Stand: 14.04.2017 von Florian Grummes 2 Kommentare

Die Edelmetalle und allen voran der Goldpreis präsentieren sich in diesen Tagen stark. Gold konnte endlich über die Widerstandszone um 1.260 US-Dollar auf Tagesschlusskursbasis ausbrechen und steuert momentan auch auf einen Wochenschluss oberhalb dieser entscheidenden Marke zu.

Silber und die Minenaktien hinken dieser überzeugenden Vorstellung allerdings weiterhin etwas hinterher. Die spannende Frage lautet nun: Kann der Goldpreis bereits auf Sicht der nächsten Wochen und Monate die starke Widerstandszone um 1.300 US-Dollar überwinden, oder benötigt es nochmals einen tieferen Rücksetzer, um die überkaufte Lage zu beruhigen?

Saisonalität, Terminmarkt und Indikatoren senden klare Warnsignale, aber der Goldpreis bewegt sich seit Mitte Dezember wie vermutet in der 3. Welle, welche oft die nachhaltigste Bewegung darstellt und die überkaufte Lage gerne ignoriert. In jedem Fall bestätigt das bullische Kursgeschehen die Erwartung eines mittel- bis längerfristigen Anstiegs in Richtung 1.500 US-Dollar.

Tageschart Gold in US-Dollar

April 2017 - Tageschart Gold in US-Dollar

Auf dem Tageschart wird schnell klar, dass der Goldpreis trotz der positiven Entwicklung jetzt erst Recht starken Widerstand vor der Brust hat. Zwar wurde das obere Bollinger Band (1.281 US-Dollar) am Mittwoch nach oben aufgebogen, mit jedem Handelstag steigt nun aber die Wahrscheinlichkeit für einen Rücksetzer deutlich an. Typischerweise gelingen dem Goldpreis maximal fünf bis sechs Handelstage außerhalb des oberen Bollinger Bandes. Danach müssen die Notierungen wieder in die Bänder zurückrutschen, in dem sie entweder fallen oder seitwärts laufen.

Erfreulicherweise konnte die 200-Tagelinie (1.256 US-Dollar) überwunden werden. Dieser wichtige Durchschnitt ist aber noch immer leicht am fallen und widerspricht damit einem bullischen Ausblick. Dazu kommen die sechsjährige Abwärtstrendlinie (ca. 1.270 US-Dollar) sowie die Abwärtstrendlinie der Hochs vom letzten Sommer (ca. 1.288 US-Dollar) als Widerstände.

Auch die starke Widerstandszone um 1.300 US-Dollar, welche sich ab Ende Juni und Anfang Oktober im letzten Jahr entwickelt hatte, steht den Bullen im Wege. Damals bot diese Zone zunächst Unterstützung, ihr Unterschreiten führte zum scharfen Abverkauf bis auf 1.123 US-Dollar. Jetzt klopft der Goldpreis wieder an diese Zone von unten an. Ein direkter Durchbruch ist äußerst unwahrscheinlich!

Schließlich sollte auch noch die überkaufte Stochastik erwähnt werden, welche nicht nur auf dem Tageschart, sondern auch auf dem Wochenchart bedrohlich wirkt.

Zusammengefasst muss aktuell einfach gesagt werden, dass das Chancen/Risiko-Verhältnis am Goldmarkt derzeit immer ungünstiger wird. Natürlich kann die Rally auch noch bis 1.310 US-Dollar weitergehen, die Luft wird hier aber sehr dünn. Idealerweise kommt es daher im Edelmetallsektor bis zum Frühsommer nochmal zu einem deutlichen Rücksetzer, welcher die überkaufte Lage beruhigt und eine gute Ausgangskonstellation für ein starkes zweites Halbjahr schafft.

Tageschart Gold in Euro

Aufwärtstrendlinien und Widerstandszonen


In Euro gerechnet kostet eine Feinunze am Gründonnerstag bereits 1.210 Euro. Die Rally seit dem Tief am 10.März ist beeindruckend und sehr zielstrebig. Um 1.210 Euro liegt eine erste kleine Widerstandszone. Wirklich ernstzunehmende Reaktionen der Bären sind spätestens im Bereich des Vorjahreshochs um 1.240 Euro zu erwarten. Nach unten bieten sowohl die 50-Tagelinie (1.170 Euro) als auch die 200-Tagelinie (1.155 Euro) sehr gute Unterstützung.

Die neue Aufwärtstrendlinie verläuft aktuell bei ca. 1.140 Euro.

Insgesamt mahnt die überkauft Lage zur Vorsicht. Die nächste sinnvolle Kaufzone wartet nach wie vor erst wieder im Bereich um 1.165 Euro.

Nachkauflimit bei 1.165 Euro

Momentan ist Geduld gefragt. In steile Kursanstiege hinein zu kaufen lohnt nicht. Vielmehr gilt es jetzt auf einen Rücksetzer in Richtung 1.165 Euro zu warten.

Bleiben sie geduldig und nutzen sie jede Kursschwäche. Die neue Goldhausse zeichnet sich immer klarer ab.

Goldpreis: 1.300 US-Dollar im Blick
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
Weitere Beiträge:
MEISTDISKUTIERTE ARTIKEL
MEISTGELESENE ARTIKEL
Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Kommentare [2]
  • von Larster | 14.04.2017, 12:05 Antworten

    Die Charts sind vertauscht

  • von Mr. Silver | 22.04.2017, 11:16 Antworten

    Ein Rückschlag bis zur Aufwärtstrendlinie vom Dezember ist zu erwarten. Sollte diese nicht halten fällt der Preis weiter. Doch auch ich bin positiv was den Goldpreis bis zum Sommer angeht. Bis 1525 Dollar kann der Preis bis July laufen. Wenn der Preis es wirklich bis dahin schaffen sollte spricht die Elliot Wellen Theorie klar für eine weitere Aufwärtsbewegung. Ist Welle 3 länger als Welle 1 ( 325 Dollar) dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das es noch Welle 4 und 5 geben wird. Schafft der Kurs es nicht über 1450 Dollar zu kommen, spricht vieles für eine Korrektur( A B C Bewegung) und der Preis wird abwärts gehen. 1450 Dollar ist die große Entscheidungsmarke.

Copyright © 2009-2017 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany