Stand: 28.08.2017 von Egmond Haidt 2 Kommentare

Der Goldpreis ist in die Nähe des höchsten Niveaus seit November 2016 geklettert. Und was machen die Amerikaner? Sie kaufen kaum noch Gold. Welchen Grund kann es hierfür geben?

Trotz des jüngsten kleinen Kursrückgangs notiert der Goldpreis weiterhin in der Nähe der Marke von 1.300 Dollar je Unze. Für den Rückgang hatte die Meldung gesorgt, das Team von Präsident Donald Trump habe Fortschritte bei einer möglichen Steuerreform gemacht.

Daraufhin waren die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen und der Dollar etwas gestiegen, woraufhin die Goldpreisentwicklung ein wenig Gegenwind hatte.

Verkäufe der US-Münzprägeanstalt brechen ein

Umso bemerkenswerter ist in dem Umfeld, dass die Goldkäufe der Amerikaner stark gesunken sind. So hat die Münzprägeanstalt United States Mint (US Mint) seit Anfang August für lediglich 9.000 Unzen Goldmünzen verkauft.

Würde das schwache Tempo bis zum Monatsende anhalten - wovon auszugehen ist -, würde der Wert im gesamten Monate lediglich rund 12.700 Unzen erreichen. Das wäre ein Einbruch um fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

Damit würde sich die schwache Entwicklung seit Jahresanfang fortsetzen. In den Monaten Januar bis Juli 2017 lagen die Verkäufe bei lediglich 211.000 Unzen - ein Minus von herben 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Erstaunen dürfte viele Investoren auch die Entwicklung in den USA im Bereich Gold-ETCs. So ist der Goldbestand des SPDR Gold Shares, des weltgrößten Gold-ETCs, zuletzt auf 799,29 Tonnen (25.697.857,02 Unzen) gesunken, gegenüber 822,17 Tonnen für Ende Dezember 2016.

Dollar ist kräftig im Rückwärtsgang

Die Nachfrage nach Gold ist so schwach, obwohl der Dollar Index, der die Entwicklung des Dollar gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro, Yen, britisches Pfund und Schweizer Franken, abbildet, gegenüber Ende 2016 um 8,5 Prozent gesunken ist.

Trump hat zwar nicht viel auf die Reihe gekriegt, sein Ziel eines schwachen Dollar, hat er allerdings erreicht. Offensichtlich wollen sich viele Amerikaner gegen den bisherigen Rückgang des Dollar und einen möglichen weiteren nicht mit Gold absichern. Dabei könnte der Dollar in den nächsten Monaten noch deutlich schwächer werden.

Sparquote drastisch nach unten korrigiert

Vielleicht liegt die schwache Goldnachfrage aber auch an einem ganz anderen Grund: dass viele Amerikaner schlichtweg kaum Geld haben, um sich Gold zu kaufen.

So hatte das Wirtschaftsministerium die Sparquote für Juni von ursprünglich 5,5 Prozent auf nur mehr 3,8 Prozent nach unten revidiert. Damit ist die Sparquote ähnlich niedrig wie im August 2008, also wenige Wochen vor der Pleite von Lehman Brothers, mit 3,7 Prozent.

Damit lag das Sparvolumen im Juni 2017 bei einer Jahresrate von lediglich 546,4 Mrd. Dollar statt wie ursprünglich angekündigt bei 790,8 Mrd. Dollar. Das ist eine aufs Jahr hochgerechnete Lücke von herben 244 Mrd. Dollar.

Oder anders ausgedrückt: Das Sparvolumen sämtlicher Amerikaner lag im Juni bei lediglich 45,5 Mrd. Dollar - welch mickriger Wert. Außer den Reichen spart offensichtlich kaum jemand in den USA.

Spekulanten setzen auf weiteren Anstieg des Goldpreises

Während viele Amerikaner den Kauf von Goldmünzen und Gold-ETCs meiden, sind die Spekulanten zuletzt deutlich bullischer für Gold geworden.

So haben sie die Zahl der Futures und Optionen auf steigende Kurse (Long) kräftig aufgestockt und gleichzeitig jene auf fallende Kurse (Short) deutlich abgebaut. Damit ist die Netto-Long-Position auf 179.537 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2016.

Goldpreis in US Dollar 1 Jahr

Die Goldnachfrage in den USA ist unglaublich schwach
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
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Kommentare [2]
  • von bling bling | 01.09.2017, 16:20 Antworten

    wenn ich trump wäre, baute ich häuser mit güldenen wasserhähnen auf pump.
    wenn ich trump wäre, säh ich aus wie gerd fröbe mit toupe.

  • von plover | 30.09.2017, 17:45 Antworten

    wenn ich trump wäre, und nicht plüm plüm wäre ich nicht so bling wie plüm plümmm.

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