| GOLD | 5.059,65 $/oz | 4.252,15 €/oz | 136,71 €/g | 136.710 €/kg |
| SILBER | 84,98 $/oz | 71,50 €/oz | 2,30 €/g | 2.298,78 €/kg |
In der Finanzwelt genießen zwei Goldminenaktienindizes besonders hohes Ansehen: der NYSE Arca Gold BUGS und der NYSE Arca Gold Miners. Während der erstgenannte Aktienindex Unternehmen enthält, die ihre Produktion nicht oder nur minimal durch langfristiges Hedging abgesichert haben, setzt sich der NYSE Arca Gold Miners sowohl aus großen etablierten Produzenten als auch aus kleineren und mittleren Unternehmen zusammen und gilt daher als deutlich stärker diversifiziert.
Hinsichtlich ihrer Outperformance gegenüber Gold gab es seit dem Jahreswechsel (ca. 70 Prozentpunkte) sowie auf Zwölfmonatssicht (ca. 38 Prozentpunkte) bei den zwei Varianten keine nennenswerte Diskrepanz zu beobachten. Damit scheint nach mehrjähriger Lethargie sowohl die positive Korrelation als auch die Hebelwirkung gegenüber dem Goldpreis wieder prächtig zu funktionieren.
AISC steht für All-in Sustaining Costs und bezeichnet eine Kennzahl der Goldminenindustrie, die die gesamten laufenden Förderkosten pro Unze Gold abbildet. Anders als reine Produktionskosten umfasst dieser Wert neben direkten Betriebskosten auch Ausgaben für Instandhaltung, Exploration, Verwaltung, Lizenzgebühren und andere nachhaltige Aufwendungen. Dadurch vermittelt die Kennzahl ein realistisches Bild davon, was es kostet, eine Unze Gold langfristig zu fördern.
Die Höhe der AISC variiert jedoch stark nach Region: In Afrika und Ozeanien liegen die Werte tendenziell höher, oft wegen komplexerer Infrastruktur, höherer Energiekosten oder regulatorischer Belastungen, während in Südamerika und Nordamerika manche Minen dank höherer Erzgrade oder besserer Rahmenbedingungen günstigere AISC ausweisen.
Auf Basis der Gold Demand Trends Q2 2025-Studie (World Gold Council) haben die durchschnittlichen Förderkosten (nach AISC) der globalen Goldminenindustrie im 1. Quartal 2025 mit 1.536 Dollar einen neuen Rekordwert erreicht, was einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Zuwachs von 6 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht.
Als Gründe nennt die Studie: saisonal schwächere Produktion im ersten Quartal, höhere Investitionen in die Instandhaltung, Produktionsprobleme bei einzelnen Goldminen sowie höhere Lizenz- und Abgabenlasten, die durch den gestiegenen Goldpreis zusätzlich verstärkt wurden.
Entwicklung der Förderkosten nach AISC während der vergangenen 13 Jahre
Quelle: World Gold Council
Da der Goldpreis die durchschnittlichen Förderkosten derzeit um mehr als das Doppelte übertrifft, kann man bei den meisten Goldminenunternehmen einen Rutsch in die Verlustzone als relativ unwahrscheinlich einstufen, zumal gegenwärtig nichts auf einen starken Einbruch des Goldpreises hindeutet.
Die beiden erwähnten Goldminenindizes haben bislang lediglich die Verluste der vergangenen Jahrzehnte aufgeholt und verfügen angesichts des seither enorm gestiegenen Goldpreises daher über weiteres Nachholpotenzial.
Via ETFs wie dem VanEck Gold Miners UCITS ETF oder dem Amundi NYSE Arca Gold BUGS UCITS ETF könnte man in diversifizierter Form und relativ kostengünstig in diese Branche investieren.
In der vergangenen Woche überwand der Goldpreis erstmals die Marke von 3.700 US-Dollar pro Unze. Die Aussicht, dass die US-Leitzinsen – nach der am Mittwoch erfolgten Zinssenkung um 25 Basispunkte – bis zum Jahresende noch um weitere 50 Basispunkte abrutschen könnten, waren dabei die treibende Kraft.
Mittlerweile taxiert das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario auf über 80 Prozent, nachdem vier Wochen zuvor dieser Wert bei lediglich 38 Prozent lag.
Außerdem stehen insbesondere in der zweiten Wochenhälfte wichtige US-Konjunktur-indikatoren zur Bekanntgabe an.
So erfahren die Marktakteure z.B. am Freitag, wie sich im August der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter entwickelt hat. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich dieser gegenüber dem Vormonat um 2,8 Prozent reduziert haben.
Am Freitag folgen dann noch der PCE-Preisindex (Kernrate) sowie der von der Uni Michigan ermittelte Index zum Konsumentenvertrauen.
In den vergangenen Wochen hat sich in den USA das Risiko einer Rezession deutlich erhöht, was sich u.a. am relativ schwachen US-Arbeitsmarkt ablesen lässt. Vor diesem Hintergrund dürfte die Datenflut vom US-Arbeitsmarkt in der nächsten Woche für zusätzliche Spannung sorgen.
Wenn man sich die Renditen von Gold der letzten 20 Jahre ansieht, war lediglich 2013 deutlich negativ. Da kann man beruhigt optimistisch sein, noch dazu sind viele Prognosen deutlich positiv.
Das Sentiment für Gold ist momentan gut. Es ist aber schon enorm viel eingepreist. Wenn man die Fahnenstange des 5jährigen Goldpreis-Charts ansieht, kann es auch schnell mal bergab gehen. Und da dann frisch in Minenaktien eingestiegen zu sein, ist kein gutes Timing.