| GOLD | 4.719,33 $/oz | 4.022,00 €/oz | 129,31 €/g | 129.310 €/kg |
| SILBER | 87,34 $/oz | 74,50 €/oz | 2,40 €/g | 2.395,23 €/kg |
Während der Schmucksektor unter Druck stand, legte der Investmentbereich kräftig zu (siehe Tabelle). Die Schmucknachfrage sank in Q2 nämlich im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 Prozent auf 341,0 Tonnen – ein Niveau, das fast an die Pandemiezeit heranreicht.
Besonders in China und Indien, traditionell starke Schmuckmärkte, führten hohe Preise und wirtschaftliche Unsicherheiten zu einem spürbaren Rückgang bei den Absatzmengen. Zwar stiegen die Ausgaben für Goldschmuck weltweit um 21 Prozent auf 36 Mrd. US-Dollar, doch die gekauften Mengen gingen deutlich zurück.
Gleichzeitig verzeichnete der Investmentsektor ein starkes Wachstum. Die Nachfrage stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 78,0 Prozent auf 477,2 Tonnen – getragen von Gold-ETFs (+170,5 Tonnen) und soliden Barren- und Münzkäufen (+11,5 Prozent auf 306,8 Tonnen). Insbesondere in China und Europa war das Interesse groß.
Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und ein schwächerer US-Dollar stärkten die Rolle des Goldes als sicherer Hafen. Ein noch stärkeres zweites Quartal wurde im Investmentbereich zuletzt im Jahr 2020 verzeichnet.
World Gold Council: Gold Demand Trends Q2 2025
| Nachfrage (in Tonnen) | Q2 2024 | Q2 2025 | Diff. (% p.a.) |
|---|---|---|---|
| Schmuckproduktion | 417,2 | 356,7 | -14,5 % |
| Schmucknachfrage | 395,6 | 341,0 | -13,8 % |
| Lagerbestände | 21,6 | 15,7 | -27,3 % |
| Technologie | 80,2 | 78,6 | -2,0 % |
| Elektronik | 66,8 | 65,8 | -1,5 % |
| Andere Industrien | 11,1 | 10,8 | -2,7 % |
| Dentalbranche | 2,3 | 2,1 | -8,7 % |
| Investment | 268,1 | 477,2 | 78,0 % |
| Barren & Münzen | 275,2 | 306,8 | 11,5 % |
| ETFs und ähnliche Produkte | -7,1 | 170,5 | |
| Notenbanken | 211,5 | 166,5 | -21,3 % |
| Goldnachfrage (ohne OTC) | 977,0 | 1.079,0 | 10,4 % |
| OTC u.a. | 233,0 | 169,8 | |
| Goldnachfrage (insgesamt) | 1210,0 | 1248,8 | 3,2 % |
| Minenproduktion | 896,20 | 908,6 | 1,4 % |
| Hedging (Preisabsicherung) | -20,4 | -7,1 | |
| Recycling | 334,2 | 347,2 | 3,9 % |
| Gesamtangebot | 1.210,0 | 1.248,8 | 3,2 % |
Die Nettokäufe der Notenbanken reduzierten sich in Q2 um 21,3 Prozent auf 166,5 Tonnen. Mit 415,0 Tonnen lagen die Zahlen für das erste Halbjahr unter den Vergleichswerten der beiden vorherigen Jahre (2024: 524,8 Tonnen und 2023: 466,8 Tonnen).
Der Goldhunger scheint zwar nachzulassen, erwies sich aber weiterhin als eine wichtige Stütze für den Goldpreis. Und eines sollte man dabei auf keinen Fall außer Acht lassen: In den vergangenen drei Jahren fielen die jährlichen Goldkäufe mit jeweils mehr als 1.000 Tonnen überdurchschnittlich hoch aus.
Die in den vergangenen 15 Jahren registrierten Käufe beliefen sich auf einen Durchschnittswert von 593 Tonnen pro Jahr. Gemessen daran kann man mit Blick auf die Halbjahreszahlen nach wie vor von einem stark ausgeprägten Goldappetit sprechen.
Trotz der schwachen Goldnachfrage der Schmuckbranche verzeichnete die weltweite Gesamtnachfrage in Q2 einen Zuwachs um 10,4 Prozent auf 1.079,0 Tonnen. Zugleich verzeichnete das Goldangebot ein geringeres Wachstum und legte um 3,2 Prozent auf 1.248,8 Tonnen zu.
Bei der Minenproduktion war lediglich ein Anstieg um 1,4 Prozent auf 908,6 Tonnen registriert worden, während im Recyclingsektor ein Plus von 3,9 Prozent auf 347,2 Tonnen zu Buche schlug.
Fazit: Gegenwärtig spricht wenig dafür, dass die weltweite Begeisterung für Gold nachlassen wird.
Die Fed-Sitzung der vergangenen Woche erwies sich als hochinteressant.
Zum einen, weil sich zwei stimmberechtigte US-Notenbanker gegen das Beibehalten des derzeitigen Zinsniveaus ausgesprochen haben.
Zum anderen liegt es daran, dass die US-Notenbankgouverneurin Adriana D. Kugler ihren Rücktritt zum 8. August 2025 angekündigt hat – mehrere Monate vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit im Januar 2026. Nun kann US-Präsident Donald Trump den frei werdenden Posten mit einer Person seines Vertrauens neu besetzen.
Übrigens: Er selbst plädierte Mitte Juli für eine Reduktion der Fed Funds um 300 Basispunkte auf ein Prozent. An den internationalen Finanzmärkten genießt Jerome Powell - wenig überraschend - erheblich mehr Vertrauen als Donald Trump.
In den kommenden Handelstagen dürften sich die Marktakteure für diverse Einkaufsmanagerindizes und die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stark interessieren, schließlich hat der Juli-Arbeitsmarktbericht des US-Arbeitsministeriums stark enttäuscht.
Sollte die Zahl neuer Arbeitsloser über der Prognose von 220.000 liegen, dürfte eine Zinssenkung um 25 Basispunkte am 17. September immer wahrscheinlicher werden – und sinkende Leitzinsen gelten bekanntlich als eines von vielen Kaufargumenten für Gold.