Seit dem Jahr 2000 hat der Goldpreis eine deutliche Aufwärtsbewegung erlebt, die sich über zwei Jahrzehnte erstreckt. Laut historischen Daten liegt der Anstieg in diesem Zeitraum im hohen dreistelligen Prozentbereich, teilweise über 1.000 %, je nach betrachteter Basislinie und Zeitpunkt. Besonders das Jahr 2025 war für Gold-Investoren außergewöhnlich stark. Der Goldpreis stieg 2025 historisch stark, bevor er 2026 weiter auf einem hohen Niveau notierte.
Gold & Rendite – Wie sich die Goldrendite entwickelt und welche Faktoren sie beeinflussen
Welche Faktoren haben den langjährigen Goldpreis-Anstieg maßgeblich beeinflusst? Und wie lässt sich die über Jahrzehnte erzielte durchschnittlich zweistellige Rendite erklären?
Gold & Rendite – aktuelle Goldrendite und historische Werte:
Jahr
Zeitraum
Preisspanne (EUR)
Rendite
Preisspanne (USD)
Rendite
2026
31.12.2025 -14.03.2026
3.693,55 -4.397,75
19,07 %
4.338,84 -5.020,00
15,70 %
2025
31.12.2024 -31.12.2025
2.504,25 -3.693,55
47,49 %
2.606,40 -4.338,84
66,47 %
2024
31.12.2023 -31.12.2024
1.868,90 -2.504,25
34,00 %
2.062,90 -2.606,40
26,35 %
2023
31.12.2022 -31.12.2023
1.704,92 -1.868,90
9,62 %
1.823,86 -2.062,90
13,11 %
2022
31.12.2021 -31.12.2022
1.602,77 -1.704,92
6,37 %
1.815,07 -1.823,86
0,48 %
2021
31.12.2020 -31.12.2021
1.539,86 -1.602,77
4,09 %
1.893,92 -1.815,07
-4,16 %
2020
31.12.2019 -31.12.2020
1.352,78 -1.539,86
13,83 %
1.515,23 -1.893,92
24,99 %
2019
31.12.2018 -31.12.2019
1.119,42 -1.352,78
20,85 %
1.280,75 -1.515,23
18,31 %
2018
29.12.2017 -31.12.2018
1.084,83 -1.119,42
3,19 %
1.295,01 -1.280,75
-1,10 %
2017
30.12.2016 -29.12.2017
1.095,28 -1.084,83
-0,95 %
1.151,85 -1.295,01
12,43 %
2016
31.12.2015 -30.12.2016
971,90 -1.095,28
12,69 %
1.061,75 -1.151,85
8,49 %
2015
31.12.2014 -31.12.2015
987,10 -971,90
-1,54 %
1.200,33 -1.061,75
-11,55 %
2014
31.12.2013 -31.12.2014
867,14 -987,10
13,83 %
1.196,80 -1.200,33
0,29 %
2013
31.12.2012 -31.12.2013
1.259,57 -867,14
-31,16 %
1.662,39 -1.196,80
-28,01 %
2012
30.12.2011 -31.12.2012
1.201,63 -1.259,57
4,82 %
1.555,15 -1.662,39
6,90 %
2011
31.12.2010 -30.12.2011
1.059,19 -1.201,63
13,45 %
1.408,72 -1.555,15
10,39 %
2010
30.12.2009 -31.12.2010
760,70 -1.059,19
39,24 %
1.087,50 -1.408,72
29,54 %
2009
30.12.2008 -30.12.2009
614,49 -760,70
23,79 %
869,75 -1.087,50
25,04 %
2008
28.12.2007 -30.12.2008
567,33 -614,49
8,31 %
833,75 -869,75
4,32 %
2007
28.12.2006 -28.12.2007
480,79 -567,33
18,00 %
632,00 -833,75
31,92 %
2006
29.12.2005 -28.12.2006
433,53 -480,79
10,90 %
513,00 -632,00
23,20 %
2005
30.12.2004 -29.12.2005
320,25 -433,53
35,37 %
435,60 -513,00
17,77 %
2004
30.12.2003 -30.12.2004
332,34 -320,25
-3,64 %
416,25 -435,60
4,65 %
2003
30.12.2002 -30.12.2003
332,60 -332,34
-0,08 %
347,20 -416,25
19,89 %
2002
28.12.2001 -30.12.2002
314,24 -332,60
5,84 %
276,50 -347,20
25,57 %
2001
28.12.2000 -28.12.2001
295,87 -314,24
6,21 %
274,45 -276,50
0,75 %
Vom Tiefpunkt zur langfristigen Trendwende
Nach dem sogenannten „Nixon-Schock“ 1971, als die Bindung des US-Dollars an Gold endete und der Goldpreis bei 35 USD pro Feinunze lag, begann eine neue Ära für den Goldmarkt. Seitdem ist Gold zu einem freien Marktpreis übergegangen und hat sich stark dynamisch entwickelt.
