Stand: 07.02.2017 von © Gold.de Redaktion 0 Kommentare

Der Goldpreis zeichnete sich in der vergangenen Woche durch ein hohes Maß an relativer Stärke aus und erzielte am Donnerstag sogar den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Trumps Politik schwächte den Dollar und erhöhte die Unsicherheit, was dem Krisenschutz Gold nach oben verhalf.

Gold derzeit gefragter als Dollars

Der U.S. Dollar-Index (USDX)- welcher aus einem Korb von sechs wichtigen Währungen ermittelt wird - hat im Januar 2,5 Prozent an Wert verloren und im Gegenzug den Goldpreis um fünf Prozent ansteigen lassen. Die negative Korrelation beider Anlageklassen hat somit bestens funktioniert.

Die Tiraden von Trump und seinem für Handelsfragen zuständigen Berater Peter Navarro gegen Exportnationen wie Mexiko, China und Deutschland und das Beklagen der Dollarstärke blieb nicht folgenlos. Das Risiko globaler Handelskonflikte bzw. drohende Abwertungswettläufe wichtiger Währungen hat Gold in der Gunst der Anleger - und damit auch im Preis - deutlich ansteigen lassen. Die Goldnachfrage ist derzeit vor allem als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz. Selbst bei US-Investoren steht Gold wieder verstärkt auf der „Wunschliste“. So hat sich beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares in der vergangenen Handelswoche die gehaltene Goldmenge beträchtlich erhöht. Innerhalb einer Woche gab es nämlich Zuflüsse in Höhe von 799,07 auf 814,50 Tonnen zu vermelden.

Analysten mehrheitlich optimistisch

Zum Anfang eines jeden Jahres veröffentlicht die London Bullion Market Association (LBMA) - der weltweit wichtigste Handelsplatz für physisches Gold - eine Marktanalyse, welche zahlreiche Analystenprognosen zu den vier Edelmetallen Gold, Silber, Platin und Palladium enthält.

2016 kam  die UBS-Analystin Joni Teves mit ihrer Goldpreisprognose von 1.225,00 Dollar dem tatsächlichen durchschnittlichen Goldpreis des Jahres 2016 in Höhe von 1.251 Dollar am nächsten. Für das mittlerweile laufende Jahr erwartet sie die Goldpreisentwicklung in einer Bandbreite von 1.150 bis 1.450 Dollar und zum Jahresultimo einen Durchschnittspreis in Höhe von 1.350 Dollar.

Die Initiatoren der Bestandsanalyse hinsichtlich der Aussichten von Edelmetallinvestments wiesen darauf hin, dass 2017 ein ereignisreiches und unvorhersehbares Jahr werden dürfte. Als geopolitische Risikofaktoren wurden von den Analysten besonders häufig der nationalistische US-Präsident und der bevorstehende harte Brexit genannt. Außerdem erwähnten die Edelmetallexperten in diesem Zusammenhang auch die anstehenden Wahlen in Frankreich sowie drohende Konflikte zwischen den USA und China.

Diese wachsende Unsicherheit dürfte sich tendenziell positiv auf den Goldpreis auswirken. Potenzielle Belastungsfaktoren für Gold wurden jedoch nicht verschwiegen. Steigende US-Leitzinsen bzw. Renditen, ein starker Dollar, freundliche Aktienmärkte sowie eine schwache Nachfrage aus China und Indien könnten den Goldpreis unter Druck bringen.

Die von der LBMA erfassten Analystenprognosen trauen dem Goldpreis auch in diesem Jahr eine signifikante Aufwärtsbewegung zu (siehe Tabelle).

Übersicht Goldpreisprognosen für das Jahr 2017

Minimum Maximum Mittelwert
Bandbreite Jahrestief 2017 1.020 USD 1.170 USD 1.101 USD
Bandbreite Jahreshoch 2017 1.250 USD 1.460 USD 1.379 USD
Durchschnittl. Goldpreis 2017 1.110 USD 1.350 USD 1.244 USD

Quelle: London Bullion Market Association

Besonders interessant: Kein Edelmetallexperte rechnet 2017 mit einem Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Dollar. Während das niedrigste Jahrestief bei 1.020 Dollar (Mitsubishi Corporation International Europe) liegt, hält ein Analyst ein Jahreshoch von 1.460 Dollar (Metals Focus) für möglich. Berücksichtigt man sämtliche Prognosen wird im Durchschnitt mit einem Jahrestief von 1.101 Dollar gerechnet, während sich ein durchschnittlicher Höchstwert von 1.379 Dollar ergibt. Hinsichtlich der ausgesprochenen Prognosen für den 2017 zu erwartenden durchschnittlichen Goldpreis reichen die Schätzungen von 1.110 Dollar (Natixis) bis 1.350 Dollar (UBS). Der Mittelwert aller Analystenschätzungen liegt bei 1.244 Dollar.

Ausblick für die laufende Woche

Obwohl an den internationalen Aktienmärkten die „Trump-Vorschusslorbeeren“ noch gar nicht einkassiert wurden, kann man Gold seit Dezember ein eindrucksvolles Comeback und ein hohes Maß an relativer Stärke attestieren. Wie man es auch dreht und wendet, sowohl die Pläne als auch die Taten sind eine gute Verkaufsförderung  für den sicheren Hafen Gold. Beides hinterlässt nämlich den Eindruck, dass die Staatsfinanzen hochverschuldeter Wirtschaftsregionen von einer nachhaltigen Gesundung weiterhin meilenweit entfernt sind. Neue Feindseligkeiten könnte Trump in dieser Woche von sich geben, wenn ihm aktuelle Handelsbilanzdaten aus dem eigenen Land bzw. aus den Exportnationen China und Deutschland nicht schmecken sollten.

Und die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist relativ groß. Dass US-Amerikaner großen Wert auf Konsum legen und diesen sich gerne auch auf Kreditbasis gönnen, ist seit Jahren kein Geheimnis. Aber daran ist wahrscheinlich auch das Ausland schuld - wer kann schon widerstehen, wenn Waren oder Dienstleistungen in besserer Qualität und zu einem günstigeren Preis als im großartigen („great“) Amerika produziert werden.

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