Stand: 19.12.2016 von Florian Grummes 6 Kommentare

Nach einem starken ersten Halbjahr, in welchem der Goldpreis bis auf 1.375 US-Dollar deutlich haussieren konnte, war die zweite Jahreshälfte hingegen für Goldanleger ein absolutes Desaster. Während sich die gesunde und antizipierte Korrektur in den Sommermonaten zunächst noch in einem völlig normalen Rahmen bewegte, kam es ab Oktober zu einem dramatischen Kursverfall am Goldmarkt.

Befeuert durch das Bargeldverbot und die Goldkonfiszierungen in Indien, gab es dann vor allem in den letzten fünf Wochen kein Halten mehr und die Bären konnten sich ungehindert austoben. So ist der Goldpreis am Donnerstag mit 1.123 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar gefallen. Gleichzeitig ist die Stimmung völlig im Keller, der Terminmarkt bereinigt und der Goldchart sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis völlig überverkauft. Zudem stellt die Marke von 1.123 US-Dollar exakt das 76,4%-Retracement der vorangegangen Aufwärtsbewegung dar und könnte nun für das Ende der monatelange Korrektur gesorgt haben. Erste Anzeichen einer bereits angelaufenen Erholung liegen jedenfalls vor. Damit könnte sich der Goldpreis seit Donnerstag auf dem Weg in Richtung 1.500 US-Dollar befinden!

Tageschart Gold in US-Dollar

Tageschart Gold in US-Dollar

Sollte der Goldpreis tatsächlich bei 1.123 US-Dollar das Tief der Korrektur gefunden haben, lassen sich nun folgende Erholungsmarken benennen:

  • Das 38,2%-Retracement der Abwärtsbewegung seit der US-Wahlnacht von 1.338 US-Dollar auf 1.123 US-Dollar = ca. 1.205 US-Dollar.
  • Die Kombination aus 50-Tagelinie (1.225 US-Dollar), dem 50%-Retracement seit der US-Wahlnacht sowie dem 38,2%-Retracement der gesamten Korrektur seit Anfang Juli (also von 1.375 US-Dollar bis auf 1.123 US-Dollar) = ca. 1.220 - 1.230 US-Dollar.
  • Die leicht fallende 200-Tagelinie, aktuell um 1.274 US-Dollar.

Alle drei Kursziele sollten bis zum Frühjahr 2017 erreichbar sein und lassen daher eine Erholung bis auf mindestens 1.250 US-Dollar erwarten! Darüber hinaus würde sich der Goldchart dramatisch verbessern, sollte Gold die Marke von 1.300 US-Dollar in den kommenden Monaten zurückerobern können. Dann wäre die fünfjährige Abwärtstrendlinie gebrochen und der Weg bis zum übergeordneten Kursziel von ca. 1.500 US-Dollar frei.

Alle Indikatoren auf dem Tages- als auch auf dem Wochenchart notieren auf extrem tiefen Niveaus und sind massiv überverkauft. Da gleichzeitig hohe spekulative Leerverkäufe auf den Goldpreis getätigt wurden, sind nun alle Zutaten für eine V-förmige scharfe Erholung vorhanden! Sollte sich dieses Tief bestätigen, steht der Goldpreis unmittelbar vor Welle Nr. 3 innerhalb seines neuen Aufwärtstrends, welche bekanntlich die gradlinigste, trendigste und nachhaltigste ist. Ein weiteres Indiz, dass Gold in 2017 bis auf 1.500 US-Dollar steigen könnte.

Tageschart Gold in Euro

Tageschart Gold in Euro

In Euro gerechnet konnten die Bären am Donnerstag mit 1.078 Euro ein marginal neues Tief erreichen. Das Tief von Ende Mai wurde damit um ganze 2 Euro unterboten! Nun besteht die realistische Chance, dass sich in Zusammenhang mit dem Tief am 5. Dezember bei 1.079 Euro ein kleiner Doppelboden entwickelt, welcher die überfällige Erholung einleiten könnte. Das erste Kursziel für diese Erholung ist die fallende 50-Tagelinie bei 1.133 Euro sowie die Oberkante des Abwärtstrendkanals bei derzeit ca. 1.143 Euro.

Nachkauflimit bei 1.080 Euro

Ganz knapp ist man in den letzten Tagen mit dem Nachkauflimit von 1.080 Euro zum Zuge gekommen! Wer dies verpasst, sollte sofort handeln, denn es ist davon auszugehen, dass der Goldmarkt unmittelbar vor einer scharfen Erholung steht. Bis maximal 1.100 Euro sollten Nachzügler dem Goldmarkt als Nachkauflimit zugestehen. Wer in den letzten Wochen die ausgebombten Kurse bereits genutzt hat, kann sich nun zurücklegen und gemütlich die Trendwende am Goldmarkt verfolgen.

Goldpreis: Das dürfte der Boden gewesen sein!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [6]
  • von Goldmann | 20.12.2016, 07:06 Antworten

    Performance 2016: EUR +12,48 % | USD +6,94 %

  • von Golddonkey | 20.12.2016, 09:09 Antworten

    Alles Kaffeesatz-Leserei - Es wird noch viel tiefer gehen!

    • von Eurocrash lover | 24.12.2016, 14:13 Antworten

      Ja 100 % Ja nicht jetzt kaufen !!

    • von Goldie | 27.12.2016, 10:01 Antworten

      Anhand von irgendwelchen Linien im Kursverlauf eine Bewertung vorzunehmen, ohne die politischen Veränderungen mit einzubeziehen, ist grob fahrlässig. Sobald die Notenbanken die Zinsen nach oben ändern, verringert sich ohnehin die Goldnachfrage. Die Nachfrage aus den USA und China ist aktuell verständlich. Ich sehe einen ehrlichen Goldpreis bei knapp 1000 €.

  • von Wanderer | 29.12.2016, 17:58 Antworten

    Eigentlich gibt es keinen Boden im Sinne , weil immer manipuliert wird über die
    Comex , wo Gold gehandelt wird ,was gar nicht existiert oder zig mahl verliehen wurde .
    Betrug in Vollendung .Handeln mit Dingen , die man nicht besitzt . Papiergeld ja ,
    was beliebig vermehrbar ist und jeden Monat neu gedruckt wird .

  • von Mr. Silver | 31.12.2016, 14:05 Antworten

    Es bleibt abzuwarten wieviel Geld in den Goldmarkt wieder hineinfließt. Eine Aufwärtskorrektur bis 1230 bis 1270 ist im Januar locker drinn. Doch dann werden die Commercial wieder das gleiche machen, was Sie auch im Sommer machten. Schütten solange der Markt gierig ist. Endet der Geldfluss dann, geht es weiter abwärts. Noch eine Anmerkung zur Trendanalyse. Noch nie waren laut Cot Report soviele Goldkontrakte im Umlauf wie im Sommer 2016. Da hätte der Goldpreis theoretisch bei 2300 Dollar sein müssen, doch er schaffte es nur bis 1375 Dollar. Das zeigt mir auf lange Sicht die Richtung . Weiterhin abwärts, es sei denn das der Euro zerfällt und wir einen Hair Cut bekommen. ( Finanzkrise 3.0) Zur Zeit sind alle Rohstoffe sehr billig außer die Edelmetalle. Die fallen als letztes, wenn die anderen Rohstoffe schon unten sind.

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