| GOLD | 4.695,78 $/oz | 4.009,80 €/oz | 128,92 €/g | 128.918 €/kg |
| SILBER | 86,77 $/oz | 74,11 €/oz | 2,38 €/g | 2.382,69 €/kg |
Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt die rückläufige Nachfrageim Schmucksektor(siehe Tabelle). Vor allem die hohen Goldpreise dämpfen die Kauflaune vieler Konsumenten – insbesondere in China (-32 Prozent p.a.). In wichtigen Märkten greifen Käufer seltener zu oder weichen auf leichtere beziehungsweise günstigere Edelmetalle aus.
| Nachfrage (in Tonnen) | Q1 2025 | Q1 2026 | Diff. (% p.a.) |
|---|---|---|---|
| Schmuckproduktion | 434,6 | 335 | -22,9 % |
| Schmuckverkauf | 391,2 | 299,7 | -23,4 % |
| Lagerbestände Schmuck | 43,5 | 35,3 | -18,9 % |
| Technologie | 80,4 | 81,6 | 1,5 % |
| Elektronik | 67,1 | 69,3 | 3,3 % |
| Andere Industrien | 11,3 | 11 | -2,7 % |
| Dentalbranche | 2,1 | 2 | -4,8 % |
| Investment | 563,6 | 535,6 | -5 % |
| Barren & Münzen | 333,6 | 473,6 | 42 % |
| Physische Barren | 265 | 397,7 | 50,1 % |
| Offizielle Münzen | 45,9 | 48 | 4,6 % |
| Medaillen | 22,7 | 27,9 | 22,9 % |
| ETFs und ähnliche Produkte | 229,9 | 62 | -73 % |
| Notenbanken | 237 | 243,7 | 2,8 % |
| Goldnachfrage (ohne OTC) | 1315,6 | 1195,9 | -9,1 % |
| OTC u.a. | -110,6 | 35,1 | |
| Gesamtnachfrage (in Tonnen) | 12501 | 1231 | 2,1 % |
| Minenproduktion | 863,6 | 884,7 | 2,4 % |
| Hedging (Preisabsicherung) | -7 | -19,7 | |
| Recycling | 348,5 | 366 | 5 % |
| Gesamtangebot | 1205,1 | 1231 | 2,1% |
Im Gegensatz dazu zeigt sich der Investmentsektor relativ robust. Anleger setzen verstärkt auf Gold als Absicherung gegen Unsicherheiten wie Inflation, geopolitische Spannungen und volatile Finanzmärkte. Besonders gefragt sind klassische Anlageformen wie Goldbarren und Goldmünzen (+42 Prozent p.a.). Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Gold weiterhin als sicherer Hafen wahrgenommen wird.
Auch der ETF-Sektor trägt zur stabilen Investmentnachfrage bei. Nach schwächeren Phasen (2021 bis 2024) verzeichnen börsengehandelte Goldfonds seit sieben Quartalen in Folge Zuflüsse. Mit plus 62 Tonnen unterschreiten diese ihren vergleichbaren Vorjahreswert allerdings um 73 Prozent. Die gestiegenen Goldbestände sind vor allem auf die Region Asien zurückzuführen. Mit 84 Tonnen wird dort der Rekordwert des Vorquartals (+91 Tonnen) nur knapp verfehlt.
Starke Käufe gibt es auch unter den Notenbanken zu beobachten. Mit 243,7 Tonnen wurde auf Jahressicht ein leichter Zuwachs erzielt.
Der Technologiesektor spielt dagegen nach wie vor eher eine untergeordnete Rolle. Die industrielle Nachfrage nach Gold bleibt stabil, zeigt aber keine größeren Wachstumsimpulse. Für den Gesamtmarkt sowie für den Goldpreis ist dieser Bereich daher weniger entscheidend.
Trotz der starken Investmentnachfrage ergibt sich unter dem Strich ein Rückgang der Gesamtnachfrage – zumindest wenn außerbörsliche (OTC-)Transaktionen ausgeklammert werden. Die positiven Effekte aus dem Investmentbereich können die schwache Schmucknachfrage nicht vollständig ausgleichen, wenngleich der Markt derzeit stärker von Investoren als von Konsumenten getrieben wird.
Wichtig zu wissen: Auf der Angebotsseite zeigt sich ein nahezu stagnierendes Bild. Mit der Minenproduktion geht es trotz neuer Goldpreisrekorde lediglich leicht nach oben, was auf strukturelle Herausforderungen wie steigende Kosten und begrenzte neue Projekte zurückzuführen ist. Gleichzeitig nimmt das Recycling stärker zu, da hohe Preise Anreize schaffen, Altgold zu verkaufen. Insgesamt gleichen sich diese Effekte weitgehend aus, sodass das Gesamtangebot kaum wächst.
Fazit: Die gestiegene Nachfrage bei Barren und Münzen sowie das anhaltend hohe Interesse von ETF-Investoren und Notenbanken lässt vor allem einen Schluss zu – Die Marktunsicherheit nimmt eher zu als ab.
Die Uneinigkeit bei der vergangenen Fed-Sitzung liefert den besten Beweis, dass die aktuelle Marktlage ziemlich besorgniserregend ist. Bei der Abstimmung über die Zinsentscheidung gab es vier Gegenstimmen. Drei US-Notenbanker wollten in dem offiziellen Statement die Aussicht auf Zinssenkungen komplett streichen, weil man eher mit einem künftigen Anheben der Zinssätze rechne. Einer plädierte indes für eine sofortige Zinssenkung. Letztendlich verwies der aus dem Amt scheidende Fed-Chef Jerome Powell, dass man sich mit 8 zu 4 Stimmen für ein Beibehalten des aktuellen Zinsniveaus entschieden habe.
In den kommenden Handelstagen dürfte nun die anstehende Datenflut vom US-Arbeitsmarkt für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen. Los geht's am Mittwoch mit dem ADP-Monatsbericht, gefolgt vom Challengerbericht über Stellenstreichungen und den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe (beide Donnerstag). Am Freitag folgt dann noch der April-Bericht des US-Arbeitsministeriums. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll die Arbeitslosenrate bei 4,3 Prozent verharren und die Zahl neu geschaffener Stellen von 178.000 auf 60.000 regelrecht eingebrochen sein.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Angesichts der jüngsten Rekordhochs wichtiger US-Aktienindizes hat man den Eindruck, dass Nachrichten und Aktienkurse derzeit nicht so recht zusammenpassen.