Stand: 06.11.2016  0 Kommentare

Jahrzehntelang wurde sie, wenn überhaupt, lediglich zum Spielen benutzt. Zuletzt war sie Teil der Spielzeugkiste eines fünfjährigen Jungen. Doch jetzt kam heraus: Bei dem "Spielzeug" handelt es sich in Wahrheit um eine extrem seltene britische Goldmünze. Ihr Wert: Rund 250.000 britische Pfund.

Wie der Vater, so der Sohn. Als kleines Kind spielte der Senior gern Pirat, weshalb ihm dessen Großvater vor rund 30 Jahren einige Tüten voll mit alten Münzen schenkte, mit denen sich vorzüglich auf "Schatzsuche" gehen ließ. Kürzlich verstarb der Opa jedoch, und der heute 35-jährige Enkel aus dem englischen Hertfordshire erinnerte sich daraufhin an all die Piratengeschichten, die er als Kind mit den Münzen seines Großvaters ersonnen hatte. Also kramte er die Münzen nach Jahrzehnten wieder hervor, steckte sie in eine Spielzeugkiste und gab sie seinem eigenen Sohn zum Spielen. Und siehe da, auch der fünfjährige Junior entpuppte sich als passionierter Pirat, der sich wie sein Papa vor 30 Jahren eifrig an den Münzen zu schaffen machte.

Und wahrscheinlich wäre das "Spielzeug" nochmals eine Generation weiter gereicht worden, wenn die Arbeiterfamilie unlängst nicht Besuch von einem Bekannten erhalten hätte, dem das schimmernde Stück Gold in der Spielzeugkiste auffiel. Er riet dem ahnungslosen Vater, es begutachten zu lassen. Und der fiel dann aus allen Wolken als ihm die Experten des Auktionshauses Boningtons mitteilten, dass es sich um eine extrem seltene Goldmünze mit einem Wert von bis zu 250.000 britischen Pfund handelt. Das Auktionshaus selbst gab diese ungewöhnliche Geschichte vergangene Woche per Pressemitteilung bekannt.

Queen Anne Vigo Goldmünze eine von nur 15 weltweit

Den Angaben zufolge gehört diese Goldmünze sogar zu den seltensten britischen Goldmünzen überhaupt. Sie wurde im Jahr 1703 bei der Royal Mint in London als Teil der so genannten Vigo Serie geschlagen. Insgesamt wurden nur 20 dieser Goldmünzen zu Beginn der Regentschaft von Queen Anne (1665 - 1714) geprägt. Das Gold für diese 42 Gramm schweren Münzen wurde in der Seeschlacht in der Bucht von Vigo am 23. Oktober 1702 im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges von einer spanischen Galeone, die auf dem Rückweg von Amerika war, erbeutet. Das Edelmetall, zu dem auch Silber gehörte, soll anschließend mit viel Prunk und Gepränge durch die Straßen von London paradiert und im Anschluss direkt vor die Tür der Londoner Prägeanstalt geliefert und dort von deren damaligem Direktor, Sir Isaac Newton, in Empfang genommen worden sein. Wie es hieß, ist die jetzt in einer Spielzeugkiste entdeckte Queen Anne Vigo Goldmünze eine von weltweit nur 15 bekannten Exemplaren ihrer Art. Sie alle befinden sich in privaten Sammlungen.

Heimliches Erbe? - Goldmünze kommt am 16. November unter den Hammer

Derweil bleibt unklar, wie, wann und wo der Großvater in den Besitz dieser extrem seltenen Goldmünze gekommen ist. War er womöglich ähnlich wie sein Enkel in völliger Unkenntnis über den beträchtlichen Wert dieser Münze, als er sie mitsamt den anderen, nicht näher bezeichneten Münzen, als "Spielzeug" an einen kleinen Jungen verschenkte? Oder war es lediglich ein Versehen, das letztlich doch noch ein gutes Ende genommen hat? Könnte es sein, dass der Großvater seinem Enkel ein großzügiges, aber heimliches Erbe vermachen wollte (was ein äußerst riskantes Unterfangen gewesen wäre da Spielzeuge nicht selten verloren gehen)? Fragen, auf die der anonym bleibende 35-Jährige keine Antworten weiß. Laut Mitteilung sagte er dazu lediglich: "Mein Opa war im Laufe seines Arbeitslebens auf der ganzen Welt unterwegs und sammelte viele Münzen aus all den Ländern, die er bereiste". Er (der Opa) habe ihm, als er noch ein kleiner Junge war, "tütenweise Münzen" zum Spielen gegeben, ergänzte der verblüffte und zugleich hoch erfreute Erbe dieser wertvollen Goldmünze. Wie das Auktionshaus mitteilte, soll das seltene Stück nun am Mittwoch, den 16. November 2016 unter den Hammer kommen

Fünf Vigo Goldmünzen sind noch immer verschollen

Es sei erst das sechste Mal In den letzten 50 Jahren, dass eine Queen Anne "Vigo" Goldmünze bei einer Auktion angeboten werde, hieß es weiter. Demnach werde die betreffende Goldmünze bei der anstehenden Versteigerung mit einem Schätzwert zwischen 200.000 und 250.000 britischen Pfund (222.000 bis 277.000 Euro) ausgerufen. Nach eigenen Angaben wird das Auktionshaus Boningtons damit den hauseigenen Preisrekord brechen, der erst Anfang dieses Jahres mit dem Verkauf eines Gemäldes von Winston Churchill für 200.000 Pfund aufgestellt wurde. Unterdessen gelten heute - nach der jetzt bekannt gewordenen Entdeckung - noch immer fünf der ehemals 20 Vigo Goldmünzen als verschollen. Vielleicht lohnt es sich ja, doch noch mal die eigene verstaubte Spielzeugkiste vom Dachboden zu holen. Denn wie der vorliegende Fall zeigt, kann es durchaus sein, dass manche unter uns nicht wissen, mit welchen Schätzen sie einmal um sich geworfen haben.

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