In den 1970er Jahren stieg der Goldpreis stark an und erreichte Anfang 1980 Werte um rund 850 USD pro Unze. Danach folgte ein mehrjähriger Seitwärts- und Rückgangsmarkt, der den Preis bis Ende der 1990er Jahre deutlich dämpfte.
Im Juni 1999 fiel der Goldpreis auf rund 252,90 USD pro Feinunze (31,1 Gramm) – der niedrigste Schlusskurs seit Jahrzehnten.
Ein Faktor, der in der öffentlichen Wahrnehmung mit dem Tiefpunkt von 1999 verbunden wird, war der Verkauf großer Teile der britischen Goldreserven durch den damaligen Schatzkanzler Gordon Brown zwischen 1999 und 2002. Dieses Ereignis wird von Beobachtern als „Brown’s Bottom“ bezeichnet.
Gründe für den längeren Seitwärts- und Rückgangsmarkt in den 1980er/1990er Jahren
Folgende wirtschaftliche und finanzielle Faktoren wirkten über diesen Zeitraum dämpfend auf den Goldpreis:
Hohe Realzinsen und stabile konjunkturelle Rahmenbedingungen machten festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver und minderten die Attraktivität von Gold.
Ein starker US-Dollar und hohe Renditen am Anleihemarkt verringerten den relativen Anlageanreiz von Gold.
In den 1980er- und 1990er-Jahren führten ein relativ stabiles geopolitisches Umfeld, technologische Wachstumsphasen (zum Beispiel die „New Economy”) und starke Aktienmärkte dazu, dass Anleger weniger in krisenfeste Anlagen wie Gold wechselten.
Zentralbanken – insbesondere die Bank of England mit ihren Großverkäufen – erhöhten zeitweise das Angebot, was den Preis weiter unter Druck setzen konnte.
Erholung und Renaissance des Goldpreises in den frühen 2000er Jahren
In den 1990er Jahren ging das Anlegerinteresse an Gold und goldbezogenen Investments (Minenaktien) zurück. Nach der New-Economy-Blase und mit wachsender Unsicherheit an den Finanzmärkten begann ab etwa 2001 eine mehrjährige Phase steigender Goldpreise, die in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich fortgesetzt wurde.
Gold schafft zum Millenniumswechsel die Trendumkehr
Nach zwei Jahrzehnten der Stagnation vollzog der Goldpreis ab dem Jahr 2000 eine deutliche Trendumkehr. Zwischen 2000 und 2025 stieg der Goldpreis erheblich an, was durch eine Kombination aus wirtschaftlichen, geopolitischen und ökonomischen Faktoren begünstigt wurde.
Faktoren für den Aufstieg von Gold (2000–2007):
Schwächerer US-Dollar: Die Abwertung der US-Währung stärkte die Attraktivität von Gold als alternative Wertanlage.
Platzen der New-Economy-Blase: Die zunehmende Unsicherheit auf den Aktienmärkten führte Anleger zurück in die sicheren Häfen wie Gold.
Geopolitische Krisen: Der Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York und seine Folgen – darunter der Irak-Krieg, der Afghanistan-Konflikt und der anhaltende islamistische Terror – sorgten für eine steigende Nachfrage nach Gold als Krisenwährung.
Weitere treibende Kräfte:
Rohstoffboom: Der weltweite Aufschwung bei Rohstoffen und die starke Nachfrage aus Schwellenländern förderten auch den Goldmarkt.
