Stand: 07.11.2016 von Jörg Bernhard 1 Kommentare

In der vergangenen Woche hat beim Goldpreis einfach alles gepasst: Politische Unsicherheit, ein schwacher Dollar und Verluste an den Aktienmärkten haben dem Goldpreis wieder zu einem Comeback über die Marke von 1.300 Dollar verholfen.

So hoch notierte der Goldpreis letztmals Anfang Oktober, vor der nachfolgenden technischen Korrektur. Weil Hillary Clinton im Zuge erneuter Ermittlungen des FBI bezüglich ihrer E-Mail-Affäre an Zuspruch unter den US-Wählern erheblich verloren hatte, grassierte die Angst, dass der neue US-Präsident Donald Trump heißen könnte.

Mittlerweile hat die Bundespolizei die Untersuchung wieder eingestellt und dadurch dem Goldpreis einen Dämpfer verpasst. Dass sich Gold in den vergangenen 15 Jahren - auch ohne Zins- oder Dividendenzahlungen - als eine ausgesprochen interessante und vor allem rentable Anlagealternative erwiesen hat, zeigt die nachfolgend aufgeführte Tabelle der auf Goldinformationen spezialisierten US-Website goldprice.org.  


Preisentwicklungen für die Jahre 2001 bis 2016 auf Basis von insgesamt neun Währungen

Dort sind die Preisentwicklungen für die Jahre 2001 bis 2016 auf Basis von insgesamt neun Währungen separat aufgeführt.

Besonders interessant: So richtig schlecht lief es für Gold während des Betrachtungszeitraums lediglich in einem Jahr - nämlich 2013. Ein bisschen schlecht lief es für europäische Goldbesitzer in den Jahren 2004 und 2015, ansonsten dominierten eindeutig die positiven Vorzeichen (grün). Dass Gold aber vor allem auf lange Sicht überzeugt hat, zeigt die jeweils ausgewiesen Gesamtperformance. Diese reicht nämlich von 177,0 Prozent (China) bis 586,4 Prozent (Indien). Selbst innerhalb Europas gab es hinsichtlich der erzielten Gesamtperformance eine nicht unerhebliche Streuung zu beobachten. Während sich in der Schweiz Gold seit Ende 2000 um „lediglich“ 190,0 Prozent verteuert hat, kommen die Europäer auf ein deutlich höheres Plus von 307,1 Prozent. In Pfund gerechnet, verteuerte sich Gold hingegen um 474,2 Prozent. Die Briten dürften dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen, schließlich kommen durch die überdurchschnittliche Goldperformance  auch die negativen Konjunkturperspektiven und die Inflationsgefahr zum Ausdruck.

Gold-Voaltilität tendiert höher

Die jüngste Bergfahrt des Goldpreises war von einem Anstieg der Gold-Volatilität begleitet worden. Als besonders aussagekräftig gelten in diesem Zusammenhang die vom Terminbörsenbetreiber Chicago Board Options Exchange (CBOE) konzipierten und fortlaufend berechneten Volatilitätsindizes auf die unterschiedlichen Anlageklassen. Dabei kann Gold gegenüber den meisten Volatilitätsindizes auf Aktien und Rohstoffen punkten. Mit aktuell 20,2 Prozent unterschreitet der Gold-Volatilitätsindex die meisten US-Aktienindizes, die teilweise extrem breit diversifiziert sind (siehe Tabelle).

Volatilitäten im Vergleich

CBOE-Volatilitätsindizes
Gold 20,22%
Silber 30,54%
Rohöl 43,69%
Dow-Jones 21,46%
S&P100 24,19%
NASDAQ 23,03%
Russell-2000 25,38%

Quelle: Chicago Board Optuions Exchange; Stand: 04.11.2016

Verglichen mit Silber, Rohöl und Goldminenaktien fällt der Unterschied noch heftiger ins Gewicht.

Zur Erinnerung: Die Volatilität bzw. Kursschwankungsintensität gilt als bewährtes Risikomaß.

Das heißt: Je höher die Volatilität, desto riskanter das Investment. Und wenn ein als Krisenschutz gedachtes Investment eher unterdurchschnittlich schwankt, sollte man dies als weiteres Kaufargument auf keinen Fall unerwähnt lassen. In der Finanzpresse werden - aus welchen Gründen auch immer - die Schwankungen des Goldpreises häufig als Nachteil erwähnt. Einer mathematischen Überprüfung hält diese Behauptung allerdings nicht Stand.

Ausblick für die laufende Woche

Am morgigen Dienstag wählen die US-Amerikaner zum 58. Mal einen neuen Präsidenten und man hat den Eindruck, dass das Land noch niemals zuvor ähnlich gespalten war wie bei dieser Wahl. Wenn selbst Republikaner ihren eigenen Kandidaten kategorisch ablehnen, ist bereits alles gesagt. Nicht nur an den Finanzmärkten wird der umstrittene US-Politiker mehrheitlich als „unkalkulierbares Risiko“ betrachtet. Dessen gestiegene Umfragewerte gegenüber Hillary Clinton haben die Welt in der vergangenen Handelswoche allerdings erheblich verunsichert und durch die erhöhte Risikoaversität den Goldpreis über die Marke von 1.300 Dollar ansteigen lassen.

Sollte Hillary Clinton die US-Präsidentschaftswahl gewinnen, droht möglicherweise eine technische Korrektur bei Gold, ein nachhaltiger Trendwechsel nach unten ist hingegen kaum zu erwarten. Dafür ist die weltpolitische wie auch geldpolitische Lage einfach zu unsicher. In Europa sorgt weiterhin der anstehende Brexit für Unruhe. In den kommenden Tagen stehen aktuelle Septemberzahlen zur Handelsbilanz Deutschlands (Dienstag) bzw. Großbritanniens (Mittwoch) auf der Agenda.

Bislang hat sich das Brexit-Votum noch nicht sonderlich stark negativ bemerkbar gemacht - die Betonung liegt auf noch. Rückenwind könnte das gelbe Edelmetall aber auch von der Inflationsfront erhalten, schließlich kletterten die Konsumentenpreise in der Eurozone im Oktober mit 0,5 Prozent p.a. auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Und als Inflationsschutz hat sich Gold - vor allem auf lange Sicht - bestens bewährt.


Goldpreis - Auch ohne Trump ein sicheres Investment
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [1]
  • von NOMAD | 09.11.2016, 07:34 Antworten

    was für ein hohler artikel mal wieder hier....

    NICHTS ist sicher....es sei denn, es ist bereits passiert!!

    GO Trump....bye Hillary... ;-)))

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