Stand: 02.02.2017  0 Kommentare

Der australische Goldminenbetreiber OceanaGold hat die Goldproduktion in seiner neuen Haile Goldmine im US-amerikanischen South Carolina aufgenommen. Ende Januar wurden dort die ersten Goldbarren gegossen.

Nach einer nur 16-monatigen Bauphase hat die OceanaGold Corporation die erweiterte Erschließung der Goldvorkommen in der so genannten Haile Goldmine im US-Bundesstaat South Carolina abgeschlossen und das erste Gold gegossen. Dabei handelte es sich um drei Goldbarren mit einem Gesamtgewicht von 445 Unzen, wie das Unternehmen via Pressemitteilung bekannt gab. Ab April könne dann die kommerzielle Goldproduktion anlaufen, hieß es. Damit beginnt für die seit fast 200 Jahren existierende Goldmine eine neue Phase und eine neue Dimension der Goldproduktion.

Goldmine birgt mehr als zwei Millionen Unzen Gold

Die Haile Goldmine war im Oktober 2015 durch die Übernahme des Bergbauunternehmens Romarco Minerals in den Besitz von OceanaGold gekommen. Zum damaligen Zeitpunkt lag das Bergwerk allerdings schon seit rund 25 Jahren mehr oder weniger brach. Durch moderne Explorationsmethoden  wurden in dieser Zeit aber weitere umfangreiche Goldvorkommen bestätigt. Unternehmensangaben zufolge sollen die bestätigten Reserven der Goldmine im Tagebau bei mehr als zwei Millionen Unzen Gold (62,2 Tonnen) liegen. Einschließlich der vermuteten Ressourcen unter Tage erweitert sich das Bild indes auf mehr als vier Millionen Unzen.

Exploration und Potential der Hail Goldmine in South Carolina

Um an dieses Gold heranzukommen waren Anschubinvestitionen von insgesamt 380 Millionen US-Dollar nötig. Über die Lebensdauer der Goldmine bis mindestens zum Jahr 2030 werden voraussichtlich nochmals rund 140 Millionen Dollar fällig. Mehr als 700 Mitarbeiter - "zu 90 Prozent aus der näheren Umgebung" - werden in der Tagebaumine beschäftigt sein. "Die Haile Goldmine ist ein Wirtschaftsgut von Weltrang", sagte dazu der Präsident von OceanaGold, Mick Wilkes, laut Mitteilung.

Der Ursprung der Haile Goldmine

Auf dem heutigen Konzessionsgelände der Haile Goldmine wurde erstmals im Jahr 1827 Gold entdeckt. Damals befand sich das Gelände im großflächigen Besitz eines gewissen Benjamin Haile, der im Anschluss an den Goldfund damit begann, aus den dortigen Flussbetten Gold zu waschen. Schon ein Jahr später schickte Haile die erste Sendung Gold an die amerikanische Prägeanstalt in Philadelphia.

Später baute er das Anwesen über die Jahre in eine Goldmine aus, wo er mit verschiedenen Abbaumethoden experimentierte und in den 1830er Jahren mit der Verhüttung der Erze begann. Im amerikanischen Bürgerkrieg (1861 - 1865) spielte die Haile Goldmine ein wichtige Rolle bei der Finanzierung der Kriegsanstrengungen und wurde schließlich durch die Truppen der Südstaaten zerstört. Hier verliert sich auch die Fährte des Benjamin Haile, während die Goldmine aber noch heute seinen Namen trägt.

"Thies-Prozess": Deutscher Auswanderer wird Manager der Haile Goldmine

In den frühen 1880er Jahren fiel die ruhende Goldmine an eine Unternehmensgruppe aus New York. Von dort wurde der deutsche Auswanderer und Ingenieur Dr. Carl Adolph Thies zum Manager bestellt. Dabei entwickelte Thies eine neue und für die damalige Zeit revolutionäre Abbaumethode - auch als "Thies-Prozess" bekannt (Barrel Gold Chlorination Process) - die die Ausbeute der Goldmine nahezu verdoppelte. Unter Thies wurde die Haile Goldmine die ertragreichste und modernste im gesamten Osten der USA und wurde von allen führenden Bergbauingenieuren jener Tage besucht und inspiziert.

Thies verabschiedete sich 1904 in den Ruhestand und übergab die Geschäftsführung der Goldmine, die damals gerade ihren operativen Zenit durchschritt, an zwei seiner vier Söhne. Allerdings kam es 1908 zu einer gewaltigen Kesselexplosion, die das Hüttenwerk der Mine komplett zerstörte. Unter anderem kam dabei auch einer von Thies' Söhnen ums Leben. Offenbar war die Zerstörung so groß, dass die Haile Goldmine in der Folge nicht wieder instandgesetzt und geschlossen wurde.

OceanaGold Goldmine: Sechsmal so viel Gold wie in 190 Jahren

In den darauf folgenden 100 Jahren versuchten sich abwechselnd immer wieder verschiedene Bergbauunternehmen an der Goldmine - zuletzt Romarco Minerals bis zur Übernahme durch OceanaGold in 2015. Wie ambitioniert der neue Eigentümer an das Projekt heran geht, verdeutlicht folgender Vergleich. Schätzungen zufolge geht man davon aus, dass in den vergangenen 190 Jahren seit dem ersten Goldfund insgesamt rund 350.000 Unzen Gold (ca. 11 Tonnen) gefördert wurden. Jetzt soll allein in den kommenden 15 Jahren knapp sechsmal so viel Gold abgebaut werden - die vermuteten Ressourcen unter Tage noch nicht eingerechnet.  

Oceana Gold ist ein an den Börsen von Toronto (TSX:OGC) und Sydney (ASX:OGC) gelisteter multinationaler und margenstarker Goldminenbetreiber mit derzeit vier produzierenden Goldminen in Neuseeland sowie einer Kupfer- und Goldmine auf den Philippinen. Eine weitere ertragreiche Silber- und Goldmine in El Salvador ist in Planung. Gemeinsam mit der hier besprochenen Haile Goldmine in den USA erwartet OceanaGold in diesem Jahr eine Goldförderung von zwischen 550.000 bis 610.000 Unzen (17 bis 19 Tonnen). Laut Mitteilung belaufen sich die dafür benötigten durchschnittlichen Förderkosten (All-in-sustaining costs - AISC) auf lediglich 600 bis 650 Dollar pro geförderter Unze Gold.

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