Lockere Geldpolitik: Zentralbanken weltweit verfolgten Anfang der 2000er Jahre eine expansive Geldpolitik, die Bedenken über zukünftige Inflation auslöste.
Steigende Nachfrage durch Wohlstand: Die Globalisierung und der wachsende Wohlstand, insbesondere in Asien, führten zu einer höheren Nachfrage nach physischem Gold und Schmuck.
Finanzkrise und Quantitative Lockerung
Die Weltfinanzkrise von 2007/2008 bis 2010/2011 markierte eine der schwerwiegendsten Zäsuren der globalen Wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Neben dem Zusammenbruch großer Finanzinstitute und massiven wirtschaftlichen Turbulenzen führten auch die Euro- und Schuldenkrisen zu einer erhöhten Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen und zuverlässigem Wertaufbewahrungsmittel.
Gold im Fokus der Krisenzeiten
Weltweite Finanzkrise: Der Kollaps großer Banken und die Bedrohung des globalen Bankensystems ließen das Vertrauen in traditionelle Finanzanlagen schwinden. Gold wurde zur bevorzugten Anlage in unsicheren Zeiten.
Europäische Schuldenkrise: Länder wie Griechenland, Portugal, Zypern und Spanien standen kurz vor dem Zahlungsausfall. Diese Krise innerhalb der Eurozone verstärkte die Nachfrage nach Gold als Inflationsschutz und krisenresistentes Investment.
Quantitative Lockerung (QE) und Goldpreise
Die Krisenbewältigung erfolgte durch massive Rettungspakete, die sowohl von der Europäischen Zentralbank (EZB) als auch von der US-Notenbank (Fed) initiiert wurden.
Zu den Maßnahmen zählten:
Zinssenkungen: Zinsen wurden auf ein Rekordtief nahe Null gesenkt.
Massives Gelddrucken: Durch die Quantitative Lockerung (QE) wurde frisches Geld in Billionenhöhe in die Märkte gepumpt, um das Bankensystem zu stabilisieren und Staatspleiten abzuwenden.
Diese Maßnahmen schürten Ängste vor einer möglichen Währungsentwertung und trieben den Goldpreis weiter in die Höhe.
Goldreserven als Sicherheitsnetz
Ab 2010 wurden Zentral- und Notenbanken weltweit zu Netto-Käufern von Gold. Der Schock der Finanzkrise saß so tief, dass sie begannen, ihre Goldreserven systematisch auszubauen, um ihre Währungen gegen zukünftige Krisen abzusichern. Dieser Trend hält bis heute an und unterstreicht die Bedeutung von Gold als fundamentaler Bestandteil des globalen Finanzsystems.
Schwellenmärkte treiben Goldnachfrage an
Insbesondere Schwellenmärkte wie China, Indien, die Türkei und Russland aber auch Polen und die Vereinigten Arabischen Emirate spielten eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung und Steigerung der Goldpreise.
Diese Länder erhöhten ihre Goldreserven massiv, um ihre Währungen zu stärken und sich wirtschaftlich gegen geopolitische Risiken sowie Währungsvolatilitäten abzusichern.
China: Als einer der weltweit größten Goldproduzenten und -verbraucher baute China seine Goldreserven systematisch aus, um seine Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren und gehört heute zu den Top 5 Ländern weltweit mit den größten Goldreserven (Trend weiter steigend).
Russland: Auch Russland setzte verstärkt auf Gold als Schutz gegen Sanktionen und um seine Wirtschaft vor geopolitischen Spannungen zu sichern und rangiert auf Platz vier der weltweiten Gold-Reserve-Halter.
Türkei: Die Türkei stockte ihre Goldreserven auf, um Währungsabwertungen entgegenzuwirken und das Vertrauen in die Landeswährung zu stärken.
USA: Zuletzt gab es massive Zuflüsse physischen Goldes in die USA. Die erratische Zollpolitik, das Umschwenken der Trump-Administration in Sachen Russland-Ukraine-Konflikt, die Ankündigung einer Inventur der Goldbestände in Fort Knox sowie der fortschreitende Vertrauensverlust in die Weltleitwährung US-Dollar und US-Staatsanleihen ließen die Goldnachfrage auch in den USA reüssieren.
