Stand: 30.07.2021 von Florian Grummes
Der Goldpreis war im Juli primär von einer zähen und trendlosen Seitwärtsphase geprägt. Zwar gelang den bullischen Marktkräften vorübergehend ein Vorstoß bis knapp über die 200-Tagelinie, insgesamt spielte sich das Kursgeschehen aber vor allem zwischen 1.795 USD und 1.810 USD ab. Die runde psychologische Marke von 1.800 USD wurde dabei immer wieder zum Spielball der bullischen als auch bärischen Akteure.
Goldpreis – Da ist der Startschuss

Mit dem gestrigen FED-Zinsentscheid und der anschließenden Pressekonferenz scheint dieses für den Frühsommer durchaus typische Verwirrspiel nun endlich zu Ende gegangen zu sein.

So schießt der Goldpreis an diesem Donnerstag um fast 30 USD nach oben und erobert somit bislang zumindest intraday seine 200-Tagelinie zurück. Angesichts eines neuen technischen Kaufsignals in Verbindung mit der exzellenten saisonalen Ausgangslage dürfte gestern Abend mindestens der Startschuss für die Sommerrally im Edelmetall-Sektor erfolgt sein.

Im Zweifelsfall sind nun Kurse in Richtung 1.880 US-Dollar und eventuell sogar 1.950 US-Dollar in den kommenden Wochen möglich.

Im großen Bild befindet sich der Goldpreis ausgehend vom Doppeltief bei 1.676 US-Dollar weiterhin in der Erholung als Antwort auf die vorangegangene Korrektur, welche wiederum im August 2020 beim neuen Allzeithoch (2.075 US-Dollar) aufgrund der damals überschäumenden Euphorie notwendig wurde.

Damit wären in diesem Herbst auch Kurse um 2.000 US-Dollar denkbar.

In jedem Fall stehen dem gesamten Edelmetall Sektor zumindest ein bis drei bullische Monate bevor!

Goldpreis in US-Dollar – Dreieck und umgekehrte SKS-Formation

Auf dem Wochenchart nimmt die Korrektur der letzten 12 Monate zunehmend die Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation an. In diesem Fall läge die entscheidende Nackenlinie aktuell um ca. 1.900 US-Dollar.

Kurse darüber wurde die erfolgreiche Auflösung dieser bullischen Formation signalisieren und Mindestziele bis in den Bereich zwischen 2.025 und 2.075 US-Dollar aktivieren.

Goldpreis in US-Dollar – Dreieck und umgekehrte SKS-Formation

Gleichzeitig läuft der Goldpreis seit eineinhalb Jahren in ein großes Dreieck hinein und nähert sich nun der Dreieckspitze.

D.h. es steht eine Entscheidung an.

Zwar hat ein Ausbruch nach oben im Gesamtumfeld (Crack-Up-Bomm) eindeutig eine höhere Wahrscheinlichkeit, trotzdem ist hier noch nichts in Stein gemeißelt. Die Serie der höheren Tiefs lässt auf Sicht der kommenden Wochen aber zumindest einen Test der oberen (roten) Begrenzungslinie im Bereich um ca. 1.880 US-Dollar erwarten.

Auf der Unterseite darf der Goldpreis nun nicht mehr unter 1.775 US-Dollar fallen, sonst wäre das Dreieck bärisch aufgelöst.

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – 200-Tagelinie als Sprungbrett

Auf dem Tageschart konsolidierte der Goldpreis wie erwartet in der Nähe seiner leicht fallenden 200-Tagelinie (1.820 US-Dollar). Damit wurde die zwischenzeitlich überkaufte Stochastik wieder mehr als neutralisiert, so dass der Oszillator nun ein frisches Kaufsignal liefern konnte.

Zwar blockiert das obere Bollinger Band (1.827 US-Dollar) kurzfristig die Bullen noch am Vorankommen, es scheint aber nur noch eine Frage der Zeit, bis diese ermuntert durch den gestrigen Startschuss hier weiter nach oben drücken werden.

Klares erstes Kursziel ist die Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch und dem letzten Hochpunkt von Anfang Juni im Bereich von ca. 1.880 US-Dollar. Darüber hinaus liegen die nächsten Kursziele bei ca. 1.920 US-Dollar und 1.950 US-Dollar.

Im Hintergrund wartet zudem die große und runde Marke von 2.000 US-Dollar.

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – 200-Tagelinie als Sprungbrett

Zusammengefasst scheint der tiefe Rücksetzer vom Juni mittlerweile verdaut. Höchstwahrscheinlich hat am Mittwoch-Abend die Sommer-Rally am Goldmarkt begonnen. Die nächsten Wochen sollten daher von steigenden Kursen geprägt sein.

Dabei könnte die 200-Tagelinie als Sprungbrett bzw. Trampolin in Richtung 1.880 US-Dollar und 1.920 US-Dollar dienen. Mit etwas Glück können die Edelmetalle im August so viel Dynamik erzeugen, dass es tatsächlich auch für ein Wiedersehen mit der Marke von 2.000 US-Dollar im Herbst reicht. Allerdings folgten in der Vergangenheit auf derartige Wiedersehen dann meist tiefe Rücksetzer.

Der Fahrplan sieht daher so aus, dass Gold gut Chance auf eine Erholung in Richtung von 2.020 US-Dollar hat, um dann im Anschluss wieder bis auf ca. 1.850 US-Dollar zurückzusetzen.

Kauflimit bei 1.525 Euro

Mit etwas Glück kommt der Goldpreis in Euro nochmal auf seine 200-Tagelinie (1.515 Euro) zurück. Deutlich tiefere Kurse sind jedoch nicht mehr zu erwarten. Mit unseren Kauflimits bei 1.525 US-Dollar und 1.480 US-Dollar konnte man in den letzten zwei Monaten die Tiefs ganz ordentlich abfischen.

Ab jetzt gilt es diszipliniert zu sein, um nicht den steigenden Kursen hinterherzulaufen.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"