Stand: 31.10.2016  0 Kommentare

Vor etwas mehr als einem Jahr haben Taucher vor der Küste von Florida mehrere hundert Goldmünzen aus der Fracht eines vor 300 Jahren gesunkenen Schiffes der legendären Silberflotte geborgen. Jetzt sind erstmals mehr als 200 dieser so genannten Gold Escudos auf dem freien Markt zu kaufen.

Der 31. Juli hat in dieser Angelegenheit einen besonderen Stellenwert - und zwar in zweierlei Hinsicht.

Erstens: An diesem Tag im Jahr 1715 geriet eine Silberflotte der spanischen Krone vor der Küste von Florida in einen gewaltigen Hurrikan. 11 der 12 Schiffe des Flottenverbandes versanken mit ihrer kostbaren Ladung aus Gold und Silber in den Fluten des Atlantiks. Bei der Tragödie sollen auch mehr als 1.000 Menschen ihr Leben verloren haben.

Zweitens: Auf den Tag genau 300 Jahre später, am 31. Juli 2015, konnten Taucher einer amerikanischen Schatzsucherfirma rund 350 Goldmünzen aus der Fracht der Schiffe aufspüren und bergen. Mit einem heutigen Gegenwert von 4,5 Millionen Dollar handelte es sich dabei um den zweitgrößten Goldfund, der jemals vor der so genannten Treasure Coast (Schatzküste) von Florida gemacht wurde. Und jetzt sind zum ersten Mal 224 Goldmünzen aus dem am Jahrestag der Tragödie gehobenen Münzschatz für jedermann und zu Festpreisen verfüg- und bestellbar. Das teilte der für den Vertrieb des Goldschatzes zuständige Münzhändler, Monaco Rare Coins, am vergangenen Montag (24.10.16) mit.

Goldmünzen sind spanische Gold Escudos

Neben diesen Münzen sind zudem 71 weitere Goldmünzen aus der gesunkenen Silberflotte des Jahres 1715 zum Kauf im Angebot. Diese wurden jedoch nicht am Jahrestag der Katastrophe, sondern bereits zuvor bei ähnlichen Expeditionen in den Jahren 2010 und 2013 geborgen, wie einem diesbezüglichen Bericht des Branchenportals Coinweek zu entnehmen ist. Insgesamt stehen somit 295 Goldmünzen aus dem maritimen Desaster vor 300 Jahren zur Verfügung.

Laut Bericht handelt es sich bei den nun angebotenen Goldmünzen um spanische Gold Escudos, die zwischen den Jahren 1692 und 1715 im heutigen Mexiko, Kolumbien und Peru geprägt worden waren. Die Bandbreite der Nennwerte der angebotenen Gold Escudos reicht von einem bis zu acht Escudos und deckt somit fast sämtliche Stückelungen ab, die es zur fraglichen Zeit als Goldmünzen in der Währung von Spanien gegeben hat.

Silberflotte: Royal Eight Escudos für 275.000 Dollar

Unterdessen variieren die Preisschilder der jetzt verfügbaren Goldmünzen aus der gesunkenen Silberflotte stark. So ist etwa eine im Jahr 1694 im heutigen Kolumbien geprägte Goldmünze mit dem Nennwert zwei Escudos je nach Erhaltungszustand bereits für zwischen 2.500 und 3.500 US-Dollar zu haben. Für eine im Jahr 1712 in Peru geprägte Acht-Escudo Goldmünze sind dagegen immerhin 45.000 Dollar fällig. Zusammen sollen die zum Verkauf stehenden Gold Escudos einen Wert von mehr als einer Million Dollar haben, was allerdings nicht mal einem Viertel des gesamten Wertes des gehobenen Münzschatzes entspricht.

Dies deutet darauf hin, dass mehr als 100 der im Juli 2015 geborgenen Goldmünzen eine andere Zweckbestimmung erfahren werden - sei es, dass sie in Zukunft in einem Museum zu sehen sein werden oder aber einer Versteigerung zugeführt werden, die deutlich höhere Erlöse verspricht. So konnten etwa Anfang des Jahres bereits neun der seltensten und wertvollsten Goldmünzen mit der Bezeichnung Royal Eight Escudos für jeweils rund 275.000 Dollar an anonyme Käufer veräußert werden.

Goldschiff mit 14 Tonnen Gold aus Kalifornien an Bord

Sämtliche jetzt zur Verfügung stehenden Goldmünzen sollen vorab von der amerikanischen Numismatic Guaranty Corporation geprüft, beglaubigt und bewertet worden sein. Alle außer fünf seien demnach in einem nahezu prägefrischen Zustand, hieß es. Unterdessen weist der oben genannte Münzhändler darauf hin, dass die 295 Goldmünzen aller Voraussicht nach zügig vergriffen sein werden. Das freut Brent Brisben, den Gründer der für den Goldfund verantwortlichen Schatzsucherfirma "1715 Fleet - Queens Jewels", aus mehreren Gründen.

Zum Einen hat der Schatzsucher sein Unternehmen ja nicht nur aus Leidenschaft gegründet. Auf der anderen Seite möchte er aber auch, dass das Schicksal der anno 1715 versunkenen Schiffe, Menschen und Schätze nicht in Vergessenheit gerät. Und das nimmt man ihm sogar ab. Denn schon sein eigener Ur-Ur-Ur-Großvater war im Jahr 1857 beim Untergang der berühmten SS Central America alias "das Goldschiff" in einem Hurrikan vor der Ostküste der USA ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich, neben der Besatzung und Passagieren, auch 14 Tonnen Gold aus Kalifornien an Bord.

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