Diese strategischen Käufe der Zentralbanken trugen dazu bei, den Goldpreis langfristig zu stützen und das Edelmetall als sichere Anlage weltweit zu etablieren.
Mittlerweile assimilieren die Zentral- und Notenbanken weltweit ca. 1/4 des jährlichen Gold-Angebots (Stand: 24. April 2025 | Quelle: IWF, WGC).
Post-Krisen-Ära: Temporär Rückgang des Gold-Interesses
Nach der Überwindung der globalen Finanzkrise und der schrittweisen Stabilisierung der Märkte geriet Gold als Anlageklasse zunächst wieder unter Druck. Mit der Erholung der Aktienmärkte und dem Abklingen der Angst vor einem Finanzkollaps kehrten viele Anleger zu riskanteren, renditestärkeren Investitionen zurück.
Diese Entwicklung führte vorübergehend zu Preiskorrekturen am Goldmarkt, besonders deutlich im Jahr 2013.
Goldpreis unter Druck im Jahr 2013
Erholung der Weltwirtschaft: Die globale wirtschaftliche Stabilisierung verringerte die Attraktivität von Gold als Krisenwährung.
US-Zinswende: Die Aussicht auf eine Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank (Fed) und ein stärkerer US-Dollar belasteten den Goldpreis zusätzlich.
Abwanderung von Investoren: Institutionelle Anleger und Hedgefonds zogen Kapital aus Gold-ETFs ab und schichteten in wachstumsstärkere Märkte um.
Starke Kursverluste: Der Goldpreis fiel 2013 um über 30 Prozent, die stärkste jährliche Korrektur seit mehr als drei Jahrzehnten.
Trotz dieser temporären Einbrüche blieb Gold für viele Anleger ein steuergünstiges langfristiges Instrument zur Diversifikation und Absicherung gegen Inflationsrisiken.
Goldpreis glänzt mit zweistelligen Renditen
In der andauernden Hausse-Phase beeindruckt der Goldpreis mit konstanten zweistelligen Renditen. Besonders für Privatanleger, die Gold in physischer Form halten (Anlagegold), sind diese Erträge nach einer Haltedauer von 12 Monaten sogar netto – sie profitieren von steuerlichen Vorteilen.
Steuervorteile für physisches Gold
Keine Umsatzsteuer: Im Gegensatz zu Weißmetallen wie Silber, die der Umsatzsteuer unterliegen, bleibt der Kauf von Gold steuerfrei. Dies liegt daran, dass Gold als Währung bzw. Reservewährung eingestuft wird.
Kapitalertragssteuerfrei nach 12 Monaten: Bei einer Haltedauer von mindestens einem Jahr und einem Tag entfällt für private Anleger zudem die Kapitalertragsteuer auf realisierte Gewinne, was physisches Gold besonders attraktiv macht.
Diese Vorteile, kombiniert mit der Rolle von Gold als sicherer Anlage, machen das gelbe Edelmetall zu einer beliebten Wahl für langfristig orientierte Investoren mit der höchsten Marktkapitalisierung aller Anlage-Instrumente der Welt (weit vor Apple, Tesla, NVIDIA, Bitcoin & CO).
Brexit und US-Handelskrieg: Gold als sicherer Hafen im Fokus
Ereignisse wie der Brexit im Jahr 2016 und der von der ersten Amtszeit von Donald Trump geprägte Handelskrieg zwischen den USA und China brachten Gold erneut ins Rampenlicht. Inmitten von wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischen Spannungen wurde das Edelmetall erneut als sicherer Hafen für Anleger geschätzt.
Goldpreis unter Trump: Ein bemerkenswerter Anstieg
Brexit-Auswirkungen: Die Unsicherheiten rund um den Brexit – von den Verhandlungen bis zu den wirtschaftlichen Konsequenzen – trieben die Nachfrage nach Gold als Krisenwährung.
Handelskrieg USA-China: Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften sorgte für Volatilität an den Finanzmärkten und führte viele Anleger ebenfalls zurück zu Gold.
42,4 Prozent Goldpreisanstieg: Vom Amtsantritt Donald Trumps im Januar 2017 bis zum Ende seiner ersten Präsidentschaft im Januar 2021 stieg der Goldpreis um 42,4 Prozent an, was die Bedeutung von Gold in turbulenten Zeiten unterstrich.
