Stand: 29.08.2017 von Jörg Bernhard 4 Kommentare

Das gelbe Edelmetall profitierte zuletzt vom schwachen Dollar und befindet sich aktuell in einem heißen Kampf mit der wichtigen Marke von 1.300 Dollar. Ein nachhaltiges Überwinden dieser Hürde könnte chartinduzierte Käufe auslösen.

Deutschland bei Gold auf Platz 2.

Laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rangiert Deutschland hinsichtlich der für 2017 erwarteten Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) mit 3,4 Billionen Dollar weltweit auf Rang 4. Lediglich die USA (19,4 Billionen Dollar), China (11,8 Billionen Dollar) und Japan (4,8 Billionen Dollar) produzieren mehr Waren und Dienstleistungen.

Vor dem Hintergrund, dass Deutschland mit 81 Millionen unter den vier erwähnten Nationen die niedrigste Bevölkerungszahl aufweist, darf man die Leistung der deutschen Wirtschaft getrost noch etwas höher einschätzen.

In einer anderen Statistik findet sich Deutschland allerdings seit Jahrzehnten ganz weit oben. Mit 3.378 Tonnen Gold kann Deutschland nämlich mit den weltweit zweithöchsten Goldreserven glänzen.

Lediglich den USA wird ein noch größerer Goldbesitz in Höhe von über 8.100 Tonnen nachgesagt. Wenngleich einige Verschwörungstheoretiker die Validität dieser Daten bzw. die uneingeschränkte Verfügbarkeit dieser Bestände bezweifeln, sollten Anleger die Zahlen vor allem dahingehend interpretieren, dass ein Investment in den Krisenschutz Gold durchaus Sinn macht.

Denn auch in Notenbankerkreisen wird Gold gewissermaßen als ultimativer Versicherungsschutz eingestuft.
Einige Zentralbanken sehen Gold weniger als Halteposition, sondern stocken sogar regelmäßig ihre Goldbestände auf, da sie die langfristige Werthaltigkeit von gängigen Reservewährungen wie Dollar, Euro und Yen mehr und mehr in Frage stellen.

Goldreserven schneller als geplant zurückgeholt

Am vergangenen Mittwoch meldete die Deutsche Bundesbank, dass mittlerweile mehr als die Hälfte der deutschen Goldreserven in Frankfurter Tresoren gelagert werden. Auf massiven öffentlichen Druck stellte die Deutsche Bundesbank 2013 ein neues Lagerstellenkonzept (siehe Tabelle) für den Goldschatz der Deutschen vor.

Lagerstätten der deutschen Goldreserven

Ort Bestand Anteil
Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main 1.710 t 50,60%
Federal Reserve Bank, New York 1.236 t 36,60%
Bank of England, London 432 t 12,80%
Gesamt 3.378 t 100,00%

Quelle: Deutsche Bundesbank

Dieses sah vor, bis spätestens 2020 aus Paris sämtliche Bestände in Höhe von 374 Tonnen zurückzuholen (siehe Tabelle). Das in New York gelagerte Gold sollte von 1.536 auf 1.236 Tonnen reduziert werden, während das in London verwahrte Gold unangetastet blieb.

So wurden die deutschen Goldreserven verlagert

aus Paris aus New York insgesamt Anteil
2013 verlagert 32 t 5 t 37 t 5%
2014 verlagert 35 t 85 t 120 t 18%
2015 verlagert 111 t 99 t 210 t 31%
2016 verlagert 105 t 111 t 216 t 32%
2017 verlagert 91 t - 91 t 14%
Gesamt 374 t 300 t 674 t 100%

Quelle: Deutsche Bundesbank

Auf der Website der Deutschen Bundesbank finden Anleger eine ausgesprochen interessante Präsentation anlässlich der vorzeitigen Rückholung der deutschen Goldreserven. Sie enthält auf insgesamt 22 Seiten diverse Details zur mittlerweile abgeschlossenen „Heimholaktion“ deutschen Goldes.

Insgesamt wurden 53.780 Goldbarren aus Paris und New York nach Frankfurt verlagert. 18,3 Prozent des New Yorker Goldes wurde zur exakten Echtheits- und Feingehaltsprüfung umgeschmolzen, wobei keine Ungereimtheiten festgestellt wurden.

Gekostet hat das Verlagern und Umschmelzen der Goldreserven 7,7 Millionen  Euro. Besonders interessant: Auf Seite 17 wurde erläutert, warum Notenbanken Gold halten.

Vier Gründe wurden aufgeführt:

  • Vertrauensbildung
  • universelle Akzeptanz
  • Diversifikation
  • Robustheit gegen Schocks wie Länder- oder Währungsrisiken

Diese Argumente sollten auch Ottonormalverbraucher verinnerlichen und einen Teil ihres Vermögens ebenfalls in Gold investieren.

Ausblick für die laufende Woche

Das am Samstag beendete Notenbankertreffen in Jackson Hole (Wyoming) wirkte sich auf den Goldpreis tendenziell positiv aus.

Als Impulsgeber erwies sich vor allem die Rede von Mario Draghi, die den Dollar gegenüber dem Euro auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2015 zurückfallen ließ. In der neuen Handelswoche dürfte an den Goldmärkten aber wieder ein anderes Thema für erhöhte Spannung sorgen: diverse Indikatoren zum US-Arbeitsmarkt.

Mit Argusaugen werden Investoren in diesem Zusammenhang den für Freitag angekündigten Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums für den Monat August beobachten. Laut einer von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Umfrage unter Analysten wird mit einer unveränderten Arbeitslosenquote in Höhe von 4,3 Prozent und einem Rückgang bei der Zahl neu geschaffener Stellen von 209.000 auf 180.000 gerechnet.

Für ein nachhaltiges Überwinden der 1.300-Dollar-Marke wären schwache Daten sicherlich hilfreicher, da dies die Zinssorgen reduzieren und den Dollar tendenziell schwächen würde.




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Goldpreis: Deutschland vertraut weiterhin auf Gold
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt. Derzeit schreibt er vor allem für diverse Börsenportale und Edelmetallhändler.
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Kommentare [4]
  • von Goldmann | 29.08.2017, 08:56 Antworten

    Erst wenn der letzte deutsche Goldbarren die USA verlassen hat und in Deutschland sich befindet kommt Ruhe auf.
    Aber ich könnte mir vorstellen,das Gold muß erst noch gekauft werden.
    Das wurde das lange verzögern begründen.

    • von X | 29.08.2017, 09:48 Antworten

      Eher von de nach usa.haha.

  • von Dr. Prof. Geld | 02.09.2017, 18:29 Antworten

    Ja Das Gold musste erst von den Amerikanern bei niedrigen preisen die derzeit Erzeugt werden Einkaufen um den Deutschen ihr Gold zur Verfügung stellen zu können. Das Problem ist ob derzeit das Gold was in Deutschland angekommen ist vielleicht von dem was berreits da ist cirka 50 % nicht echt sind von außen Gold und innen ein Mischmetall obwohl vielleicht Gewicht und Größe übereinstimmen ! Wir werden sehen ob es so ist wie ich es Sage !

    • von Andi | 19.09.2017, 09:04 Antworten

      Wenn man sich Dr. Prof. nennt, sollte man wenigsten vernünftige Sätze schreiben können und gelegentlich auch mal ein Komma setzen.

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