| GOLD | 5.006,44 $/oz | 4.350,24 €/oz | 139,86 €/g | 139.863 €/kg |
| SILBER | 80,74 $/oz | 70,27 €/oz | 2,26 €/g | 2.259,23 €/kg |
Die internationalen Terminbörsen in China und den USA haben in den vergangenen Monaten mehrfach ihre Sicherheitsanforderungen (Margins) erhöht. Ziel dieser Maßnahmen war es, die starke Dynamik am Goldmarkt einzudämmen und spekulative Übertreibungen zu bremsen.
Das Anheben führte temporär zu erheblichen Kursturbulenzen. Viele Marktteilnehmer mussten Positionen glattstellen, was eine spürbare Verkaufswelle bei Gold-Futures auslöste. Bemerkenswert ist jedoch:
Ein genauer Blick auf die aktuellen Daten der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) bestätigt die vorangegangenen Verwerfungen am Terminmarkt. Der wöchentlich veröffentlichte Commitments-of-Traders-Report (CoT-Report) liefert detaillierte Einblicke in die Positionierung verschiedener Marktgruppen am US-Terminmarkt. Besonders aufschlussreich ist die Enwicklung des sogenanntenOpen Interest, also der Gesamtzahl aller offenen Futures-Kontrakte.
Seit Ende Dezember ist der Open Interest im Gold-Futures-Markt von 481.900 auf 407.100 Kontrakte gesunken (-15,5 Prozent). Eine solche Abnahme signalisiert, dass Marktteilnehmer Positionen geschlossen haben und Kapital aus dem Terminmarkt abgeflossen ist. In Phasen steigender Sicherheitsanforderungen ist dieses Verhalten typisch, da höhere Sicherheitsleistungen die Kapitalbindung erhöhen und spekulative Engagements unattraktiver machen.
Noch deutlicher fällt die Veränderung bei den großen Terminspekulanten (Non-Commercials) aus. Deren Netto-Long-Position ist im selben Zeitraum von 231.200 auf 159.900 Futures (-30,8 Prozent) eingebrochen. Auch bei den kleinen Spekulanten (Non-Reportables) zeigte sich ein Rückgang: Ihre Netto-Long-Position sank von 44.100 auf 36.900 Kontrakte (-16,3 Prozent).
Zur Einordnung: Eine Netto-Long-Position beschreibt die Differenz zwischen Long- und Short-Kontrakten einer Marktgruppe. Ist diese positiv, setzen die betreffenden Akteure per Saldo auf steigende Preise. Sinkt die Netto-Long-Position, deutet dies auf nachlassenden Optimismus oder eine vorsichtigere Haltung gegenüber dem Markt hin.
Genau das ist derzeit im Gold-Futures-Markt zu beobachten. Spekulative Marktakteure haben ihr Engagement spürbar reduziert. Historisch betrachtet können solche Bewegungen den Goldpreis kurzfristig unter Druck setzen, da spekulatives Kapital oft preistreibend wirkt. Doch im aktuellen Umfeld zeigt sich ein anderes Bild: Trotz der massiven Reduktion spekulativer Netto-Long-Positionen ist der Goldpreis nicht nachhaltig eingebrochen.
Der nachfolgende Chart zeigt auf, dass der Goldpreis – trotz historisch schwachem Optimismus unter den spekulativen Marktakteuren – stark angestiegen ist.
Quelle: World Gold Council
Diese relative Stärke ist bemerkenswert. Sie deutet darauf hin, dass andere Marktteilnehmer den Rückzug der Spekulanten kompensiert haben. Denkbar sind unter anderem strategisch orientierte ETF-Investoren, physische Käufer oder institutionelle Akteure, die Gold weiterhin als Absicherung gegen makroökonomische Risiken betrachten. Auch strukturelle Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten, Inflationssorgen und eine erhöhte Nachfrage nach sicheren Häfen dürften unterstützend gewirkt haben.
Für Anleger ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal. Ein Markt, der selbst deutliche spekulative Abflüsse verkraftet, ohne nachhaltig einzubrechen, verfügt über eine solide Nachfragebasis. Der nachlassende Optimismus unter Terminspekulanten hat dem Goldpreis bislang allenfalls temporär zugesetzt, ihm aber keineswegs dauerhaft geschadet.
Fazit:Trotz Verkaufswelle bei Futures und rückläufiger Netto-Long-Positionen zeigt der Goldpreis eindrucksvolle Stabilität. Offenbar gibt es genügend Marktakteure, die den Ausfall spekulativer Käufer ausgleichen. Diese relative Stärke unterstreicht die weiterhin robuste Verfassung des Goldmarktes – selbst in einem Umfeld verschärfter Margin-Anforderungen und reduzierter Risikobereitschaft.
US-Präsident Donald Trump hat mit seinen jüngsten Zollerhöhungen für den Rest der Welt einmal mehr bewiesen, dass ihm Regeln und die Unabhängigkeit der Justiz bzw. der Notenbank Fed völlig egal sind. Und in Staaten wie Russland und China sieht die Lage ähnlich negativ aus.
Auch an den Finanzmärkten scheinen einige Gesetzmäßigkeiten mittlerweile nicht mehr gültig zu sein. Dass „politische Börsen kurze Beine haben“, dürfte zumindest mittelfristig erst einmal nicht mehr zutreffen. In Demokratien können Präsidenten zwar abgewählt werden, in Autokratien verschwinden Machthaber oft auf andere Weise.
In den kommenden Handelstagen dürften sich die Akteure an den Goldmärkten vor allem für die angekündigten Reden diverser US-Notenbanker stark interessieren.
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Neue Impulse könnten aber auch die US-Produzentenpreise liefern. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich deren Rate im Januar (gegenüber dem Vormonat) von 0,3 auf 0,5 Prozent beschleunigt haben, was die Hoffnung auf eine baldige US-Zinssenkung eher dämpfen dürfte.