaufargument für den traditionellen Krisenschutz Gold erwiesen. Seit dem Jahreswechsel hat der Goldpreisentwicklung fünf Prozent verloren und am Freitag mit 1.241 Dollar den tiefsten Stand des Jahres markiert.

Der Verkaufsdruck entstand vor allem an den Terminmärkten und im ETF-Sektor, wo zum Beispiel beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares seit dem Jahreswechsel bei dessen gehaltener Goldmenge ein „Aderlass“ von 837,50 auf 795,19 Tonnen zu Buche schlug.

Investoren mit langfristigem Anlagehorizont sollten sich dadurch aber nicht verunsichern lassen. Insbesondere als Inflationsschutz leistet die alternative Krisenwährung – historisch betrachtet erheblich länger als der Dollar – wertvolle Dienste.

Die massive Verschuldung innerhalb der wichtigsten Währungsblöcke und der durch die um sich greifenden Zölle drohende Inflationsschub dürfte besorgte Anleger über kurz oder lang an die bewährte Schutzfunktion von Gold wieder erinnern.

Wie sich im Juni die Inflation in Großbritannien bzw. innerhalb der Eurozone entwickelt hat, erfahren die Finanzmarktakteure zur Wochenmitte. Im Vormonat wurden hier Teuerungsraten in Höhe von 2,4 bzw. 1,9 Prozent p.a. gemeldet.

Das heißt: Mit deutschen Bundesanleihen wird inflationsbereinigt weiterhin im großen Stil Vermögen vernichtet.
Goldminen deutlich robuster als der Goldpreis
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [1]
  • von Ernst Stankowski | 18.07.2018, 18:43 Antworten

    Die nächsten 3 Jahre sehen wir Gold seitwärts bei 1200$

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