Stand: 04.03.2014 von © Gold.de Redaktion CW/SH 0 Kommentare

Während die Mehrzahl der Analysten davon ausgeht, dass die weltweite Goldfördermenge in diesem und im nächsten Jahr steigen wird, beurteilen führende Minenbetreiber die Entwicklung pessimistischer. Laut einem Bericht der Nachrichtendienstleisters Bloomberg vom 3. März 2014 rechnen die Unternehmen nicht nur mit Stagnation, sondern sogar mit fallenden Fördermengen.

Geplante Projekte werden auf Eis gelegt

Die rückläufige Goldpreisentwicklung 2013 hat zu einem deutlichen Wandel im Minensektor geführt, sagen die Vertreter der drei nach Marktkapitalisierung größten Goldförderer Barrick Gold (Kanada), Newmont Mining (USA) und Goldcorp (Kanada). Insgesamt habe der fallende Goldpreis die Branche zu Abschreibungen im Wert von mindestens 30 Milliarden Dollar gezwungen. Geplante Investitionen werden in vielen Bereichen zurückgefahren.

"Wir stehen an einem Wendepunkt", sagt Jamie Sokalsky, CEO von Barrick Gold. Nach seiner Einschätzung werden die Goldfördermengen "stärker fallen als viele Leute heute annehmen". Barrick legt nach den Erfahrungen des letzten Jahres nun einen Goldpreis von 1.100 Dollar zugrunde, um die Profitabilität von Projekten abzuschätzen. Operationen mit höheren Förderkosten pro Feinunze Gold legt der Minenbetreiber nun vorerst auf Eis.

Sinkende Ausgaben für Exploration

Kleinere Unternehmen, die im Bereich Exploration und Entwicklung tätig und zur Finanzierung ihrer Projekte auf Fundraising angewiesen sind, haben es zunehmend schwer, Geldgeber zu finden. Etwa 300 dieser Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe verfügen den Geschäftsberichten zufolge derzeit über einen durchschnittlichen Bargeldbestand von nur 4,7 Millionen Dollar.

Das ist laut Bloomberg weniger als halb so viel Cash wie noch vor zwei Jahren. Mitch Krebs, CEO bei Coeur Mines Ltd., bezeichnet die Investitionskürzungen im Bereich Exploration als "dramatisch."

Weniger Übernahmen im Minensektor

Die im letzten Jahr eingebrochenen Gewinne der Goldminenbetreiber haben auch zu einem deutlichen Rückgang von Übernahmen geführt. Der Kauf von Konkurrenten ist eine in der Branche typischerweise stark genutzte Möglichkeit, die Basis der eigenen Vermögenswerte zu erweitern und die eigene Position am Markt zu stärken. Nur 236 Übernahmen sind 2013 durchgeführt worden. Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2008.

Analysten und Minenbetreiber uneins

Sollte die Goldfördermenge bereits in diesem Jahr zurückgehen, wovon unter anderem der Goldcorp-CEO Chuck Jeannes ausgeht, wäre es der Bruch eines seit 2009 bestehenden Aufwärtstrends.

Aktuelle Schätzungen von Barclays spiegeln die Sorgen und Einschätzungen der Minenbetreiber derzeit jedoch noch nicht wieder. Das britische Finanzdienstleistungsunternehmen rechnet für 2014 mit einem Anstieg des weltweiten Angebots an Minengold auf 2.787 Tonnen Gold und für 2015 mit einem weiteren Anstieg auf 2.838 Tonnen.

So pessimistisch die Vertreter der Minenbranche sind, so zuversichtlich sind sie hinsichtlich der Auswirkungen, die sinkende Fördermengen auf den Goldpreis haben würden. "Ich denke wir können in diesem Jahr sehr leicht Preise oberhalb von 1.400 und auch 1.500 Dollar sehen", sagt Barrick Gold-CEO Jamie Sokalsky. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Schätzung der Analysten liegt laut Bloomberg für 2014 bei 1.210 Dollar und für 2015 bei 1.215 Dollar. Aktuell notiert der Goldpreis im Bereich von etwa 1.350 Dollar je Feinunze.

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