Stand: 08.05.2018 von Jörg Bernhard 0 Kommentare

Das Interesse an Goldmünzen hat vor allem in den USA spürbar nachgelassen. Offensichtlich hat der markante Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen der Münznachfrage stark geschadet. Die Verkaufszahlen der US Mint sind hierfür der beste Beweis.

Umsätze der United States Mint auf Mehrjahrestief

Seit dem Jahreswechsel 2017 / 2018 ist die Rendite der zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,5 auf ungefähr drei Prozent angestiegen und übertrifft damit die aktuelle US-Inflationsrate in Höhe von 2,4 Prozent p. a. recht deutlich.

Für Goldbesitzer bedeutet dies, dass ihnen deutlich höhere Zinsen entgehen (Opportunitätskosten) als zum Jahresultimo.

Die von der United States Mint (US Mint)  geprägten American Eagles-Goldmünzen sind auf der ganzen Welt bekannt, im Heimatland derzeit aber alles andere als gefragt. In den Monaten Januar bis April wurden lediglich 72.000 Feinunzen dieser Goldmünzen ausgeliefert.

Damit wurde das vergleichbare Vorjahresniveau in Höhe von 172.000 Feinunzen um 58 Prozent unterschritten. Noch kräftiger fällt mit 80 Prozent das Minus gegenüber dem Vergleichswert aus dem Jahr 2016 aus, als insgesamt 351.000 Feinunzen in Form von American Gold Eagles ausgeliefert wurden.

Selbst im Jahr 2008, als die Pleite von Lehman Brothers noch nicht amtlich war, hat die Nachfrage das diesjährige Niveau um mehr als das Doppelte übertroffen (siehe Grafik). Reißenden Absatz fanden die frisch geprägten Goldmünzen hingegen in den Krisenjahren 2009 und 2013, als rund 500.000 Feinunzen abgesetzt wurden.

American Gold Eagles von Jan bis April von 2008 bis 2018

Attraktiv dank niedrigem Aufgeld

Das geringe Interesse am Jahrgang 2018 sollten Anleger allerdings weder überbewerten noch als Problem, sondern vielmehr als Chance begreifen. Händler weisen nämlich darauf hin, dass das geringe Interesse der vergangenen Monate zu rekordtiefen Prämien geführt hat.

So waren die Unzenmünzen des „American Eagle“ in der vergangenen Woche zeitweise sogar günstiger zu haben als der „Wiener Philharmoniker“. In der Vergangenheit war meist die US-Variante das teurere Exemplar.

Die sinkende Barren- und Münznachfrage war auch beim Quartalsbericht des World Gold Council (WGC) ein Thema. So konstatierte die Interessenvertretung der Goldminenindustrie für die ersten drei Monate einen Rückgang der globalen Barren- und Münznachfrage um 15 Prozent auf 254,9 Tonnen.

In drei Ländern fiel das Interesse laut WGC besonders gering aus:

Deutschland, USA und China. Im Reich der Mitte gab es ein überdurchschnittlich starkes Minus von 26 Prozent auf 78 Tonnen zu beklagen. Weil die Sorge um eine Yuan-Schwäche vor einem Jahr besonders ausgeprägt war, erwiesen sich die Zahlen für Q1 2017 als außergewöhnlich stark.

Grundsätzlich bezeichnete der WGC den diesjährigen Wert von 78 Tonnen als „relativ gesund“. Für Europa meldete der WGC sogar einen Rückgang um 39 Prozent auf 39,8 Tonnen. Als Grund für das Minus nannten die Goldexperten auch hier den Basiseffekt. Vor einem Jahr sorgten sich europäische Anleger angesichts bevorstehender Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland um die Zukunft des Euro. Weil Europa-Befürworter gewonnen haben, hat das Interesse an dem Krisenschutz wieder spürbar nachgelassen.

Ausblick für die laufende Woche

Der Wunsch der Notenbanken nach mehr Inflation scheint sich endlich zu erfüllen. In Großbritannien und in den USA wurde mit 2,5 Prozent bzw. 2,4 Prozent die Zielmarke bereits signifikant überschritten, in Europa wird noch daran gearbeitet.

Während sich die deutschen Konsumentenpreise im April um 1,6 Prozent verteuert haben, fällt die Geldentwertung in der Eurozone aufgrund der schwächeren Konjunktur mit 1,4 Prozent etwas geringer aus. Eine regelrechte Flut an Inflationsdaten steht am Donnerstag auf der Agenda.

Dann erfahren die Finanzmarktakteure nämlich, wie sich in China die Konsumenten- und Produzentenpreise entwickelt haben. Außerdem soll die US-Inflationsrate für den Monat April gemeldet werden. Laut einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Umfrage unter Analysten wird im Durchschnitt eine Teuerung in Höhe von 2,5 Prozent erwartet.

Da in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur der Ölpreis (Brent: +47 Prozent), sondern auch diverse Industriemetalle kräftig nach oben tendierten, dürfte dies die künftige Geldentwertung weiter anheizen.

Als Inflationsschutzpar excellence gilt seit Menschengedenken Gold in physischer Form.  Kursrisiko hin, Opportunitätskosten her – auf den Inflationsschutz Gold sollte deshalb kein auf Sicherheit bedachter Anleger verzichten.

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Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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