Stand: 10.06.2015  0 Kommentare

Bulgarien ist der drittgrößte Goldproduzent in Europa. Doch sicher können sich die Goldminen in dem Balkanland derzeit nicht fühlen. Denn das Parlament diskutiert dieser Tage einen Gesetzesentwurf, der die Aufkündigung aller Konzessionen vorsieht. Stehen die Goldminen in Bulgarien vor dem Aus?

Mehr als 60 Goldlagerstätten soll es in Bulgarien geben. Im Jahr 2010 wurden in dem Balkanland 4,5 Tonnen Gold gefördert. Das macht das Land zum drittgrößten Goldproduzenten in Europa - hinter Schweden (6,3 Tonnen) und Finnland (5,6 Tonnen).

Doch die Goldminen in Bulgarien blicken dieser Tage in eine ungewisse Zukunft. Ein Gesetzesentwurf, der die Aufkündigung aller Konzessionen für die Goldminen des Landes vorsieht, wird dieser Tage in der Hauptstadt Sofia diskutiert. Wird er angenommen, stehen die Goldminen in Bulgarien vor dem Aus.

Goldminen in Bulgarien vor dem Aus?

Betreiber von Goldminen wie der kanadische Dundee Precious Metals (DPM) können sich ihrer Zukunft in Bulgarien derzeit nicht sicher sein. DPM betreibt seit 1999 die Chelopech Mine im Westen des Landes. Die Goldmine ist eine der größten der Welt. Dort sollen noch geschätzte Reserven von mehr als 42,7 Millionen Unzen Gold schlummern. Nach Angaben von DPM hat die Konzession für die Mine eine Lauzeit von 30 Jahren. DPM befindet sich demnach auf "halber Strecke".

Doch wenn es nach der nationalistischen und rechtsextremen Partei Ataka geht, soll DPM ebenso wie alle anderen Betreiber von Goldminen in Bulgarien vor die Tür gesetzt werden. Wie die bulgarische Nachrichtenagentur Novinite berichtet, hat Ataka einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die unmittelbare Aufkündigung aller Konzessionen für Goldminen in dem Land vorsieht.

Dem Gesetzentwurf zufolge solle das Parlament die Regierung in Sofia anweisen, alle erforderlichen Schritte einzuleiten um sämtliche Konzessionen für den Abbau von Gold und allen anderen seltenen Metallen aufzukündigen. Ataka zufolge lägen ausreichend Gründe vor, die diesen Schritt rechtfertigten, hieß es.

Dem Bericht zufolge wird der Gesetzesentwurf derzeit im Parlament in Sofia diskutiert. Wird er durchgewunken, wäre das in der Tat keine gute Nachricht für DPM & Co.

Inhaber der Konzessionen von Goldminen in Bulgarien unbekannt?

Ob das bulgarische Parlament indes die Begründung von Ataka teilt, ist mehr als ungewiss. Denn die Vorwürfe, die dem Gesetzesentwurf zu entnehmen sind, haben teilweise dramatischen Charakter.

So spiele sich der gesamte Sektor der Goldminen in Bulgarien in der Schattenwirtschaft ab. Die Einnahmen des Staates durch Steuern und Gebühren von Goldminen seien nicht dokumentiert, und auch die Menge an Gold, die gefördert werde, sei nicht nicht wirklich bekannt. Selbst die Inhaber der Konzessionen für Goldminen seien zum größten Teil unbekannt. All das sei "sehr schleierhaft", heißt es zur Begründung weiter.

Darüber hinaus würde in dem Sektor ständig gegen geltende Gesetze verstoßen und dabei das bulgarische Arbeits- und Umweltrecht verletzt. All diese Gründe seien ausreichend, um die Aufkündigung der Konzessionen für die Goldminen in Bulgarien zu rechtfertigen, schreiben die Autoren des Gesetzentwurfs.

Der Gesetzentwurf fordert die Regierung von Bulgarien schließlich dazu auf, eine neue Strategie und ein neues Regelwerk für Goldminen zu entwickeln, mit denen der Sektor reguliert werden könne.

Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen liegt bisher weder seitens DPM noch von anderen Betreibern von Goldminen in Bulgarien vor.

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