Stand: 15.08.2019 von Florian Grummes 7 Kommentare

Mit einem tückischen Rücklauf an die psychologische Marke von 1.400 US-Dollar hatte der Goldpreis im Anschluss an den US-Zinsentscheid die schwachen Hände noch rechtzeitig vor dem nächsten fulminanten Anstieg abgeworfen! Seitdem kennt Gold nur noch den Weg nach oben.

Das genannte Kursziel oberhalb von 1.500 US-Dollar wurde nur vier Tage später ohne weitere Umwege erreicht. Die mehrwöchige Konsolidierung ist damit beendet und der Goldpreis zündet momentan täglich ein weiteres Feuerwerk.

Die Art und Weise wie sich das Ganze bislang abspielt, lassen bereits für die nächsten Tage noch höhere Kurse erwarten. Zwar ist der Goldpreis auf allen Zeitebenen klar überkauft, dennoch erscheint ein Anstieg bis zum 61,8%-Retracement des Bärenmarktes bei 1.585 US-Dollar durchaus möglich! Im Anschluss dürfte es dann jedoch zu einer sehr deutlichen Korrektur kommen!

Goldpreis in US-Dollar Tageschart – Parabolische Übertreibungsphase

Goldpreis in US-Dollar Tageschart – Parabolische Übertreibungsphase

Nachdem der Goldpreis in US-Dollar über fast fünf Wochen zwischen 1.380 und 1.450 US-Dollar den Ausbruch aus der sechs Jahre langen Bodenbildung konsolidierte, hatte sich wieder genügend Druck aufgebaut, um die Notierungen in Windeseile in die nächste Zielzone zu hieven. So kam es erst zwischen 1.510 und 1.490 US-Dollar zu einer mehrtägigen Konsolidierung.

Zum Wochenauftakt wurden die noch verbliebenen Bären gestern vorübergehend mit einem kurzen Absacker bis auf 1.487 US-Dollar in den Markt gelockt, nur um diese dann aus dem Stegreif mit einem Anstieg bis auf 1.508 US-Dollar zu grillen. Zum gestrigen Abend hin erfolgte der Ausbruch über das bisherige Hoch bei 1.510 US-Dollar, so dass der Weg heute Vormittag bereits für einen Anstieg bis auf 1.535 US-Dollar frei war. Gewinnmitnahmen drückten die Goldkurse dann am Nachmittag bis auf 1.480 US-Dollar deutlich nach unten.

Kann der Goldpreis nach einer weiteren Konsolidierung die Marke von 1.513 US-Dollar erneut überwinden, ist der finale Anstieg in Richtung von 1.585 US-Dollar zu erwarten. Dieses Kursziel ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Kein Mensch kann exakt vorhersehen, wo der Goldpreis drehen wird.

Interessant ist jedenfalls, dass bei 1.586 US-Dollar genau 61,8% des gesamte Bärenmarktes von 1.920 bis auf 1.045 US-Dollar zurückgewonnen wären. Die Fibonacci Nummer hat in der Natur eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit und zog bereits im Juni den Bitcoinpreis magnetisch bis auf 13.880 US-Dollar nach oben.

Hinzu kommt die verwunderliche Tatsache, dass die Fibonacci Extensions bezogen auf die erste Anstiegswelle von 1.275 bis auf 1.347 US-Dollar bisher ganz hervorragende Dienste geleistet haben. So lag die 1,618%-Extension bei 1.438 US-Dollar und die 2,618%-Extension bei 1.511 US-Dollar. Beide Kursziele peilte der Goldpreis exakt an. Die finale 3,618%-Extension wartet noch bei 1.585 US-Dollar! In diesem Fall würde der Gold-Future knapp unter der psychologischen Marke von 1.600 US-Dollar notieren.

Blickt man hingegen nüchtern auf die Fakten, ist der Goldmarkt sowohl auf dem Tages- und Wochenchart als auch auf dem Monatschart so stark überkauft wie zuletzt am Allzeit-Hoch im Sommer 2011. Dieser Umstand in Verbindung mit den miserablen Daten vom Terminmarkt machen klar, dass wir uns momentan in einer dramatischen und parabolischen Übertreibung befinden. Diese kann weiter und höher laufen als sich das die meisten vorstellen können.

Kommt es aber zur Trendwende wird es wiederum für die allermeisten Marktteilnehmer sehr schmerzlich werden. Der Abstand zur 200-Tagelinie (1.312 US-Dollar) beträgt momentan knapp 14 %. Sobald der Goldpreis daher nach unten dreht, wäre ein Rücklauf bis an die Ausbruchszone um 1.350 bis 1.375 US-Dollar durchaus denkbar.

