Stand: 31.05.2015  0 Kommentare

Südafrika ist reich an Bodenschätzen. So reich, dass es jahrzehntelang den Neid der internationalen Bergbauindustrie auf sich gezogen hat. Dabei waren es vor allem die Goldminen, mit denen das Land am Kap der Guten Hoffnung ein Riesengeschäft gemacht hat. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Goldminen in Südafrika sind in eine bedrohliche Schieflage geraten.

Kaum ein Land der Erde hat einen so großen Reichtum und eine so große Vielfalt an Bodenschätzen aufzuweisen wie Südafrika. Das Land am Kap der Guten Hoffnung verfügt über mehr Bodenschätze als Russland und die USA zusammengenommen. Und nach wie vor ruht die Wirtschaft des Landes auf einer Säule von Rohstoffen aller Art.

Dabei waren es nicht zuletzt die zahlreichen Goldminen, an denen Südafrika lange Zeit ordentlich verdient hat. Denn mehr als 100 Jahre lang hatte Südafrika die globale Goldproduktion scheinbar uneinholbar dominiert. Doch die Zeiten der globalen Dominanz sind schon lange vorbei.

Jetzt will man nur noch überleben. Mittlerweile sind die Goldminen in Südafrika in eine derart bedrohliche Schieflage geraten, dass die Goldproduktion des Landes bis zum Jahr 2020 endgültig zum Erliegen kommen könnte, warnte der Minenexperte John Major vor wenigen Tagen auf einer Tagung in Kapstadt.

Eine Million Arbeitsplätze bei Goldminen in Südafrika vernichtet

Noch bis in die 1980er Jahre hinein waren die Goldminen in Südafrika für 80 Prozent der globalen Goldproduktion verantwortlich. Ein uneinholbarer Vorsprung gegenüber anderen Gold produzierendenden Ländern. So schien es zumindest.

Denn man verdiente gut am Goldgeschäft. Es gab reichlich Arbeit in den Goldminen. In den 65 Goldminen des Landes arbeiteten damals 550.000 Menschen. Mehr als eine Million Jobs wurden indirekt geschaffen. Jährlich spülte das 35 Milliarden Dollar in die Kassen.

Doch dann setzte der langsame Niedergang ein. Und nach der Finanzkrise 2008 ging es mit den Goldminen in Südafrika endgültig steil bergab. Heute gibt es in Südafrika noch 15 Goldminen, in denen 100.000 Menschen arbeiten. Immerhin schafft das noch 400.000 indirekte Arbeitsplätze. Doch das Land verdient nur noch knapp sechs Milliarden Dollar aus dem Geschäft mit Gold. "Das Land leidet, weil diese Gelder fehlen", sagt der Minenexperte John Major und fügt hinzu:

"In den vergangenen 30 Jahren wurden eine Million Arbeitsplätze in und um Goldminen vernichtet".

Goldminen in Südafrika sind in bedrohliche Schieflage geraten

Doch laut Major war die Finanzkrise 2008 nur ein weiterer Sargnagel von vielen, welche die Goldminen in Südafrika in eine bedrohliche Schieflage gebracht haben.

Major wies darauf hin, dass eine Fülle von Rechtsverordnungen und gesetzlichen Streitfragen ebenso wie die ausufernde Macht und die internen Konflikte von Gewerkschaften zu einer Situation geführt hätten, in der die Produktivität und Effizienz der Goldminen drastisch eingestürzt sei.

"Wir holen heute pro Arbeitsplatz genauso viele Unzen Gold aus dem Boden wie anno 1907, als wir noch mit Pickel und Schaufel gearbeitet haben", gibt Major zu bedenken.

Insbesondere die unübersichtlichen rechtlichen Rahmenbedingungen hätten die Industrie in ein "legales Minenfeld" verwandelt, in dem niemand mehr wisse, wer für was verantwortlich sei. "Die alten Regeln gelten nicht mehr", sagt Major.

"Wer ist für was verantwortlich?", fragte Major. "Die Antwort liegt irgendwo zwischen niemand und jedermann. Das ist nicht gerade zuträglich."

In den gegenwärtigen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen seien die Goldminen in Südafrika nicht in der Lage, ihre Produktivität und Effizienz zu steigern.

"Südafrika ist das an Bodenschätzen reichste Land der Welt. Wir verfügen über mehr Bodenschätze als Russland und die USA zusammengenommen. 100 Jahre lang hatten wir die besten Goldminen der Welt. Aber das ist vorbei", mahnte Major.

Die bedrohliche Schieflage der Goldminen könne die Goldproduktion in Südafrika bis zum Jahr 2020 sogar gänzlich zum Erliegen bringen, resümierte Major. "Und das bedeutet, dass Goldminen ab 2020 auch als Arbeitgeber wegfallen."

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