Stand: 26.11.2014 von © Gold.de Redaktion SW/SH 1 Kommentare

Es ist wohl der Alptraum eines jeden Edelmetall-Anlegers: Die goldenen Münzen und Barren sollen nach mehreren Jahren verkauft werden - doch der Ankäufer winkt ab und stellt eine vernichtende Diagnose: Fälschung. Entsprechende Zwischenfälle sind selten - doch immer wieder schaffen es windige Geschäftemacher vereinzelt, die aufwändigen Sicherheitsmerkmale, Verpackungen und Zertifikate zu fälschen. Derzeit sorgt ein Aufklärungsvideo eines deutschen Edelmetallhändlers für Aufsehen.

Auf den ersten Blick sind kaum Unterschiede zu erkennen, auch bei der Vermessung gibt es nur minimale Abweichungen - ein deutscher Goldhändler schlägt Alarm zu gut gemachten Goldfälschungen: Tim Schieferstein, Geschäftsführer von "goldsilbershop.de ", berichtet in einem aktuellen Video, welches bei YouTube zu finden ist, von seinem Kontakt mit Goldfälschern aus China. Von dort hat er nach eigenen Angaben "exzellente Fälschungen" von Goldmünzen aus China. Anlass war eine Warnmeldungen des Berufsverbandes des deutschen Münzenfachhandels.

Gold Fälschungen im Video: Kaum Unterschiede zwischen Original und Fälschung

Der Edelmetallhändler stellt in seinem Informationsvideo jeweils Original und Fälschung von Krügerrand, American Eagle und einem Maple Leaf vor. Schieferstein berichtet, dass die Fälscher sehr professionell vorgehen und die Abwicklung schnell und sicher durchführen. Und selbst beim genauen Hinsehen sind kaum Unterschiede zu erkennen: Das Ahornblatt des Originals glänzt mehr als die Fälschung des Maple Leafs, zudem können die Fälscher bisher die Sicherheitsgravur der Royal Canadian Mint nicht nachahmen. Beim Krügerrand sind die Konturen sowohl bei Original als auch bei Fälschung sehr deutlich zu erkennen, nur die Dicke der Grashalme weichen minimal ab.


In den allermeisten Fällen werden Goldmünzen Fälschungen von professionellen Edelmetallhändlern sofort enttarnt, die großen Handelshäuser haben verlässliche Mechanismen zur Fälschungserkennung installiert. Sie verfügen über das entsprechende Gerät - für Otto Normalanleger ist dieses jedoch mit Kaufpreisen im fünfstelligen Bereich unerschwinglich. Sie dürften also durchaus Probleme haben, die Echtheit von Goldmünzen oder Barren festzustellen - denn die Fälscher haben aufgerüstet und stopfen Barren gern mit Wolframstäben aus, um das spezifische Gewicht von Gold zu erreichen. Die Fälschungserkennung ist dennoch nicht ausschließlich Fachleuten vorbehalten - auch Privatanleger können mit einfachen Mitteln überprüfen, ob eine Münze echt ist oder nicht.

Gold mit Tauchwägeverfahren prüfen

Vorbilder gibt es viele: So hat beispielsweise Archimedes von Syrakus bereits mehrere hundert Jahre vor Christi Geburt die physikalischen Gesetze vom Auftrieb schwimmender Körper beschrieben und das sogenannte "Tauchwägeverfahren" entwickelt, welches auch als "Wassertest" bekannt ist. Dieses läuft folgendermaßen ab:
  • Wer sein Gold testen möchte, sollte zuerst ein Glas mit Wasser befüllen und danach dieses Glas auf eine Waage stellen.
  • Daraufhin muss die Waage auf Null gestellt werden und die zu prüfende Münze mit einem Faden in das Glas gelassen werden, ohne dass die Münze die Wände oder den Boden berührt. Mit diesem Vorgehen zeigt die Waage das exakte Volumen des eingetauchten Objektes an.
  • Jetzt muss gerechnet werden: Gewicht der Münze geteilt durch das ermittelte Volumen ergibt das spezifische Gewicht der Münze.
  • Dies sollte mit den Sollwerten verglichen werden, die für jede Münze bekannt sind.

