Stand: 13.03.2017 von © Gold.de Redaktion JB/SH 0 Kommentare

In der vergangenen Woche rutschte der Goldpreis zeitweise unter die Marke von 1.200 Dollar. Nun darf man gespannt sein, welche Richtung der Krisenschutz nach der Sitzung der Fed also ab Mittwoch einschlagen wird.

World Gold Council (WGC) zur Goldnachfrage Indien

Der World Gold Council hat in der vergangenen Woche seine Einschätzung zur Entwicklung des indischen Goldmarkts kommuniziert. China und Indien haben beide eine Bevölkerung von jeweils über eine Milliarde und gehören bei Gold seit Jahren zu den weltweit bedeutendsten Nachfragenationen. Doch 2016 gab es einen empfindlichen Einbruch der indischen Nachfrage auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren zu beklagen. In der ersten Jahreshälfte sorgte ein 42 Tage dauernder Streik der Juweliere gegen eine Steuer in Höhe von einem Prozent auf Bargeschäfte mit Gold für nachlassendes Interesse. Im November verpasste die indische Regierung der Goldnachfrage mit ihrer radikalen Bargeldreform einen weiteren Nackenschlag.

An der seit Jahrhunderten verwurzelten starken Affinität der Inder zu Gold dürfte sich jedoch wenig verändert haben. So verweist der World Gold Council auf eine 2016 durchgeführte Umfrage unter der indischen Bevölkerung. Darin bestätigten zum Beispiel 63 Prozent der Befragten die These, dass sie Gold mehr Vertrauen als den Währungen dieser Welt. 73 Prozent der Inder betrachten Gold als Möglichkeit, sich auf lange Sicht sicher zu fühlen. Für 2017 prognostizieren die Goldexperten des World Gold Council eine indische Goldnachfrage in Höhe von 650 bis 750 Tonnen und bezeichnen diese Schätzung als vorsichtig. Im Laufe der Zeit soll sich das Interesse aufgrund des Wirtschaftswachstums und einer wachsenden Transparenz des indischen Goldmarktes bis zum Jahr 2020 bis auf 850 bis 950 Tonnen erhöhen.

Goldpreis bleibt trotz Absacker wenig volatil

Gold genießt in der Finanzwelt als „sicherer Hafen“ seit Menschengedenken einen ausgezeichneten Ruf. So musste das gelbe Edelmetall trotz unzähliger Kriege und Krisen noch nie einen Totalverlust hinnehmen. Zugegeben, die Kursschwankungen des Goldpreises erfordern zeitweise ein ausgesprochen robustes Nervenkostüm, schließlich schwankte in den vergangenen zehn Jahren der Preis für eine Feinunze Gold zwischen 640 und 1.920 Dollar. Die jüngste Abwärtstendenz sollte man aber auf keinen Fall überbewerten, sondern als ganz normales „Marktrauschen“ interpretieren.

CBOE-Gold-Volatilitätsindex für Risikobewertung

Am besten lässt sich das Risiko eines Investments an der mathematischen Kennzahl Volatilität ablesen. Dabei unterscheiden Kapitalmarktexperten zwischen der historischen und der erwarteten (impliziten) Volatilität. Letztere basieren stets auf der Basis aktueller Optionspreise und spiegeln damit die aktuelle Risikoeinschätzung der Marktakteure besonders gut wider. Der US-Terminbörsenbetreiber CME Group kennt sich in diesem Metier besonders gut aus und hat diverse Volatilitätsindizes auf unterschiedliche Basiswerte entwickelt (siehe Tabelle), die fortlaufend berechnet werden. Der CBOE-Gold-Volatilitätsindex aus den Optionspreisen auf Gold-ETFs hilft bei der Beantwortung zweier wichtiger Fragen. Erstens: Kann man der Anlageklasse Gold – verglichen mit der Vergangenheit – derzeit ein überdurchschnittlich hohes oder ein eher niedriges Risiko attestieren? Zweitens: Kann man ein Goldinvestment – verglichen mit anderen Anlageklassen – eher als riskant oder als defensiv bezeichnen? In beiden Fällen besteht derzeit kein Grund zur Sorge. Zum einen bewegt sich der Gold-Volatilitätsindex mit 13 Prozent in der Nähe seines im Juni 2015 markierten Mehrjahrestiefs. Und auch einen Vergleich mit den Pendants auf Silber, Rohöl oder Goldminen braucht der Krisenschutz Gold nicht scheuen.

Risikokennzahlen im Vergleich
Indexname Prozent
CBOE Gold ETF Volatility Index 13,00
CBOE DJIA Volatility Index 11,50
CBOE Silver ETF Volatility Index 22,00
CBOE Russell 2000 Volatility Index 16,50
CBOE S&P 100 Volatility Index 10,50
CBOE NASDAQ Volatility Index 11,90
CBOE Energy Sector ETF Volatility Index 18,30
CBOE Gold Miners ETF Volatility Index 36,00
CBOE Crude Oil ETF Volatility Index 33,50
Quelle: Chicago Board Options Exchange; Stand 10.03.2017

US-Arbeitsmarkt, Zinsen und Fed: Ausblick für die laufende Woche

Nach robusten US-Arbeitsmarktdaten zeigt das von der US-Terminbörse CME Group entwickelte FedWatch-Tool eine Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent an, dass die US-Notenbank Fed am Mittwoch ein Anheben der US-Leitzinsen verkünden wird. Nun darf man gespannt sein, ob nach dem Kursrutsch auf 1.200 Dollar die Diskussionen zu US-Zinsen nachlassen werden. Von entscheidender Bedeutung dürften daher zwei Faktoren sein. Zum einen dürften die Akteure an den Goldmärkten den Tenor der Yellen-Statements genau verfolgen. Zum anderen darf man gespannt sein, ob die US-Notenbanker ihre Prognosen zum Wirtschaftswachstum, zum Arbeitsmarkt und zur Inflation in den USA revidieren werden. 

Mitte Dezember prognostizierten die Währungshüter übrigens eine Inflationsrate von 1,9 Prozent für 2017 und 2,0 Prozent für 2018 und 2019. Hier wurde man allerdings angesichts einer Januar-Inflation in Höhe von 2,5 Prozent p.a. von der Realität recht dynamisch überholt. Der 91-jährige Alan Greenspan, der von 1987 bis 2006 als Fed-Vorsitzender fungierte, hat mittlerweile großen Gefallen Gold gefunden. In einem im Februar veröffentlichten Interview mit dem World Gold Council bezeichnete er das gelbe Edelmetall als „wichtigste globale Währung“ und ein Goldinvestment als „Versicherung“ – dem ist nichts hinzuzufügen.

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