Tageschart Gold in Euro – Nächste Kaufchance unterhalb 1.220 Euro

Tageschart Gold in Euro – Nächste Kaufchance unterhalb 1.220 Euro

In Euro gerechnet hat der Goldpreis heute sein Allzeithoch bei 1.386 Euro fast wieder erreicht! Die starken Gewinnmitnahmen haben jedoch dafür gesorgt, dass momentan schon wieder mehr als 45 Euro bis zu diesem Wert fehlen. Natürlich ist die Lage auch hier dramatisch überkauft. Das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und US-Dollar hat bei den derzeitigen Goldpreissprüngen zudem überhaupt keinen Einfluss mehr.

Sollte der Goldpreis in US-Dollar tatsächlich noch bis auf 1.585 Euro ansteigen können, wären für eine Feinunze in Euro Preise zwischen 1.400 und 1.420 Euro zu erwarten. Damit wäre der Aufwärtstrendkanal dann aber vollständig ausgereizt.

Die 200-Tagelinie (1.162 Euro) bewegt sich momentan fast 200 Euro unter dem aktuellen Kursgeschehen und zeigt den massiven Korrekturbedarf an. Jetzt ist nicht die Zeit, um seine physischen Bestände weiter aufzustocken!

Geduld ist angesagt

Die zuletzt genannten Kauflimits haben leider nicht gegriffen. Wer diese Analysen aber schon länger verfolgt und die regelmäßig genannten Kauflimits beherzigt hat, konnte in den letzten Jahren auf deutlich niedrigeren Niveaus zahlreiche Male einkaufen. Momentan ist der Zug erstmal abgefahren und es wäre töricht, den gestiegenen Kursen blind hinterherzulaufen. Mit etwas Glück kommt der Goldpreis in den kommenden Monaten wieder deutlich zurück, so dass dann Chance und Risiko deutlich günstiger einander gegenüberstehen. Momentan empfiehlt sich eine abwartende Haltung!

Bitte erwarten Sie grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen Sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Florian Grummes
Technischer Analyst, Goldnewsletter.de
Quelle: GOLD.DE

Goldpreis: 1585 US-Dollar sind noch möglich!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
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Kommentare [7]
  • von Blechtopf | 24.08.2019, 22:14 Antworten

    Am 24.08.2019 sehe ich Gold bei 1,537.6 Dolllar

  • von Sven | 17.08.2019, 21:02 Antworten

    Selten so viel Unsinn in so kurzer Zeit gelesen. Früher hatten diese Leute noch Glaskugeln.

  • von Ernst von Schnettlach | 17.08.2019, 17:32 Antworten

    Im Dezember sehe ich Gold bei 1250 $

  • von Mr.Silver | 16.08.2019, 09:24 Antworten

    Charttechnik funktioniert solange die Big Player mitspielen. Warum soll man sich dagegenstemmen wenn man weiß, das viele Marktteilnehmer so denken. Man treibt den Kurs in die Nähe der technischen Ziele und produziert ein paar Fehlsignale, damit die Trader weiter kaufen, und kann somit seine Kontrakte noch teurer verkaufen. Fällt der Markt dann zurück, sammelt man die Scherben wieder billig ein. Die höchste Kontraktzahl die wir in Chicago hatten, waren 670 Tausend. Zur Zeit sind wir bei 604 Tausend. Dieses Jahr lagen wir schon bei ca 640 Tausend. Es kann noch etwas Geld in den Markt fließen und die Preise nach oben treiben. Erst wenn der Geldfluss endet, endet auch der Anstieg.
    Noch nie hat das Gold so stark auf den Dow Jones reagiert. Jeder Kursverlust treibt den Goldpreis nach oben, jeder Anstieg lässt das Gold fallen. Wieviel sprunghaftes Kapital es gibt weiß niemand. Steigt die Kontraktzahl im Gold sagen wir mal auf 1.000.000 ist die Charttechnik erstmal ausgehebelt, weil die Indikatoren mit der Größenordnung von 400.000 bis 650.000 rechnen.

  • von Buggold | 16.08.2019, 02:14 Antworten

    Sehe aber noch Potenzial bis 1600 - 1750 USD bevor ich dann vorübergehend hedge...

  • von Goldbug | 16.08.2019, 02:12 Antworten

    Könnte aber leider stimmen... Wollen Sie zwar nicht hören, ist aber so. Es gibt keine Einbahnstraßen an den Märkten...

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