Es ist also in jedem Fall empfehlenswert, stets die genauen Maße der jeweiligen Münzen zu kennen, dazu gehören Durchmesser, Dicke oder Gewicht. Diese Eigenschaften lassen sich von Fälschern kaum imitieren, da die offiziellen Prägestätten hochspezialisierte Geräte zur Herstellung von Goldmünzen einsetzen.

Die exakten Werte für Durchmesser und Dicke sowie Gewicht sind wichtig, weil Fälschungen gern mit einer geringeren Legierung geprägt wurden. Und wenn eine minderwertige Legierung zum Einsatz kommt, entspricht die Dicke der Münze meist nicht dem Zielwert.

Gold Fälschungen: So kann man Gold auf Echtheit prüfen

Gold mit Magnetprüfung testen

Zudem sorgt der Einsatz eines Magneten meist für Klarheit: Ein Magnet darf nicht an einem Goldstück haften bleiben - Gold ist grundsätzlich nicht magnetisch. Wenn der Magnet kleben bleibt, handelt es sich bei der vermeintlichen Goldmünze höchstwahrscheinlich um eine eisenhaltige Legierung mit einer Vergoldung.

Chemische Methode: Gold mit Prüfsäure testen

Viele Anleger setzen neben den oben genannten Verfahren auf eine chemische Prüfmethode. Hierbei helfen die spezifischen Eigenschaften des Goldes: Legierungen aus Gold, Silber und Kupfer sind besonders anfällig für Säuren, wenn sie wenig Gold enthalten. Grundsätzlich gilt also: Je höher der Goldgehalt, desto widerstandsfähiger ist die Münze gegenüber Prüfsäuren. Normalerweise kommt Salpetersäure in unterschiedlicher Konzentration zum Einsatz. Wenn der Prüfgegenstand sich beim Auftragen der Säure nicht verändert, handelt es sich um eine hochwertige Goldlegierung. Allerdings ist beim Umgang mit den Probiersäuren besondere Vorsicht nötig - durch Verätzungen können schwere Verletzungen entstehen.

Gold Fälschung erkennen: Weitere Anhaltspunkte

  • Klang: Ein Wolfram-Barren klingt anders als ein Goldbarren.
  • Lichtbrechung: das Licht auf der Oberfläche der Münze nicht richtig gebrochen wird, erkennen Experten meist sehr schnell eine Fälschung.
  • Oberfläche: Die meisten Fälschungen weisen im Vergleich zum Original eine zu glatte Oberfläche auf oder sind künstlich "gealtert" - besonders auffällig "alt" oder "neu" aussehende Oberflächen sind ein Alarmzeichen.
  • Mechanische Veränderung: Viele Tipps zur Fälschungserkennung sind nicht weiterzuempfehlen. Ein wenig schmirgeln oder feilen - und wenn sich die Farbe des Goldes stark ändert, ist die Wahrscheinlichkeit eines Imitats hoch. Allerdings verliert die Münze bei diesem Verfahren sofort an Wert und wird nicht mehr von allen Ankaufstellen angenommen.

Kauf beim Fachhändler erspart Sorgen

Wer bei Fachhändlern oder Banken (meist teurer) kauft, kann übrigens stets davon ausgehen, dass es sich um echte und geprüfte Ware handelt und muss selbstverständlich nicht automatisch seine Edelmetalle selbst zusätzlichen Prüfmethoden unterziehen. Gerade Fachhändler sind diesbezüglich gut ausgerüstet und informiert. Oft ist eine Prüfung seitens der Händler auch gar nicht erforderlich, wenn der Händler die Ware direkt von der Prägestätte oder vom Großhändler bezieht. Beim Kauf über Online-Auktionshäuser sieht dies schon anders aus: Gerade hier ist einer der größten Absatzwege um Fälschungen in den Umlauf zu bringen und dementsprechend das Risiko als Käufer immens höher. Gerade unerfahrene Käufer vergessen bei der Aussicht auf ein vermeintliches Schnäppchen, dass Betrüger bei Ihren Accounts durch Drittaccounts Bewertungen gezielt fälschen können.

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Kommentare [1]
  • von Grammfan | 27.11.2014, 00:06 Antworten

    Zum Glück kauf ich mir nur 1-5g barren. Sicher ist sicher!
    und der Wassertest kostet nichts.

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