Stand: 13.11.2016  0 Kommentare

Im vergangenen Juni haben Archäologen bei Kalkriese in Niedersachsen acht römische Goldmünzen gehoben, die wahrscheinlich in den Wirren der legendären Varusschlacht verloren gegangen waren. Jetzt wird der sensationelle Fund im Museum Kalkriese ausgestellt.

Nur vier Monate nach dem sensationellen Fund von acht römischen Goldmünzen aus der Zeit des römischen Kaisers Augustus eröffnet das Museum Kalkriese am Samstag (12.11.16) die Sonderausstellung "Neues Gold aus Kalkriese". Im Zentrum der interaktiven Kabinettausstellung stehen die im Juni gefundenen wertvollen antiken Goldmünzen, von denen Archäologen glauben, dass sie einen bedeutenden Beleg dafür liefern, dass die historisch belegte Varusschlacht tatsächlich bei Kalkriese nahe Osnabrück in Niedersachsen stattgefunden hat. Die Ausstellung wird Besuchern noch bis Mitte Januar offen stehen.

Römische Goldmünzen "unter die Lupe" genommen

Nach Angaben des Museums zeigt die Ausstellung die Geschichte rund um diese Goldmünzen, ihre Bedeutung und fiskalischen Wert vor 2.000 Jahren sowie ihren heutigen Wert für Wissenschaft und Forschung. Dabei wird einer Vielzahl an Fragen nachgegangen wie etwa: Wie kamen römische Goldmünzen in den dortigen Boden? Und was bedeuten sie für die weitere Forschung am mutmaßlichen Ort der Varusschlacht? Wie es hieß, wird der außergewöhnliche Fund nicht einfach nur ausgestellt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes "unter die Lupe" genommen. So werden die Besucher anhand von hochauflösenden digitalen Grafiken in der Lage sein, die Besonderheiten dieser antiken Goldmünzen bis ins kleinste Detail zu betrachten. Darüber hinaus geht die Ausstellung ausführlich auf die damalige römische Münzproduktion und Geldwirtschaft ein und macht diese durch interaktive Angebote nachvollziehbar.

Goldmünzen womöglich das gesamte Ersparnis eines Römers

Die betreffenden Goldmünzen wurden in der Zeit um Christi Geburt in der damaligen römischen Stadt Lugdunum (das heutige französische Lyon) geprägt und stellten zusammen einst den Gegenwert eines Jahreseinkommens eines einfachen Soldaten dar. "Die Münzen waren auch in der Antike schon sehr wertvoll", betonte der für den Fund verantwortliche Grabungsleiter Salvatore Ortisi von der Universität Osnabrück. Demnach seien diese acht Goldmünzen insgesamt etwa so viel wert gewesen, dass eine ganze römische Familie ein Jahr lang davon hätte leben können, so der Archäologe. Es handle sich deshalb nicht um einen Kleinfund, sondern womöglich um das gesamte Ersparnis eines Römers.

Aurei aus der Zeit von Kaiser Augustus

Bei den Goldmünzen handelt es sich um so genannte Aurei, die über vier Jahrhunderte hinweg die wichtigste Währung des Römischen Reiches waren. Die jetzt ausgestellten Aurei wurden zwischen den Jahren 2 v. Chr. und 5 n. Chr. geschlagen und fallen somit in die Regentschaft von Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.). Immer wieder kommt es in der Fundregion Kalkriese zu Münzfunden aus der Römerzeit. Auffallend ist, dass bisher keine Münzen geborgen werden konnten, die nach dem Jahr 9 n. Chr., also dem Jahr der Varusschlacht, geprägt worden waren. Ein weiterer deutlicher Hinweis, dass sich das historische Ereignis tatsächlich dort abgespielt haben muss.

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"