Diese Ereignisse zeigten einmal mehr, wie empfindlich die Finanzmärkte auf geopolitische Spannungen reagieren und wie Gold als stabile Wertanlage profitiert.
COVID-19-Pandemie: Goldpreis erreicht neue Höhen
Die globalen wirtschaftlichen Verwerfungen, ausgelöst durch die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie (2019–2021), führten zu einer Wirtschaftskrise und außergewöhnlichen Konjunkturmaßnahmen.
Zinssenkungen auf null, massives Gelddrucken und gigantische fiskalpolitische Hilfspakete wirkten sich nachhaltig auf den Goldmarkt aus. Nach einem kurzen Absturz im März 2020 erholte sich der Goldpreis V-förmig und schoss auf neue Rekordhöhen.
Der Goldpreis überschreitet 2.000 US-Dollar pro Unze
Erstmals über 2.000 US-Dollar: Im Jahr 2020 durchbrach der Goldpreis erstmals die symbolträchtige Marke von 2.000 US-Dollar pro Feinunze (31,1g), angetrieben von wirtschaftlicher Unsicherheit und starken Nachfragespitzen.
Unterbrochene Lieferketten: Pandemiebedingte Einschränkungen führten zu Störungen in den Lieferketten der Goldminen, was das Angebot verknappte. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Gold rasant, was den Preis weiter in die Höhe trieb.
Gold als Gewinner der Krise
Die außergewöhnlichen wirtschaftlichen Maßnahmen und die Unsicherheiten durch die Pandemie stärkten die Rolle von Gold als Krisenwährung und als sichere Wertanlage erneut. Das Edelmetall profitierte von der Kombination aus Angebotseinschränkungen und der Suche nach sicheren Investments in einem turbulenten Marktumfeld.
Kriege und globale Machtverschiebung:
Der Russland-Ukraine-Krieg, der im Februar 2022 begann, führte zu erheblichen wirtschaftlichen und geopolitischen Verwerfungen. Sanktionen gegen Russland und die Sprengung der zwei Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 (2 von insgesamt drei Röhren) lösten eine Energiekrise und anhaltende wirtschaftliche Instabilität in Europa aus. Diese Unsicherheiten trieben die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen geopolitische Risiken in die Höhe.
Einfluss des SWIFT-Ausschlusses und BRICS-Staaten
SWIFT-Ausschluss: Der Ausschluss Russlands aus dem globalen, auf US-Dollar basierenden Interbanken-System SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) führte zu einem massiven Abverkauf von US-Dollar und in Dollar denominierten Vermögenswerten. Besonders Zentralbanken der BRICS- und BRICS+-Staaten verlagerten ihre Reserven in Richtung Gold.
Zentralbankkäufe: In den Jahren 2023 und 2024 stiegen die Goldkäufe der Zentral- und Notenbanken auf Rekordniveaus. Im Jahr 2024 wurde ein beeindruckender Anstieg von +34,0 Prozent beim Goldpreis in Euro verzeichnet – der drittgrößte Preisanstieg seit 1980.
Kursturbo durch geldpolitische Wende
Ein zusätzlicher Preistreiber war der geldpolitische Schwenk der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank (Fed) von Zinserhöhungen hin zu Zinssenkungen, trotz der anhaltenden Gefahr einer hohen Inflation. Diese Maßnahmen machten Gold noch attraktiver als Investment, da die Zinsen für traditionelle Anlagen sanken und die Inflationsabsicherung an Bedeutung gewann.
Gold als Gewinner der globalen Machtverschiebung
Die zunehmenden Spannungen zwischen den westlichen Industrieländern und den BRICS-Staaten sowie die wirtschaftlichen Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs zeigen, dass Gold weiterhin als sicherer Hafen in Krisenzeiten unverzichtbar bleibt.
Sollte es zudem zu einem Diktat-Frieden zulasten der Ukraine, ausgehandelt zwischen Donald J. Trump und Wladimir Putin kommen, droht dem westlichen Militärbündnis NATO nach dem desaströsen Abzug aus Afghanistan ein weiterer Gesichtsverlust und eine Zäsur der europäischen und globalen Sicherheitsarchitektur (Stand: 24. April 2025).
