Stand: 19.02.2017  0 Kommentare

Wie der World Gold Council in den „Gold Demand Trends 2016“ berichtete, ist die Goldnachfrage im Gesamtjahr 2016 um 2 Prozent auf ein Dreijahreshoch von 4.308,7 Tonnen gestiegen. Einer rückläufigen Nachfrage Goldbarren, Goldmünzen und Goldschmuck sowie nach Gold für technologische Anwendungen stand ein kräftiges Plus bei der Nachfrage nach Gold-ETFs und anderen börsengehandelten Goldprodukten gegenüber. Die Zentralbanken erhöhten Ihre Goldbestände in geringerem Tempo als 2015, bleiben aber im siebten Jahr in Folge Nettokäufer.

Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen

Die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen lag 2016 mit 1.029,2 Tonnen um 1,7 Prozent niedriger als im Vorjahr und fiel regional sehr unterschiedlich aus. China, der weltweit größte Markt für Goldbarren und Münzen verzeichnete einen Anstieg um 24,75 Prozent auf 284,55 Tonnen, während die Nachfrage im zweitgrößten Markt Indien um 17,12 Prozent auf 161,58 Tonnen zurückging.


Goldnachfrage bei Goldbarren und Goldmünzen Q4/2016

In Deutschland, dem größten europäischen Markt, sank die Goldnachfrage um 9,2 Prozent auf 105,29 Tonnen. Zugleich stieg das Kaufvolumen in den USA um 30,37 Prozent auf 93,23 Tonnen. Weitere Wachstumsmärkte waren die Türkei mit einem Anstieg der Goldnachfrage um 26,99 Prozent auf 29,35 Tonnen und Japan mit einem Anstieg um 23,79 Prozent auf 20,01 Tonnen.

Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen: Top 10 Länder 2016

Platz Land Goldnachfrage (Tonnen) Veränderung
1. China 284,55 24,75 %
2. Indien 161,58 -17,12 %
3. Deutschland 105,29 -9,20 %
4. USA 93,23 30,37 %
5. Thailand 69,68 -10,64 %
6. Vietnam 42,92 -10,18 %
7. Türkei 29,35 26,99 %
8. Indonesien 21,11 4,92 %
9. Pakistan 16,02 10,77 %
10. UK 10,94 27,57 %
Welt gesamt 1029,18 -1,70 %

Goldnachfrage der Zentralbanken

Die Zentralbanken erhöhten ihre Goldbestände im Jahr 2016 um 576,5 Tonnen und blieben damit im siebten Jahr in Folge Nettokäufer. Allerdings war die Goldnachfrage gegenüber 2015 um rund 33 Prozent rückläufig und erreichte den tiefsten Stand seit 2010.

Das geringere Kaufvolumen ist vor allem auf Währungsverluste in Schwellenländern gegenüber dem US-Dollar zurückzuführen. Die drei aktivsten Goldkäufer waren die Zentralbanken Russlands, Chinas und Kasachstans, die gemeinsam rund 80 % der staatlichen Nachfrage stellten.

Staatliche Goldreserven: Top 10 2016

Platz Land Goldreserven (Tonnen) Anteil an Währungsreserven
1. USA 8.133,46 73,82 %
2. Deutschland 3.377,94 67,62 %
3. IWF 2.814,04 k. A.
4. Italien 2.451,84 66,85 %
5. Frankreich 2.435,85 61,52 %
6. China 1.842,56 2,19 %
7. Russland 1.615,19 15,19 %
8. Schweiz 1.039,99 5,63 %
9. Japan 765,22 2,32 %
10. Niederlande 612,45 62,8 %


Goldanteil an Staatsreserven Stand Q4/2016

Nachfrage nach Gold ETFs

Gold ETFs und ähnliche börsengehandelte Goldprodukte verzeichneten im Jahr 2016 Zuflüsse von 532 Tonnen. 2015 hatten sich die Investoren noch von physisch besicherten Fondsanteilen mit einem Volumen von 128,3 Tonnen getrennt.

Im Oktober hatten die Zuflüsse bereits 750 Tonnen erreicht, Nach der Wahl in den USA folgten im November und Dezember dann Gewinnmitnahmen. Der aggressive Wachstumskurs des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump sowie die Anhebung der Leitzinsen im Dezember durch die Fed machten US-Aktien und Anleihen aus Sicht vieler Besitzer der Fondsanteile wieder attraktiver als Gold.

Anleger in kontinentaleuropäischen Fonds wie ZKB Gold ETF (Schweiz) oder ETCs wie Xetra-Gold (Deutschland) investierten Ihr Geld vor allem im dritten Quartal und stießen die Bestände zum Jahresende nur in geringem Umfang wieder ab. Von 28 Tonnen an Rückflüssen aus Europa entfielen 26 Tonnen auf das Vereinigte Königreich.


Goldbestand der Top 10 Gold-Etf´s Q4/2016

Zum Jahresende 2016 hielten Gold-ETFs insgesamt 2.142,4 Tonnen Gold: ein Anstieg um gut 33 Prozent gegenüber 2015. Unter den größten Fonds befand sich erwartungsgemäß der SPDR Gold Trust (USA) mit 82218 Tonnen auf dem ersten Platz, gefolgt vom iShares Gold Trust (USA) mit 196, 20 Tonnen. Den stärksten Zuwachs in den Top 10 der Gold-ETFs verzeichnete iShares Physical Gold mit einem Anstieg des Fondsvolumens um mehr als 400 Prozent.

Top 10 Gold ETFs 2016

Platz Gold-ETF Land Goldbestand (Tonnen) Veränderung
1. SPDR Gold Trust USA 822,18 27,99 %
2. iShares Gold Trust USA 196,20 28,59 %
3. ZKB Gold ETF Schweiz 145,46 14,82 %
4. ETFS Physical Gold UK 143,73 39,72 %
5. Xetra-Gold Deutschland 117,59 98,48 %
6. Gold Bullion Securities UK 94,70 38,15 %
7. Source Physical Gold UK 85,36 79,03 %
8. iShares Physical Gold UK 60,44 406,43 %
9. Sprott Physical Gold Trust USA 55,04 62,00 %
10 Central Fund of Canada Kanada 52,03 -1,30 %
Welt gesamt 2.142,44 33,03 %

Nachfrage nach Goldschmuck

Die globale Nachfrage nach Goldschmuck belief sich 2016 auf 2.041,6 Tonnen und lag damit um 14,5 Prozent unter dem Niveau von 2015. Für den Rückgang war vor allem ein schwacher Absatz in Indien und China, den beiden größten Märkten für Goldschmuck, verantwortlich.

In Indien gingen die Käufe von Goldschmuck um 22,4 Prozent zurück und fielen auf ein Siebenjahrestief von 514 Tonnen. Im ersten Quartal hatte ein Streik indischer Juweliere für mehrere Wochen die Nachfrage in dem südasiatischen Land fast zum Erliegen gebracht.

Im weiteren Jahresverlauf wirkte sich dann der aggressive Kampf der indischen Regierung gegen nicht deklarierte Einkommen negativ aus, der im Oktober in der Außerkurssetzung größerer Banknoten seinen Höhepunkt erreichte.

In China ging die Nachfrage nach Goldschmuck um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und lag bei 629 Tonnen. Der World Gold Council führt den Rückgang in China vor allem auf ein geändertes Konsumentenverhalten jüngerer Chinesen zurück, die ihr Geld lieber für Erlebnisse wie Reisen ausgeben als für materielle Güter.

Unter den zehn größten Märkten für Goldschmuck verzeichneten lediglich zwei Länder einen Zuwachs: Im Iran stieg die Nachfrage um 10,2 Prozent auf 41 Tonnen und in Pakistan um 12,3 Prozent auf 26 Tonnen.

Nachfrage nach Goldschmuck: Top 10 Länder 2016

Platz Land Nachfrage (Tonnen) Veränderung
1. China 629,01 -16,5 %
2. Indien 513,96 -22,4 %
3. USA 118,30 -0,8 %
4. Saudi-Arabien 56,39 -18,9 %
5. Vereinigte Arabische Emirate 43,0 -16,4 %
6. Hong Kong 41,4 -19,3 %
7. Iran 41,0 10,2 %
8. Türkei 40,0 -18,4 %
9. Indonesien 38,4 -1,4 %
10. Pakistan 26,0 12,3 %
Welt gesamt 2041,6 -14,5

Goldnachfrage der Technologie

Die Goldnachfrage für technologische Anwendungen lag 2016 bei 322,5 Tonnen, was einem Rückgang um 3 Prozent gegenüber 2015 entspricht. Auf den Bereich Zahnmedizin entfielen 18 Tonnen (-5 Prozent), auf den Bereich Elektronik 254,5 Tonnen (-3 Prozent) und auf sonstige Industrien 50 Tonnen (-2 Prozent) der Nachfrage.

Goldangebot

Das Angebot an Gold verzeichnete 2016 ein kräftiges Plus von 5 Prozent und erreichte 4.570,8 Tonnen. Der Zuwachs ist überwiegend auf gestiegene Verkäufe von Altgold zurückzuführen. Der Bereich Recycling legte um 17 Prozent auf 1308,5 Tonnen zu.

Auch die Goldminen Gesellschaften nutzten das Preishoch zum Abschluss von Absicherungsgeschäften (Hedging) am Terminmarkt. Hier lag der Zuwachs sogar bei 95 Prozent, das Volumen allerdings nur 26,3 Tonnen.

Das Angebot an neu gefördertem Minengold betrug 3.236 Tonnen und lag damit praktisch unverändert auf dem Niveau des Vorjahres. Die Experten des World Gold Council gehen davon aus, dass die Goldförderung auf absehbare Zeit nicht weiter ansteigen wird.

Verantwortlich für die Stagnation seien umfangreiche Einsparungsmaßnahmen, die seit 2013 die Branche prägen. Zahlreiche bereits geplante Projekte wurden in den Jahren der Goldpreisschwäche 2013 bis 2015 wieder auf Eis gelegt. Auch die Investitionen in Explorationen wurden deutlich reduziert.

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