Fazit: Goldrendite im historischen Kontext
Die langfristige Entwicklung des Goldpreises wurde von zahlreichen wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen beeinflusst. In unsicheren Phasen fungierte Gold oft als sicherer Hafen, zu dem Anleger als Schutz vor Turbulenzen tendierten.
Nach den Preisanstiegen der frühen 2000er-Jahre trugen insbesondere die globale Finanzkrise 2007/2008 und die anschließenden geldpolitischen Maßnahmen wesentlich zum langfristigen Aufwärtstrend des Goldpreises bei.
Zentralbanken als treibende Kraft am Goldmarkt
Seit Anfang der 2010er Jahre sind viele Zentral- und Notenbanken weltweit von Netto-Verkäufern zu Netto-Käufern. Laut World Gold Council kauften Zentralbanken 2024 bis Ende September rund 694 Tonnen Gold, was nahezu ein Viertel des globalen Anteils am jährlichen Angebot entspricht. Dieser Trend verdeutlicht die Rolle von Gold als strategische Reserve und Inflationsschutz.
Goldpreis-Rekorde in globalen Währungen
Im Jahr 2024 erreichte der Goldpreis in vielen Währungen neue Rekordstände. Besonders deutlich waren die Anstiege in Ländern mit schwächeren Währungen, etwa der türkischen Lira oder einigen lateinamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Währungen.
Auch im Jahr 2025 sorgten geopolitische Spannungen, Handelskonflikte, Sanktionen sowie die Erwartung eines geldpolitischen Kurswechsels für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gold.
Mit einem Anstieg von unter 300 Euro je Unze im Jahr 2000 auf über 2.500 Euro im Jahr 2024 verdeutlicht der Goldpreis seine Rolle als langfristige Wert- und Absicherungsanlage.
Im Verlauf des Jahres 2025 erreichte der Goldpreis neue Höchststände und überschritt zeitweise die Marke von 3.000 Euro je Unze. Auch in US-Dollar bewegte sich Gold in zuvor nicht erreichten Preisregionen.
Ausblick auf Goldrenditen 2025–2026: Chancen & Risiken
Auch nach einem sehr starken Jahr 2025 dürfte die weltweite Unsicherheit weiterhin eine zentrale Rolle für Gold bleiben. Experten sehen das Edelmetall weiterhin als sicheren Hafen angesichts geopolitischer Spannungen, Inflationsrisiken und anhaltender Nachfrage durchZentralbanken.
Mehrere Faktoren könnten auch 2025/2026 die Goldnachfrage stützen und Preisvolatilität erzeugen:
Anhaltende Handelskonflikte (z. B. USA–China) und globale Lieferkettenrisiken
Fortdauernde geopolitische Konflikte (u. a. Russland-Ukraine)
Spannungen um Taiwan und Südchina-Region
Instabilität im Nahen Osten (inkl. regionale Krisen)
Anhaltender Inflationsdruck in vielen Volkswirtschaften
Risiken einer Stagflation in wichtigen Volkswirtschaften
Politische Instabilität in Industriestaaten (z. B. G7)
Zinspolitik der Notenbanken (inkl. möglichen Zinssenkungen)
Strukturelle Risiken im Finanzsystem & Lieferketten-Probleme
Experten rechnen mit weiter hohen Preisen, jedoch mit erhöhter Volatilität. Mehrere Finanzinstitute sehen weiter hohes Potenzial für Goldpreise bis 2026: Bank of America prognostiziert etwa 5.000 USD je Unze, JPMorgan und andere sehen Kurse zwischen 5.000 – 6.300 USD bei anhaltender Nachfrage und geopolitischen Unsicherheiten.
Nach einem herausragenden Jahr 2025 mit über 50 neuen Allzeithochs sowie stark anziehender Nachfrage, erwarten Analysten für 2026 weiterhin hohe Goldpreise – teils moderat, teils deutlich weiter steigend – abhängig von makroökonomischen Bedingungen.
Angesichts dieser Risiken bleiben die Aussichten für Goldrenditen positiv. Gold wird weiterhin als strategische Diversifikation in Portfolios geschätzt, um das Gesamtvermögen zu stabilisieren und vor wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten zu schützen.